Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- 21 auf das Jahr 5624 -1864
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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27 tagen geschlossen und von innen durch jüdische Hüter, von außen durch Stadtsoldaten bewacht. Die Häuser der Juden waren ursprünglich nur einstöckig, doch als diese zu beschränkt wurden und man ihnen Bauplätze verweigerte, setzten sie Stockwerke auf, und so entstanden allmählig die drei- und vierstöckigen Häuser, wie wir sie noch jetzt daselbst finden; von der Mauer und den Thoren stehen nur noch einige Trümmer, als Denkmale der Bedrückungen unserer Vorfahren. Als Abraham und Sarah am Thore anlangten, mußten sie erst geraume Zeit warten, denn der jüdische Wächter holte sich erst Rath und einige Mann zur Hülfe, bevor er öffnete, da es schon vorgekommen, daß unter der Maske von Juden sich Gesindel eingeschlichen und den Gottesdienst gestört oder sonstigen Unfug angerichtet hatte; als der Beistand angekommen, wurde ein Schiebfensterchen im Thore geöffnet und erst erkundet, wer die Fremden und von wo sie wären, dann endlich ließ man sie ein; die Verwunderung war nicht geringe, weshalb der Rabbi von Bacharach, als ein so fromm bekannter Mann, am Peßach reise, doch Abraham erwiederte: „In den Worten der Thorah: Gefahr vertreibt den Sabbath, liegt meine Rechtfertigung." Die Wächter ergriff große Angst, und sie machten dem Rabbi Vorwürfe, daß er zu ihnen geflüchtet und sie dadurch ebenfalls der Gefahr aussetze, doch der Rabbi beruhigte sie, da Niemand wisse, wohin er entflohen, und man des stillen Wilhelms gutes Herz kenne, so sei durchaus nichts zu befürchten. Abraham und Sarah gingen nun zur Synagoge; hier mußten sie sich trennen, er ging unten zu den Männern, wo er sich auf einen leeren Platz der Seitenbänke setzte; sie oben zu der Frauenabtheilung, und bat eine ältliche Dame um die Mitbenutzung ihres Gebetbuches, welches ihr bereitwillig gestattet wurde. Die Vorlesung der Thorah hatte schon begonnen, es wagte daher Niemand den Rabbi anzureden, und erst als