Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 84)
- Language
- German
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UNTERSCHEIDUNG ~ WORTE DES BAALSCHEM MITGETEILT VON DR. MARTIN BUBER, HEPPENHEIM 1. Gute und Böse -__;_ uch Abrahams J ünger kannten den Hochmut, auch Bileams Jünger /-% kannten die Demut. Aber jene hatten den rechten Hochmut, sie JLm erhoben ihr Hetzhund erkühnten sich zu den Wegen Gottes, das Große zu vollbringen, uTicTcTiese^lianen die schlechte Demut, sie er* niederten sich in ihren Augen und trauten sich nicht zu, das Gebot zu erfüllen. »Weiche vom Bösen und tue das Gute«, — dessen Sinn ist: Mache aus dem Bösen das Gute. _j:___"2. Zweierlei Gute »Der Gerechte wirXwie^fieT3alte1pahiie Blute lieiben, wie die Zeder des^— Libanons wird er emporwachsen«. Es gibt zwei Arten von Gerechten, und beide sind vollkommen, aber dies ist der Unterschied zwischen ihnen: Der eine hängt beständig an Gull und tut den ihm zugeteüten-Diensi,— deeh-ist er ein Gerechter allein für sich selber und nicht für das was außer ihm lebt; das ist, er schüttet von seiner Rechtlichkeit nicht über andere aus. Dieser wird der Zeder verglichen, von der unsre Lehrer gesagt haben, sie trage keine Früchte; denn er trägt keine Frucht, daß er andre zum "» Guten belehrte, und die Gerechten in der Welt sich mehrten, sondern - für sich selber wächst er empor und mehrt seinen Lohn. Der andere^ber— ist der Palme verglichen, die Früchte trägt; dieser wird wie die Palme Blüten treiben, das ist, er »holt Köstliches aus dem Gemeinen« und bringt zum Blühen und mehrt das Gute in der Welt. Beide sind vollkommen, aber der Palmengleiche allein steht in der großen Gnade. 3. Zweierlei Böse ■ * Da sind zwei Menschenarten. Eine — das ist der vollkommen Böse, der seinen Herrn kennt und mit dem Willen sich wider ihn empört. Die andere — das ist der Mensch, dem der böse Trieb die Augen verschließt, daß er sich ein vollkommen Gerechter bedünkt, und auch in den Augen der Geschöpfe erscheint er als ein vollkommen Gerechter. In Wahrheit aber, ob er auch unablässig lernt und betet, und sich kasteit, umsonst müht er sich, denn er hat das Haften am Schöpfer nicht und die zuver* lässige Treue nicht. Der Unterschied zwischen ihnen ist dieser: Für den vollkommen Bösen gibt es eine Heilung seiner Wunde: wenn die Umkehr sich in ihm erweckt und er mit dem ganzen Herzen zu Gott umkehrt und 70