Soncino-Blätter
- Journal
- Soncino-Blätter
- Volume
- I. Band 1925-1926
- Date
- 1925-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 13)
- Language
- German
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\ - J *' -.1 ■ _ * . - - - I - -; viel Orten der Erde deren wir vergessehrwäthst das Geschlecht der neuen Leser Heran, ist schon am Werke, ist da: wo das Buch, sei es von Karl Marx oder anderen, wieder Grundriß des Lebendigen wird, wo der Leser nicht mehr em Nicjits*als?L^ estimmtjmdSmeirWerktag heiligt. Und es müßte sehr sonderbar zu« gehefvwemTnicht das Buch der Bücher, Biblia, das ist die ganze Heilige Schrift, auch wieder Macht gewönne über den Menschen, und neue Mit« teilung brächte an die Seele des Juden. Darum ward diese Gesellschaft und diese Zeitschrift gegründet zur Pflege des jüdischen Buches, des Buches überhaupt. Die Herstellung des Buches, das Erheben seiner Gestalt zum Rang eines Dinges, das in seinem Äußeren sein Inneres anzeigt, ist ja mehr als irgendein Ästhetizismus. Das Ästhetische als seelengestaltende Macht, darüber lese man Friedrich"Schiller. Die Verkommenheit eines Zeitalters: aus der Gestalt seiner Bücher ist sie ablesbar. Werkhaite2Vollkojnmenne4#r di vollendete Gewissenhaftigkeit und Gediegenheit in der Herstellung eines Gegenstandes, ist eine Ausdrucksgeste des Geistes selbst, symptomatischfürGeist und Volk. Als diejuden den vollen Heroismus hatten, für das Jude* sein sich schlachten zu lassen zu Tausenden, am Rhein und in Frankreich, in Franken und Burgund, waren ihre Bücher von der vollkommensten Schön? heil — ausgemalt und herrlich gedruekt,Jede Seite im Ebenmaß, Zierat -und Schmuck auf den Titeln und Initialen, atmend mit den Zwischen* räumen der Zeilen und den breiten Rändern, im Schmuck von Schwarz und Weiß erschöpfend gestaltet wie der Tallith. Und darum, weil es kein Außen gibt ohne Innenwirkung! keine Schönheit ohne die potentielle Kraft zur Erhebung, ist die Gestaltung des jüdischen Buches die Bereitstellung von Helfern zur Erneuerung der Seele. Der Volksgeist bedient sich wun* derbarer Mittel zur eigenen Neuaufrichtung: unter anderem auch der mos dernen Bibliophilie. Die Regeneration des Hebräisch, die niemand mehr leugnet, die Neuaufrichtung des Juden als menschlich vollständiger Gestalt nach der Überintellektualität des neunzehnten Jahrhunderts unddsnaiiainstatu nascendi nach_dessen wütiger AtomisierungTdre beic^s ciasarbeitende Palästina Ist: all das erlaubt, an die Wiedergeburt des schönen jüdischen Büches zu gehen. Das Schöne ist verleumdet — wir wissen, wie sehrl Hat es nicht für den Juden fast — und nur für ihn? — das gute Gewissen ein* gebüßt? Ist nicht das LeidMer Welt und das höchst willkürliche und recht* los*unbegründete Elend der Menschenmassen ein fürchterlicher Einwand . ' .:. .: 7 . \.