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Jahrbuch für Israeliten · 1863-01-01 · 21 auf das Jahr 5624 -1864 · p. Seite 31

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Journal
Jahrbuch für Israeliten
Volume
21 auf das Jahr 5624 -1864
Date
1863-01-01
Page
Seite 31 (sequence 48)
Language
German
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31 beiden Männer so wie die Juden nicht aus dem Hause zu lassen, ließ nun mehrere glaubhafte Leute kommen und schickte sie mit dem Befehle nach dem Hause der beiden Männer, falls sie dort Silbergeräthe fänden, dasselbe nach dem Rathhause zu schaffen. Nachdem die Boten fort waren, ließ er die beiden Männer wieder vorführen und frug sie: woher sie glaubten, daß das geschlachtete Kind sich in dem Hause des Rabbi vorfinden müsse. Sie antworteten: „Wir wissen bestimmt, daß das Gesetz den Juden vorschreibt, am Peßachabend Blut von einem Christenkinde zu genießen." Der Rath frug weiter: warum gerade der Leichnam in des Rabbi's Haus sein müsse? „Ja, antworteten Jene: der Rabbi ist der hohe Priester der Iudengemeinde und das Opfer darf nur von ihm geschlachtet werden und er vertheilt dann das Blut unter die Iudenschaft. Der Magistrat, der mit den jüdischen Gesetzen ziemlich vertraut war, wollte anfangs die Anklage ablehnen, besann sich aber dennoch, da die beiden Männer eine Haussuchung beim Rabbi dringend verlangten, und sandte einige Leute nach der Wohnung desselben, um Gewißheit über die Verhältnisse zu bekommen. Der Pöbel, der von der Ermordung des Kindes unterrichtet war, wollte aber nicht länger warten und brach vom Rathhause aus bewaffnet heulend und wüthend nach dem Iudenviertel auf. Die Juden, auf diesen Ueberfall schon vorbereitet, machten gleichfalls von ihren Waffen Gebrauch als der Pöbel herankam. Unter ihren weißen Kitteln harten sie tüchtige Knittel und wehrten sich mit diesen tapfer, und war ja einmal ein Pöbelhaufe in eines Juden Haus mit vieler Mühe gedrungen, so fand er auch nichts, was ihn belohnen konnte. Die Haussuchung bei dem Rabbi war, wie zu erwarten stand, fruchtlos geblieben, hingegen brachten die Leute, welche bei den beiden Männern Nachforschung abgehalten hatten, zum Erstaunen des Magistrats, alle von den Genossen des Rabbi angegebenen Silbergeräthe mit auf dem

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