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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 42

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 42 (sequence 54)
Language
German
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seinem Rachen steht ein Ast hervor, an dem ein einziges großes Blatt sich findet. Im vierten, oberen Felde endlich hockt, mit der Basis nach*oben, d. h> also auf dem Kopfe stehend, ein geflügeltes Fabeltier mit kurzem Leibe und mit wiederum geknotetem Schwänze; der Kopf aber, der Mens henähnlichkeit hat, weist eine nach oben gestülpte Nase. NicKfvergessen darf schließlich werden, daß auf der Innenseite des Deckels "noch einige hebräische Schriftspuren zu lesen sind, die auf einen hebräischen Inhalt des ehemaligen Bandes schließen lassen. Hannover, KestnersMuseum. BuchdeckelsInvent. Nr. 1902, 29c. Auf der Leipziger Ausstellung im Jahre 1879 ward dieser Deckel, damals P. O. Weigel gehörend, als Nr. 39 gezeigt. Martin Bollert wird ihn in r seinem Lederschnittwerk als Nr. 12 behandeln. Es ist nur noch der hintere, also der Schaudeckel des demnach ehemals wohl sicherlich hebräischen Inhalt umschließenden Einbandes erhalten geblieben; der Inhalt selber ist mit dem anderen Deckel verschwunden. Gelöst sind auch die fünf Beschläge, die unseren Deckel, der übrigens 21 x28,5 cm mißt, in den Ecken "und in der Mitte sowohl schmückten als schützten. Vorhanden sind dagegen noch die beiden EinschnappsSchließs stücke. Und sonderbar, hierbei scheint der jüdische Einbandkünstler sich dem Brauche seiner christlichen Berufsgenossen angeschlossen zu haben. Sofern ich nämlich recht erkenne, stammen beide Stücke von einem Metalls streifen, der immer wieder die beiden Worte ave maria trug, und von dem man, je nach Bedarf, die zu den Schließen nötigen Stücke herunterschnittr Hier sind, wie ich meine, das a und das v und auch der Anfang vom e noch deutlich zu erkennen. Sein Gewissen aber scheint der jüdische Künstler dadurch beruhigt zu haben, daß er einmal nur zwei avesStücke verbrauchte und daß er außerdem beide Male das v durch je drei Einschläge aus* punktiert und damit das Ganze undeutlich zu machen versucht hat. Das über einen Holzdeckel gespanixte Leder zeigt uns eine schöne Schnitts arbeit. Der äußere Rahmen weist ein Riemenmuster, während Ranke und Blattverzierung des inneren Rahmens sich auf dem gepunzten Hinters gründe recht gut ausnehmen. Noch größeres Interesse aber hat für uns das mittlere, das Hauptfeld. Hier bieten zweimal drei Medaillons uns ihren Inhalt. Und zwar zeigt die rechte Reihe, von obenüach unten gesehen, einen nach links anschreitenden Löwen, sodann eine Art Adler mit hochs aufstehenden Flügeln und als drittes ein auf den Hinterbeinen stehendes Tier, das nicht leicht einer Klasse einzureihen ist. Die linke Reihe der Medaillons beginnt oben gleichfalls mit einem dieses Mal nach rechts

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