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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 180

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 180 (sequence 199)
Language
German
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Tüchten ficherere Abnehmer als Leifer. Leifer machte dann Gebrauch von dem ihm wohlbekannten Mittel von MeflV und Marktanzeigen und fügte diefen „einen dieTeilhaberfchaft betreffenden Abfatz hinzu, wer zum Privileg für eine Druckerei hinzutreten wolle". Da es fich um den Druck und die Verbreitung von religiöfen Büchern handelte, bewarb er fich um die Empfehlungen dreier in jener.Epoche bekannter Rabbiner, die erdann ebenfalls in den Synagogen wahrend der Jahrmärkte in järoslau, Lublin, Krakau ufw. verkünden ließ. Diefe Rabbinerempfehlung - gewiflermaßen ein Wohlverhaltenszeugnis für den „Privilegierten" - war hebräifch gefchrieben und wurde in diefer Sprache zur Kenntnis der Juden gebracht, aber den Konzeflionsakten wurde eine polnifche Überfetzung beigefügt, die überaus charakteriftifeh^md-intereffant ift . .. „Vor allen Dingen fagen wir Lob unferem allergnädigften König auf Erden wie auch dem allerhöchften König im Himmel, den Brauchen unferer Religion gemäß. Höret Juden und fehet zu! Heute haben unfere Augen wunderbar gefehen, waTGottes Gnade zu unferem Guten erreicht hat, daß Seine Hand fich für immer uns zutjeigt gemäß Beflimmung durch den Herrgott. Obfchon wir in Gefangenfchaft fein werden, fügt er es fo im Herzen des Königs, daß wir Gnadkyymijhm haben, wie wir gegenwärtig die geneigte Hand des Königs aller polnifchen Kronländer und LithauensTehiehT^ies llarken^barmherzigen, deüenTTronfeflel fich über alles erheben möge und leuchten foll wie die Sonne in alle Ewigkeiten^ daß er über jeglicheji^jlayben-^iiefeJilmJiätte, daß die Feinde unter feinen Fußtritten fallen follen, auf daß Friede feinem Königreiche werde, und feine Nachkommenfchaft ebenfalls das Königreich habe, mitfamt den geheimen Miniftern, daß fie Barmherzigkeit haben und üben mit uns Juden, und wir alle unter feinen Flügeln feien, damit wir in Frieden leben, und alles was fein Herz begehrt, daß Gott fügen möge, daß es ohne jegliche Aenderung in Erfüllung gehe, in dem von dem allergnädigften König erhaltenen Privileg eine jüdifche Druckerei einzurichten, auf daß man drucken könne Kalender,Talmud und verfchiedenc andere Bücher, die aus unferen Wiflenfchaften herftammen, alljährlich, wie fie früher in Krakau, in Lublin gedruckt zu werden pflegten, aber infolge der fchweren Zeiten ruinirt wurden, fodaß kein Zeichen nach ihnen blieb, und man fie in fremden Landen fuchen und für unfer Geld drucken laflen muß. Und jetzt haben wir gefehen, nicht blos gehört, daß das Privileg unferes allergnädigften Königs, unferes barmherzigen Herrn, in den Händen des treuen Leifer, Sohn des Ifaak, fich befindet, der durch 25 Jahre, ebenfalls auf Grund eines königlichen Privilegs, Vermittler für fämtliche Waren in Breslau gewefen war, worüber er Dokumente von allen polnifchen Kaufleuten hat, daß ihm der Herrgott auch in diefer Tätigkeit helfen möge, der für Gol§dzinow zugefagten und beftimmten DruckelreTan allen Punkten, dTe^rrran4okum«m^rrfch und genau irachWeifen kann, wie im Privileg gefagt ift. Deswegen find wir verpflichtet Gott zu preifen, daß er das Herz unferes allergnädigften Königs, unferes gnadenreichen Herrn, uns geneigt gemacht hat und durch feinen Entfchluß es erlaubt hat, daß unfere Bücher erneuert werden. Und wir Unterfertigte verfichern hiermit, unferer Religion gemäß, alles dies und belegen mit dem Banne, daß niemand es wage, Bücher in ihrem Namen zu drucken, und daß niemand in 180 >

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