Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 82)
- Language
- German
- Belongs to
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65 in der Nähe des Begräbnißplatzes errichtete Gotteshaus an. Nachdem derselbe die Verdienste der Verstorbenen in beredter Sprache geschildert, entwickelte er seine Betrachtung weiter, anknüpfend an des Tages besondere Bedeutung in den Worten: גדולה מיתת צדיקים כשריפת ביח אלהינו ״Der Tod der Frommen ist so schmerzlich, als der Brand des Heiligthums." Auch Herr Abrahams widmete der Verstorbenen tiefgefühlte und von religiöser Innigkeit zeugende Worte, die auf die Anwesenden tiefen Eindruck hervorbrachten. Ihre geistigen Fähigkeiten gingen weit über das Gewöhnliche hinaus. Ihr Geist war mit allgemeinen Kenntnissen gut ausgerüstet. Ihre Unterhaltung war geistvoll und heiter, besonders wenn ihr Lieblingsgegeustand, das heilige Land, zur Sprache kam. Reisen hatten ihren angebornen Beobachtungsgeist sehr erweitert, und zwei Tagebücher, einige dieser Reisen enthaltend, die anonym durch sie veröffentlicht wurden, geben ihrem Fleiße und ihrer Beobachtungsgabe ein ehrenhaftes Zeugniß. Ueberdies sind die Tagebücher ihrer anderen Reisen noch im Manuscript vorhanden. Von ihren sprachlichen Kenntnissen haben wir schon gesprochen. Diejenigen, welche das Glück hatten, in dem häuslichen Zirkel die innige Frömmigkeit zu sehen, wenn sie die Sabbathlampe anzündete, oder die Zubereitung für die Festesfeier des Peßachabends traf, werden den tiefen Eindruck den diese fromme Frau, welcher Gottesdienst das natürliche Lebenselement zu sein schien, auf sie ausübte, nicht vergessen. Alles zusammengefaßt: Lady Montefiore stand einzig da in der Gemeinde. Jetzt, da sie heimgegangen, hat sie ihres Gleichen nicht hinterlassen. גן עדן תהיה מנוחתה ותנוח על משכבר. בשלים אמן Nachschrift. Da ich mich längere Zeit zu Ramsgate, dem Wohnorte des Herrn Moses Montefiore, aufgehalten habe, so bin ich im Stande, den Lesern dieses Buches nähere Mittheilungen über das häustiche Leben und die in seinem Hause herrschende Religiosität zu machen. 5