Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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aber vor dem antiken librarius die fertige Rolle lag, die er beschriften wollte, schreibt der Sofer, sein einziger überlebender Repräsentant, stets bloß auf ein Blatt, welches dann an die bereits fertigen Blätter mittels ge* weihter Tiersehnen angenäht wird. Das beschriebene Blatt darf nicht auf die Schriftseite gelegt werden, was eine Geringschätzung wäre, sie soll viel* mehr durch ein auf dasselbe gebreitetes Tuch geschützt werden. Vom ersten und letzten Blatte bleibt ein entsprechendes Stück unbeschrieben, so cteß beim Zusammenrollen auswärts das leere Stück die Rolle umwickelt. Die Anforderungen, die an den Thoraschreiber gestellt werden, gelten auch für den Korrektor. Der ThoraschreiberMst also Schreiber und Kor? rektor in einer Person. Er korrigiert seine eigene Arbeit, aber auch sonst schadhaft gewordene Exemplare, indem er Risse, Löcher mittels Pergas mentlappen, Nähen usw. nach fixen Vorschriften ausbessert (rrup). Ein unkorrigiertes Buch durfte man nicht länger als dreißig Tage im Hause halten. Verblaßte Schrift wird durch den Korrektor aufgefrischt. Wenn die Schrift verwischt worden ist, 85 Buchstaben aber noch lesbar blieben, behält das Buch seine volle Heiligkeit, korrigiert aber darf ein stark fehler* haftes Buch nicht werden. Hat der Scfrreiber einen Vers von vier Zeilen ausgelassen, oder es geht ein Riß durch ebensoviel Zeilen, so ist der* Schaden nicht gutzumachen; das betreffende Blatt muß entfernt werden. Ebenso verhält es sich mit einer Thorarolle, in welcher sich auf jeder Kolumne vier Fehler finden, gleichviel welchen Charakters diese Fehler sind: wenn also auch nur vier Buchstaben an vier Stellen fehlerhaft sind, muß eine solche Rolle dem Gebrauche durch »Verbergen« entzögen werden. In alter Zeit gab es Musterkodicest aus denen die Ahschrifterugenom^ men oder bereits fertige Thorarollen korrigiert wurden. Es existiert aber keine einzige mehr, nur die Namen sind noch bekannt. Aus einer solchen Musterrolle schrieb Maimonides eine Thora für sich ab, um die Pflicht »Jeder Jude muß eigenhändig eine Thora für sich abschreiben« zu erfüllen. In seinem Gesetzbuch hat dann Maimonides in einem eigenen Abschnitt alle auf die Anfertigung einer Sefer Thora bezüglichen Regeln lichtvoll zusammengestellt und dadurch auf die Folgezeit den größten Einfluß aus? geübt. Zum Schluß stellt er 20 Bedingungen für die Heiligkeit der Sefer Thora auf, von welchen das Fehlen jeder einzelnen das Exemplar zur Vor* lesung beim Gottesdienste unbrauchbar macht. Es sind dies die folgenden: L Wenn die Thora geschrieben ist auf der Haut eines unreinen Tieres. 2. Wenn sie geschrieben ist auf der Haut eines reinen Tieres, welche aber nicht bearbeitet ist. 3. Wenn das Fell nicht zum Zwecke einer Sefer Thora, also ohne Inten* "~ tion, bearbeitet.wur4e. ~-~ r25