Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 127)
- Language
- German
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110 die 30,000 jüdischen Einwohner der Stadt (deren Gesammtbevölkerung 50.000 Seelen beträgt) in dem aus 100 Mitgliedern bestehenden Gemeinderathe höchstens durch 15 Männer vertreten sein dürfen, b) daß kein Jude als Bürgermeister wählbar, 6) daß die Juden an dem Gemeindevermögen keinen Antheil haben. — Bei der betreffenden Debatte, die sehr heftig war, wurde mehr gegen als für die Juden gesprochen. Dies hatte zur Folge, daß die jüdischen Gemeinderäthe ׳unter Protest sich von der Berathung zurückzogen, resp. aus dem Collegio austraten. Rodakowski's Antrag auf Streichung der judenfeindlichen Bestimmungen ward einstimmig verworfen. — Durch einen Armeebefehl des Feldzeugmeisters Benedek ward verkündigt, daß die jüdischen Soldaten a) überall, wo Synagogen vorhanden, an den Festgottesdiensten unter Aufsicht von Officieren ihres Glaubens sich zu betheiligen haben, und b) an keinem der jüdischen Festtage vor ein Militärgericht geladen werden dürfen. — Mittelst Decrets der k. Hofkanzlei wurde den orthodoxen Juden Ungarns das Recht eingeräumt, daß sie überall, wo sie es für erforderlich finden, als separate Gemeinde sich constituiren können. — Der Gemeinde Kaschau in Ungarn ward, auf Bemühung ihres Cultusvorstehers Julius Hollander von Seiten der Staatsregierung ein Vorschuß von 50,000 Gulden gegen geringen Procentsatz zum Bau eines Tempels gewährt. — Die jüdische Schule zu S. A. Ujhely erhielt zur Erweiterung ihrer Bibliothek 200 Gulden aus Staatsmitteln angewiesen.— Von 14 Advocatur - Concipienten, welche seitens der Wiener Advokatenkammer und des Oberlandesgerichts für Rechtsanwaltstellen in Niederösterreich aufgestellt waren, sind 9 ernannt nnd 5 übergangen worden. Die 5 Uebergangenen waren aber lauter Israeliten. Die Ernennung geschah dnrch den Iustizminister (Dr. Hein). Referent in dieser Angelegenheit war der Hofrath Kritsch. — Von Seiten des Oberrabbiners vr. Meisel in Pesth wurden in einer besondern Denkschrift an den k. k. Statthalter die Zustände der ungarischen Israeliten geschildert und die Mittel zur Besserung besprachen. — Den Hörern der Preßburger Ieschiba ward Militärfreiheit gewährt. — Die ungarische Gemeinde Mako verlor durch den Tod ihren Rabbiner Sal. Ullmann, welcher daselbst 37 Jahre lang das Seelsorgeramt verwaltet hatte. — Seitens des Tyroler Landtags ward beschlossen, die Akatholiken — das sind die Juden und Protestanten — von der freien Religionsübung und dem Recht des Grundbesitzes auch fernerhin auszuschließen. -- In Hermanmienstetz und Biala haben in den ersten Tagen des