Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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- Homer 1× ep/1025156
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Wenn wir alle Anweisungen zur Herstellung eines Sefer überblicken, so können wir konstatieren, daß sie samt und sonders einerseits der Dauer* haftigkeit und Korrektheit, andererseits der Lesbarkeit und Schönheit des Buches dienen. Starker Schreibstoff, dauerhafte Tinte, gleiche Kolumnen, §erade Zeilen, regejntäßige Schrift, erkennbare Worte undBuchstabcn, keinchrelbfehler— ein Buch daueÄaft2jchöiju:u^ korrekt, eine LTisT^ulesenTT uneLda^Buch ward auch^eiesenTctennfast jeder Jude besaß ein Exemplar. Es gibt keine Schreiberzunft, die so ausführlicheund entsprechende Schreib? regeln geschaffen hätte wie die jüdische Thoraverehrung. Die Schreibregelnr^- welche Gesetzeskraft besitzen^sicherten die-i^oTifbrmitat der Exemplare und die Unveränderlichkeit des Schrifttextes. Kein altes Buch, weder Homer noch die Evangelien, haben einen sicherenText, einen solchen zeigt nur die Thora, deren Text seit mindestens 2000 Jahren keine Alteration er* litten hat. Ein unkorrigiertes Buch darf nicht länger als 30 Tage geduldet werden, aus einem solchen Exemplar dürfen Schulkinder nicht lernen, denn die Regeln galten in alter Zeit für jedes biblische Buch, nicht nur für die dem Gemeindegottesdienste dienende Synagogenrolle. Die griechische Bibelübersetzung, welche kein Thoraschreiber nach fixen Schreibregeln vervielfältigte, hat nach Ländern vier verschiedene Texttypen, während die Sefer Thora in der weltweiten Diaspora der Juden in allen Weltteilen und unter allen Himmelsstrichen ein und denselben Text hat, seit lahrtausen* den bis auf den heutigen Tag. Auch Schriftcharakter und äußere Gestalt zeigen nur ganz geringe Verschiedenheiten auf, welche nur der Fachmann erkennt. Die Buchgeschichte kennt kein zweites Beispiel. Der Synagogen* rolle hat auch die Erfindung der Buchdruckerkunst nichts anhabejikönnen._- £He Synagogenrolle is^noch heute em antikes BuchTein mit Tinte ge* schrieoenes Buch in Kolumnen mitliniierten Zeilen und in Rollenform ohne Buchtitel und ohne Abschreibernachschrift. Zudem\ ein Prachtexemplar nach innen und außen — kein Ghettobuch. Keine der vielen Buchrollen der alten Welt, welche der ägyptische Boden in den letzten Jahrzehnten wiedergegeben oder die anderswo gefunden worden, können auch buch? technisch einer Synagogenrolle an die Seite gestellt werden. Unter diesen Papyrusrollen befindet sich ein Fragment, das mit Recht als »Dorfbibel« bezeichnet wurde, bei der Thora kann von Stadt* und Dorf bibel nicht die Rede sein, denn jede Synagogenrolle besitzt die Vorzüge eines sorgfältig geschriebenen schönen Exemplars, Die Thörarolle hat auch auf die Her* Stellung der heiligen Schriften der Bekenner derTochterreligionen des Juden* tums eingewirkt, es. fehlte aber die strenge Konsequenz wie auch die all* gemeine Intelligenz, wie sie bei den Juden existierte. DieSeferThora ist ebenso ein Wahrzeichen jüdischer Frömmigkeit wie jüdischer Intelligenz. " 27