Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein Gang durch die Ruinen Jerusalems. Nach einer Hagada im Talmud *) iVlaKkotll 23». Das Auge zuckt, es will die Schmach nicht schauen. Es sucht umsonst der Fuß den sichern Steg, Und rings umnachtet uns des Todes Grauen, Als ging durch Leichenacker unser Weg. Wo ist dein Prangen hin, wohin dein Prunken? Gieb Antwort, Zion! Ach, wie still und stumm! Wie eine Todte bist du hingesunken, Die Winde heulen rings um dich herum! Zwei Freunde sind's, sie möchten ohne Ende Die dumpfen Klagen senden himmelwärts: Verzweifelt ringet Josua die Hände, Zur Seite ihm Akiba, stumm vor Schmerz. Hier war es, wo auch sie mit ihrem Volke Sich mächtig aufgerafft zum letzten Kampf, — Doch unabwendbar brach herein die Wolke, Es war ein Ringen wie im Todeskampf. Und Alles griff in Hast zu Schild und Lanze, Dem Feind entgegen ging's, hinaus zur Schlacht, — Da wurden, ach! im wilden Kriegestanze Des Volkes Zierden jählings umgebracht. Und als die Freunde sah'n die Stadt in Flammen, — Verlassen hatte sie ihr alter Hort, — Da rafften sie ihr letztes Gut zusammen, Die Thora nahmen sie — und eilten fort. *) Das hebräische Original obigen Gedichtes von H. Vidaver können wir aus Mangel an Raum nicht mittheilen.