Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 41 (sequence 53)
- Language
- German
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denburg der Schöpfer des fenbandes gewesen sein, oder hat etwa der Brandenburger Domherr den bereits vorhandenen Einband einer hebrais sehen Handschrift für sein lateinisches Manuskript verbraucht? Dann wäre vielleicht die eigentümliche Stellung der Tiere in den Medaillons aus dem hier nun schon oft erwähnten Umstände zu erklären, daß bei hebräischen Handschriften ja der Hinterdeckel die Hauptseite zu sein pflegt, und dann wäre es auch verständlich, daß der Buchblock beim Längsschnitt aus den Deckeln hervorsteht. Der Band, dessen Deckel übrigens 21,2x29,3 cm als Maß haben, gelangte im Jahre 1822 aus dem Brandenburger Dome in die Preußische Staats* bibliothek. Näheres vergleiche in meinem demnächst bei Hiersemann in Leipzig erscheinenden Berliner Einbandwerke auf Seite 7. Die Abbild düngen des Einbandes siehe ebendort Tafel X und XL Nur noch je der Schaudeckel, also ohne den Inhalt, ist uns erhalten von zwei Einbänden* von denen jedoch der erste durch hebräische Schriftreste auf der Innenseite des Deckels, der zweite vor allem auch seines Stiles wegen als sogenannte »jüdische Lederschnittarbeiten« angesprochen wer* den dürfen. Beide Einbände gehören dem XIV. Jahrhundert an. 10.' ' _ ' zzzf - " r llustrierte Geschichte desTCünstgewerbes. Herausgegeben in Verbindung mit W. Behncke... von G. Lehnert. 1. Band. Berlin 1907. Abbildung 279 auf Seite 359. Das Künstgewerbemuseum zu Köln besitzt diesen Einbandrest, der eigent* lieh mehr durch- Ritzarbeit als durch Lederschnitt geziert IstT Vorhände^ ist nur noch ein Deckel. Die übrigen Teile des Einbandes sowie der ehe? malige Inhalt sind verschwunden. Verschwunden sind auch die fünf Be* Schläge, die den noch vorliegenden Deckel geschmückt haben, ebenso wie die beiden Schließen. Die Maße des erhaltenen Deckels sind 20 * 28 cm. Was den Schmuck dieses Deckels angeht, so ist der schlichte Rahmen durch einen ^Streifen, gebildet, der von je zwei parallelen Linien eingefaßt wird^einfache kle4ne^Kr^islninzcn sind in diesem Baiidjtv^eichem Ab* ~ stände hintereinander eingeschlagen. Das Mittelfeld wird durch zwei dia* gonale Balken, die in der Mitte durch eine dritte Linie geteilt und durch die gleichen Kreis punzen verziert sincj, in vier Felder geteilt. Im unteren Felde hockt ein nackter Mann mit breiter Nase, dessen Linke eine Art Pinienzapfen vor die Scham hält. Das.linke Seitenfeld zeigt einen liegenden Vierfüßer mit einer Art Kuhkopf; der über die Maßen lange Schwanz dieses Tieres ist in der Mitte geknotet. Im rechten Seitenfelde sieht man Wr drachenähnliches Tier, dessen Schwanz gleichfalls geknotet ist; aus 41* .