Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 60

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 60 (sequence 77)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/4085237-9640998--234-4085319
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

60 die ruhmwürdige Geschichte des Sir Moses ihre eigene; denn diese Beiden waren vom Tage ihrer Vereinigung bis zu Jehudiths Tode unzertrennlich. Diejenigen, welche sie näher kannten, sahen in ihr den wohlthätigen Genius und die Anregerin zu all den edlen Handlungen und menschenfreundlichen Missionen, welche ihren berühmten Ehegenossen auszeichneten, und behaupteten sogar, daß sie selbst thätigen Antheil daran genommen habe. Wir können jedoch nicht näher auf diese Missionen eingehen. Es mag genügen, daß sie ihren Gatten bei seinen wiederholten Reisen ins heilige Land, nach Damaskus, St. Petersburg und Rom begleitete. Jetzt ernteten sie die Früchte ihrer vortrefflichen Erziehung — jetzt, da sie in der erhabenen Stellung war, zu welcher sie durch die edle Anwendung der Güter, mit denen die Vorsehung ihren Gatten gesegnet hatte, gelangte, da sie sich der allgemeinen Achtung in Folge der menschenfreundlichen Bemühungen zu Gunsten ihrer verfolgten Brüder und wegen ihrer tiefen Anhänglichkeit an Gott und an ihr Volk erfreute. Wohl bewandert in der Literatur ihres Landes, in deren Sprache sie mit Eleganz schrieb, Französisch mit großer Leichtigkeit, Italienisch ziemlich geläufig sprechend, schöne Kenntnisse im Deutschen besitzend, war sie nicht nur die Zierde der Gesellschaftszirkel, in denen sie sich zu bewegen hatte, sondern sie war auch durch ihre sprachlichen Kenntnisse sowohl als durch ihre geistige Bildung und anderen Talente .befähigt, in von ihrem Gatten freiwillig übernommenen schwierigen Arbeiten wesentlichen Beistand zu leisten. Inmitten dieser rühmlichen Arbeiten rückte das Alter mit seinen Gebrechen allmählich heran. Während der jüngst vergangenen Jahre hatte sie auf ärztliches Anrathen den Winter regelmäßig in einem wärmern Klima jenseits des Königreiches zugebracht, als im Winter 1859 nach ihrer Rückkehr von ihrer Mission nach Rom ihre Gesundheit sichtlich abnahm. Von dieser Zeit an bis zu ihrem Todestag muß sie als leidend betrachtet werden. Es ist kaum nöthig zu sagen, daß zur Linderung ihres Leidens, welches von Zeit zu Zeit sehr heftig

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.