Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3983568-8587096--017-3983584- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
D I E F'Ä l T Li E S O N C I N O ... : ' ' '.'"*■ < , VON PROF. DR. A. T REIMANN, FRANKFURT A, M. -s I oncino?Gesellschaft nennt sich unsere Vereinigung der Freunde des jüdischen Buches. Sie knüpft mit diesem Namen an die Drucktätig? keit der Zweige der Soncinaten an, die im letzten Viertel des 15. und der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Kunst des hebräischen Büchs: drucks in einer bis auf unsere Tage hoch nicht erreichten Vollendung aus? übten und mit Recht das Lob ihrer Zeitgenossen wie der Nachwelt ernteten. Wer könnte sagen, wie sich das Studium unserer Literatur ohne ihre Tätigkeit entwickelt hätte. Sit haben dazu beigetragen, Bibel undTalmud? kenntnis in größeren Kreisen zu verbreiten. Insbesondere sind die von ihnen hergestellten 23 Talmudtraktate, die in den Schulen studiert wurden, mit Kommentaren versehen, die dem Studium des Talmuds Richtung ge geben haben. Die von den Soncinaten mit Mühe und großem Kosten ^fiirwlnctliellselj^s^ -^heute kurzweg die Tösafof genannt — wurden von Späteren bearbeitet, und auf ihnen fußen manche ihrer Ent? Scheidungen. Noch bis zum heutigen Tage harren manche Tosafot? Sammlungen, die doch auch in den Talmudschulen studiert wurden, der Veröffentlichung. Viele sind überhaupt nicht mehr erhalten. Was vom; Talmudv gilt, ist in noch höherem Maße bei weniger studierten Werken" der Bibelexegese und der schönen Literatur der Fall, die nur durch die Tätigkeit der Soncinaten auf uns gekommen und von denen Handschriften nicht mehr vorhanden sind. Daher ist das Lob, welches das hervor? ragendste Mitglied der Familie Soncino auf dem Titel des grammatischen Werkes Michlol sich und seinen Vorfahren spendet, vollberechtigt:, »Und "Er, gepriesen sei er, möge herniederströmen lassen von der Fülle seiner Huld auf den, der seiner Gnade harrt und sie erhofft, und mich leiten in Treue und mich lehren, wie er mich seit den Tagen meiner Jugend von Erfolg zu Erfolg geführt; ich suchte und fand Bücher, die seit jeher * * j <, •* 9