Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 16 (1938)
- Issue
- 10 (1.10.1938)
- Date
- 1938-10-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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mbrgJNr.1t IBdlrcht OwfadGbtott Wr di« SynagogM-OMtofiidat! In Pra«Smi/NorddMrtsdilan«l 1. Oktebnr 11U Ach, diese Mauer morscht schon wie Felsen, Den tausendjähriger Strom bespült; Die Vögel mit rohen, faltigen Hälsen Hocken, in Höhlen verwählt. In den Gewölben rieselnder Sand, Kauernde Echsen mit sprenkligen Brüsten — Ich möcht* eine Forscherreise rüsten In mein eigenes uraltes Land. Ich kann das begrabene Ur der Chaldäer Vielleicht entdecken noch irgendwo, Den GöUcn Dagon, das Zelt der Hebräer, Die Posaune von Jericho. Die jene höhnischen Wände zerbliea. Schwärzt sich in Tiefen, verwüstet, verbogen; Einst hab* ich dennoch den Atem gesogen, Der ihre Töne stieß. Und in Truhen, verschüttet vom Staube, Liegen die edlen Gewänder tot, Sterbender Glanz aus dem Flügel der Taube Und das Stumpfe des Behemot. Ich kleide mich staunend. Wohl bin ich klein, Fern ihren prunkvoll mächtigen Zeiten, Doch um mich starren die schimmernden Breiten Wie Schutz, und ich wachse ein. Nun seh’ ich mich seltsam und kann mich nicht kennen. Da ich vor Rom, vor Karthago schon war, Da jäh in mir die Altäre' entbrennen Der Richterin und ihrer Schar. Von dem verborgenen Goldgefäß Läuft durch mein Blut ein schmerzliches Gleißen, Und ein Lied will mit Namen mich heißen. Die mir wieder gemäß. Himmel rufen aus farbigen Zeichen. Zugeschlossen ist euer Gesicht: Die mit dem Wüstenfuchs scheu mich umstreichen, Schauen es nicht. Riesig zerstürzende Windsäulen wehn. Grün wie Nephrit, rot wie Korallen, Ueber die Türme. Gott läßt sie verfallen Und noch Jahrtausende stehn. Gertrad Chodziesner (Aus dem Gedichtbande: ^Die Frau und die Tiere44. Jüd. BuchverL Erwin Löwe, Berlin.) Offene Auslandsstellen (zur Vermittlung genehmigt durch das Landeearbeiuamt Brandenburg) 1. Eine Firma in Kanada sucht: a) 2—3 jüdische nachweislich technisch gründlichst durchgebildete Fachkräfte (keine Konditoren) für feine Biskuit* und Konfekt-Herstellung. b) eine jüdische nachweislich technisch gründlichst durchgebildete Fachkraft für die Herstellung billiger Süßigkeiten. Alter 30 bis höchstens 40 Jahre. Die Einwanderungsformalitäten sollen durch die Firma erledigt werden. Be* Werbungen sind in deutscher und englischer Sprache einzureichen. 2. Eine Firma anf den Fidschi-Inseln sucht: a) jüdische Pastetenbäcker und Bäcker, b) jüdische Motormecbaniker. 3. Eine Firma in Venezuela sucht einen jüdischen perfekten Möbeltischer, der mit allen vorkommenden- Arbeiten vertraut ist. 4. Eine Firma in Paraguay sucht einen perfekten selbständigen jüdischen Bonbonkocher. Anfangsgebalt 120 moneda argentina. Die Stellung ist ausbaufähig. 5. Eine Firma in Brasilien sucht einen jüdischen 8teindrucker, der Kenntnisse von Andruck, Umdruck und Maschine hat. Lithographische Kenntnisse erwünscht, nicht Bedingung. 6. Für Panama wird gesucht: Eine jüdische Gouvernante und Kinderpflegerin in ein gutes jüdisches Haus, ringlisch oder Spanisch erforderlich. Gehalt zwischen 10 und 15 % bei freier Station. Späterhin mehr. Die Bewerbungen sind möglichst in englischer Sprache abzufassen. Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier, Lebenslauf, Zeugnisabschriften und Paßphoto werden ausschließlich durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 68, Lindenstraße 48/50, weitergeleitet. Bewerbungen auf gewöhnlichem Papier werden nicht mit Luftpost befördert. Die Staatsangehörigkeit ist wegen der Verschiedenartigkeit der Eidreisebeatimmungen in jedem Fall anzugeben. Die Bewerbungen bitten wir nur schriftlich an uns einzureichen und adressierte und für das Inland frankierte Briefumschläge für Rücksendung beizufügen. Der Vorstand des Hfllmrüaa der Jeden in Deutschland sicht sich zu folgender Warnung gezwungen: Der außerordentlich starke Asswandentngsdrang und die zur Zeit beschränkten EinwanderengsiSg- Hchkeiten haben in steigende« Maße dazu geführt, daß von geschäftlich interessierter Sehe Wege gewiesen werden, von denen es ztmt mindesten zweifelhaft ist, ob sie sn eine« dauernden Aufenthalt im Einwanderungslande führen. Ueberdiea werden für den Nachweis solcher Wege häufig Beträge gefordert, die weder durch die anfgewandte Mühe, noch durch den Wert der Gegenleistung für den Auswanderer gerechtfertigt sind. Es liegt deshalb i« dringendsten Interesse jedes Auswanderers, vor Eingehung irgend welcher geschäftlicher Verpflichtungen die zuständigen Beratungsstellen des Hilfsvereins aufzusuchen. Hierdurch wird sowohl de« Interesse des einzelnen Aaswanderers selbst gedient, wie auch der Erhaltung einer Beglichst groben jüdischen Gesamtaoswandcnittg auf lange Sicht. Meine Damen! (Frfindung! fivjr 3Vjr Wunfcl) txmrde ■ f WirMicfyheit Immer unverändert schöne Linie bei Jeder Bewegung und Jeder Körperhaltung durch mit der neuqt jDeqcnc '.akmlklalMad. Wemwpet Unverbindliche Anprobe bi allen Geschäften von reumann; OMr Md Gakr. erat kl aasige. Fabrikat Garantie, zuvorkommende Bedienung, franke Baas. Fraapaktn hastaaleet mhaMeefclneavertreter Ludwig Bssrwald M. d. J. G. IIILIN CS Ale xaaJer.tr. SS. Tel. fl II Sl Dresdner SimttSysteme fürall. Sprachen, Gelegenheiten SX? 121211 Berlin W15 Lndw1gkirdi.tr. 7 Hanfe Tcsttwarcn Trikotzgen, KonfektionJCnrxwxien, gzaze WzrenUger aowie RastbeaUade pegea aelarüfe Kaaae Berlin C2JUiaer-WUb.-StrA.USl U UnverbindL Beaadt zndi außerhalb mobel“ °*"*rll„*° Sptos.«* &Uth.SWL-, Hemaa.3S0-*. UA. 12&-. CwL 75.-, SaMrttSS^. iakaa-, Stttatk AnzcigenoMuß de» nächsten Gemetndeblattea; Montag, 24. Oktober 1938 ALMANACH DES SCHOCKEN VERLAGS AUF DAS JAHR 5699 196 Seiten Kleinoktav mit mehreren Abbildungen und einem hebräischdeutschen Kalendarium Broschiert 60 Pf. Mit fünfundzwanzig Beiträgen von S. J. Agnon, LeoBaeck, FritzBaer, Erich Brauer, Martin Bober, Nachnm N. Glatzer, Heinrich Heine, Otto Hirsch, S. D. Luzzatto, Alfred Mombeit, Franz Bosenzweig, Ernst Simon, Ludwig Strauß, Manfred Sturmann, Engen Tiubler, Karl Wolfskehl, Moritz Zobel und anderen. Darunter: Alte und neue hebräische Dichtung, rab* biniseke Literatur, Jüdisch-Deutsches, Historisches and Volkskundliches in Übenetzungen und Mitteilungen von : N. N. Glatzer, Guido Erich Loewen* thal, Franz Bosenx^eig, Moritz Spitzer, M«» Wiener, und Kurt Wilhelm. Ferner - umfangreiche statistische Tabellen von_ A. J. Phiebig: Juden in Deutschland; Palästina; Jüdische Oberseewanderong. < Im Anhang ein Gesamtverzeichnis der Verlagswerhe im Herbst 1938 i SCHOCKEN VERLAG JÜDISCHER BUCHVERLAG* BERLIN 11