Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 193)
- Language
- German
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„Lifla", daß die Namen der Druckereibefitzer und des Perfonäls verfchwiegen werden, und nur gefagt wird: „Gedruckt in der hebräifchen [zuweilen auch „und deutfchen"] Buchdrückerei",, daß es fich entweder um einen Nachdruck oder um Plagiate Heidenheimfeher Machforim oder um einen Autor handelt, deflen Verfaflerfchaft beftritten wird, oder um Gebetbüchlein für Frauen, und daß in den Liflaer Gemeindenachrichten oder Liflaer Urkunden niemals diefer Druckerei Erwähnung gefchieht, die angeblich doch immerhin vier Jahre beftanden haben foll. Es müflen darum alle diefe Drucke als Pfeudo- Liflaer und echte Dyhernfurther bezeichnet werden, deren Druckherren die Brüder Hirfch und Markus Warfchauer waren. Weshalb aber die Täufchung? Darüber können nur Vermutungen ausgebrochen werden. 1822 wurden in Dyhernfurth die berühmten Meidenheimfchen Machforim plagiirt. Zu diefem Drucke gab der Kempener Rabbiner ,R. Ifrael Jona Landau unter der Bedingung feine Approbation, „wenn andere "psTn "M" [Weife der Zeit] nur für diefes Land [Großherzogtum Pofen] ihre Zuftimmung geben werden, und nicht für ein anderes". Das Großherzogtum Pofen lag außerhalb des deutfchen Bundes. Die Länder hatten ihre Grenzen gefperrt und achteten darauf, daß keine Bücher aus einem anderen importiert werden. Es follte wohl unter^em_Pfeudonym „Lifla" die Einfuhr ins Pofenfche ermöglicht ^werden. Bei denjenigen Drucken, die hierzu nicht geeignet erfchienen, ift es vielleicht bei der Bezeichnung „Dyhernfurth" geblieben, oder es wurden möglicherweife zwei Ausgaben mit verschiedenen Druckorten hergeftellt. Wir find über diefe Vorgänge noch im Dunkef'gehalten. Auch in LifTa find im Laufe des 19. Jahrhunderts einige jüdifche Schriften erfehienen1*. Daß „Krotofchin als Druckort bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts weit und breit bekannt war", ift: irrig. Bär L. Monafch begann feine dortige Tätigkeit erft 1833, jedoch nicht „für die Bedürfnifle der polnifchen und ruffifchen Juden"17. Der angebliche Kali fcher (1828) Druck desTiabm ü" ift nach Lemberg zu verweifen". Ein iWh rra rbttpa cet ... n"btt ... b"x yiinn rrsE" "ia... wvs ds nee bis msn ix mit falfchem Druckjahr, auf blauem Papier, 42 Blatt, mit der (1909) n -8b xinn DV2 IpaS Druckermarke: Blumentopf im Kranze, ift vielleicht in den Anfang des 19. Jahrhunderts zu vcr\vcifenl!,\ Aber Kalifch in Großpolen heißt in der jüdifchen Literatur niemals cb«p fondern ftets T'bKp! In Kürze fei hier noch der anderen Druckereien aus nachpolnifcher Zeit gedacht. A. Schmädickc in Liffa druckte 1905 „Feftordnung für die-Einweihung der Synagoge in Lifla" und vermutlich gleichzeitig „Feier zum Andenken an die Verdorbenen n-eun man;" fowie „Ordnung des Gottesdienftes zum Geburtstage S. Maj. des Kaifers." In - TP^jXe4^4ruek^e-h846JW. Decker und Comp; „Revidirte Statuten . . . Kurnik", Louis Merzbach 1854 Predigten von Dr. Moritz Goldftein, 1859 Lewyfohn, Klänge aus dem Morgenlande, 1860 und 1862 mstsn nrss, 1878 Feilchenfeld, fyftematifches Lehrbuch der ifr. Religion, 1896 Abraham Cohns DircK INI. Die Druckerei beftand noch 1903. 1867 druckte Julian Schott: „Zur Einweihungs-Feier des Tempels des ifr. Humanitäts- Vereins zu Pofen", 1892 Überficht der Einnahme und Ausgabe ... nwnp man... 1891,