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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 217

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 217 (sequence 236)
Language
German
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melanchoKfchen^ünterton, die er hier in der Amore", fchon in Neapel begonnen, aber niemals Hauptfache verfaßt hat, fpiegeln feine Stimmung vollendet, dürfte nebenhergegangen fein. Aber wider. fchon 1506 wurde der Statthalter nach Spanien Wie lange Leone in Genua blieb, wiflen wir nicht; zurückgerufen; nun war Leone wieder fchutzlos, im Mai 1501 finden wir ihn zu Barletta in Apuer kehrte zu feinem Vater nach Venedig zurück. Unterwegs erkrankte er an einem heftigen Fieber. Schwach und hinfällig langte er bei feinem Vater an. Daß Leone fchon damals unter den Juden erben, wahrfcheinlich in der Gemeinfchaft feines Vaters. Wir erfehen dies aus einem Briefe des Königs Federigo von Neapel an die Stadtgemeinde von Barletta^3erTich im Neapler Archiv einfehen einen bedeutenden Ruf^ls^hjlofoph_genoß, durfte. In diefem Briefe datiert vom 1 o. Mai 1501, fordert der König, der nach der Vertreibung der -Franzefen-1498 die Herrfchaft über das Königreich Neapel übernommen hatte, die Gemeinde auf, demlfaak Abarbanel und feinem Sohn Leone in allem zu Dienfte zu fein „havendo noi cari Ii dilecti-nostrfBon Isach abrauanel et Maestro fehen wir aus einem Briefe des Saul Köhen von Kreta an den alten Abarbanel, in dem diefer fich nactrrten Anfchauungen des „edlen Rabbi Jehuda", der „einen merkwürdigen Weg tieffinniger Forfchung betrete", erkundigt. 1508 ftarb der alte Abarbanel zu Venedig, müde und gebrochen. Ein letztes, unmittelbares Zeugnis feiner Pcrfönlich- Leone physico suo figliolo per le loro virtü et keit, das in feiner Intimität etwas Rührendes hat dpsiderap^" <=p frgn<-ft.rirrnnr> Pr»n in i<>r.. Pminj- und auf die Stimmung des viel umgetriebenen glia in questa nostra citä de napoli a nostri servititt. Vermutlich hat Leone fich damals, dem Wunfche des Königs folgend, nach Neapel begeben. Noch einmal wurde ihm ein Sohn geboren, der aber im Alter von 5 Jahren ftarb (vgl. Elegie Vers 18-20). Die Verzweiflung und das Einfamkeitsgef ühl wurde übergroß in Leone; fo mach- Mannes ein erfchütterndes Licht wirft, finde ich in einer Notiz von David Kaufmann „Un manuscrit de Mischne tora" Revue des Etudes Juives Band 36, S. 64): Ein koftbares, illuminiertes Manufkript der Mischne Thora aus der erften Hälfte des 14. Jahrhunderts trägt an der Spitze eine Geburtenlifte, die nach altem jüdifchen Brauch in te er fich wieder auf die Reife: er befuchte feinen _die wertvolle Handfchrift eingetragen war, -fbt- Vater in Venedig, wo diefer endlich ein ruhiges Afyl gefunden hatte. Hier verfaßte er einige Widmungsgedichte zu Werken feines Vaters, die zugleich mit diefen (nämlich „Sebach Peflach", „Rofch Amanah", „Nichlath Aboth") 1506 zu Konftantinopel erfchienen. Nach Neapel zurückgekehrt, begab er fich als Arzt in den Dienft des Statthalters. Um diefe Zeit verfaßte er die mehrfach erwähnte Elegie, die feine düftere niedergefchlagene Stimmung, das ganze Elend des Verbannten und Heimatlofen und zuglereh_die meffianifche Hoffnung des gläubigen Juden auf die lebendigfte Weife zum Ausdruck bringt. Die Arbeit an feinem Hauptwerk, den „Dialoghi di gendc fall verblichenen hebräifchen Worte: „Hier in Venedig fchreibc ich dies, das Herz gebrochen im Andenken der gefegneten Tage, ich, Ifaak Abarbanel, der Gcringfte unter den Menfchcn.u Juda verfaßte ein hebräifches Gedicht auf den Tod feines Vaters, das deffen bedeutenden Eigcnfchaften ein fchönes Denkmal fetzt. Wo er fich in den folgenden Jahren aufgehalten hat, wifTen wir nicht. Es fcheint aber, daß er fich zu feinem Bruder nach Ferrara gewandt hat. Wie mir ein paläftincnfifcher Freund mitteilt, befindet fich zu Haifa in Privatbefitz eine Pcrgamenthandfchrift, datiert 1516, die die Satzungen einer Chewra Kadifcha zu Ferrara enthält. Zu den Unterzeich-

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