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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 118

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 118 (sequence 135)
Language
German
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118 Rath" sprach, ganz unbekümmert um diese Drohung, sich entschieden für die Gleichstellung der aargauischen Juden aus. Was thaten nun die Ultramontanen ihrerseits? Sie hetzten und wühlten unablässig, und es gelang ihnen endlich, ein ״Plebiscit“ herbeizuführen, das gegen die Emancipation der Juden lautete. Diesem Volksbeschlusse mußte der ״große Rath" sich fügen und die Sache der Juden fallen lassen. Die Letzteren wendeten sich mit einer Petition an den Bundesrath, diesen bittend, sich ihrer anzunehmen, auf daß ihnen wenigstens nicht auch das genommen würde, was sie schon besäßen. Die Sache zog sich in die Länge, bis in das Jahr 1863 hinein. Endlich entschied sich der Bundesrath für die Aufrechthaltung dessen, was die Bundesverfassung den schweizerischen Juden überhaupt garantire, nämlich daß hinsichtlich des Handels und Verkehrs, des Grundbesitzes sowie der Ausübung politischer Rechte das Glaubensbekenntniß keinen Unterschied machen dürfte. Hierdurch wird natürlich das Communal- und Ortsbürgerrecht gar nicht berührt, und dieses haben die aargauischen Juden auch bis auf den heutigen Tag noch nicht erlangt. — An derU niversität von Bern ward vr. Lazarus zum ordentl. Professor ernannt, nachdem er daselbst eine Zeit lang als Honorardocent thätig gewesen. — Unter Vorsitz des Rabbiners von Oberendingen rc Herrn D1\ M. Kayserling, trat ein ״(§ulturverein der Juden in der Schweiz" ins Leben, mit der schönen Aufgabe, nach außen durch Anstrebung der Emancipation und nach innen durch Hebung des Jugendunterrichts rc. zu wirken. Nach wenigen Wochen schon zählte der Verein gegen 200 Mitglieder. — In Genf ward durch Herrn Sam. Waag eine ״Handwerksschule für Israeliten" gegründet, zu welcher er selbst 2000 Frcs. und Baron Rothschild in Neapel (der in der Nähe eine Besitzung hat) einen Jahresbeitrag von 1000 Frcs. zeichnete. Serbien. Auf Belgrad ward am 16. Juni (62) von Seiten der Türken ein schreckliches Bombardement eröffnet und in Folge dessen namentlich das jüdische Stadtviertel sehr hart mitgenommen. Außerdem fattb' in letzterem auch eine furchtbare Plünderung statt, welche mehrere Tage andauerte und mit Excessen und Insulten der ruchlosesten Art verbunden war. Die jüdische Bevölkerung Belgrads etwa 450 Familien zählend, von denen über zwei Drittel an den Bettelstab kamen — konnte nur auf Rettung ihres Lebens bedacht sein und mußte auf verschiedenen Wegen nach Semlin, Pancsova rc. zu entrinnen suchen. Spanien. Von hier ist weiter Nichts zu berichten, als daß ein

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