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Soncino-Blätter · 1925-01-01 · I. Band 1925-1926 · p. Seite 28

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Journal
Soncino-Blätter
Volume
I. Band 1925-1926
Date
1925-01-01
Page
Seite 28 (sequence 34)
Language
German
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Die Thorarölle, welche jeder besitzen sollte und sehr viele auch besaßen, hat das jüdische Volk zur Achtung und Liebe des Buches überhaupt erzogen. Diesging auch auf die Bekenner des neuen Glaubens über, welche sich ja vorerst aus Juden rekrutierten. Jeder Christ sollte gleichfalls eine Bibel besitzen und in ihr eifrig lesen. Der Inhalt wie die Form der Gesetzes? rolle wirkten zivilisatorisch wie kein profanes Buch und kein anderer ^eisti^er Faktor. In der Buchliebe wie in der Leselust aller modernen Völker lebt noch unbewußt und unbemerkt ein Körnchen jener Wirkung, welche einst von der Thorarölle und von den Vorschriften zu ihrer Herstellung ausgegangen ist. In unvergleichlich höherem Maße ist dies natürlich bei den Juden der Fall, deren einziges Wahrzeichen bis auf den heutigen Tag die Thorarölle, das »Sefer«, das Buch schlechthin ist. In all den nnstern Jahrhunderten war es die Thorarölle, welche die hebräische Schreibkunst auf der Höhe hielt und die Kunstschreiber nicht aussterben ließ. An der hebräischen Kallis graphie gebührt der Hauptanteil dem »Gesetz über das Schreiben der Sefer Thora«. Das Sefer war Muster, Ziel, Ideal des Schreibers, der andere Bücher, wenngleich nicht mit der Andacht, so doch mit der Schönheit der Thora* rolle zu schreiben bestrebt war. Die alten Freunde des hebräischen Buches schöpften gleichfalls ihreRnrhliehe nur, der Liehe zur Thora und ihrer sinn;; Talligen Erscheinung, Mögen nun die neuen »Freunde des hebräischen Buches« zu Beginn ihrer Tätigkeit ihren Blick zu jenem Buche erheben, aus welchem letzten Endes jedes hebräische Buch hervorgesproßt ist, zü jener altehrwürdigen Buchrolle, welche den Jahrtausenden getrotzt und als einzige überlebende Vertreterin der alten Bücherwelt dasteht. Aus ihrem ewigen Bestände wollen wir Mut und Begeisterung, Ausdauer und Festig* keit zur vollen Erfüllung unsereHdealerrAufgaben schöpfen, den" alten Freunden des hebräischen Buches stets neue zu werben. jfc'J'VW ltr»v:f>>p'4>f>\r>tel>'3 pCPp^'O» ' .'■>_. ' _1^--- -—- Druckerzeichen des MARCO ANTONIO GlUSTINIANI aus ISRAEL (ISSERLEIN) ASCHKENASI, P'SAKIM U.K THAWIM VENEDIG 1546. 28

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