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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1938-07-01 · 7 (1.7.1938) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
16 (1938)
Issue
7 (1.7.1938)
Date
1938-07-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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li.MrgJWr.7 Siwih ihtli 1.MM9S8 Zweimal Palästina in denen die Vcmigrniindtrwnc über des Kihne« einer »gcmcnrwm Lebensführung oder de« refelnjtifea C«<Ufts7erifkn bm«o»f«irt Von besonderer Bedetstaug für »Be jüdischen Gewerbetreibenden r*t ferner die Dritte Verordnung zan Reiebsburgergesetz vom 1 L Jani W38. Sie ree eit zaniekst endgültig die Frage, wann ein Gewerbebetrieb als jüdisch angesebeü wird. Nack diesen Be« Stimmungen gilt eine offene Handelsgesellschaft oder eine Kommanditgesellschaft dann afft jüdisch, wenn ein oder mehrere persönlich haftende Gesellschafter Joden sind. Der Gewerbebetrieb einer juristischen Person wird dann als jüdisch angesehen, wenn einer oder mehrere von den zor gesetzlichen Vertretung berufenen Personen oder eines oder mehrere von den Mitgliedern des Aufsirhttrat» Juden sind, und ferner, wenn Juden nach Stimmrecht mit mehr als der Hälfte oder nach Kapital mit mehr als einem Viertel beteiligt sind. Außerdem wird ein Gewerbebetrieb auch dann als jüdisch angesehen, wenn er tatsächlich unter dem beherrschenden Einfluß von Juden steht. In dem Artikel II der Verordnung wird vorgenchrieben. daß die jüdischen Gewerbebetriebe in ein Verzeichnis eingetragen werden sollen. Die Eintragung von Betrieben, an denen Juden fremder Staatsangehörigkeit beteiligt sind, bedarf der Genehmigung des Feichswirtschaftsministers. Die Eintragung in da« Verzeichnis wird von der Behörde verfügt. Gegen eine solche Verfügung, die dem Inhaber des Gewerbebetriebes zugestellt wird, kann dieser binnen zwei Wochen Beschwerde ein legen. Einsicht in das Verzeichnis ist jedermann gestattet. Listen oder Zusammenstellungen jüdischer oder nichtjüdischer Gewerbebetriebe dürfen nur nach Maßgabe dieses amtlichen Verzeichnisses angefertigt werden. Der. Artikel III'der Verordnung ermächtigt den Heichswjrtsrhaltsminister zu der Anordnung, daß Gewerbebetriebe, die in dem Verzeichnis der jüdischen Gewerbebetriebe eingetragen sind, von einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt ab ein besonderes Kennzeichen führen müssen. * Leber die erweiterten Schutzvorschriften für jugendliche Berufstätige in dem neuen Zwal Zeitalter auf alnam Bild« Ein kn Heiligen Land alltäglicher Anblick — «ehr zum Nachdenken 'W» - ’ AN-Jervtaleoi Durchblick an der „Churva", älteste Synagoge der Stadt Jugendschutzgesetz wurde bereits in Nr. 6 dieses Blattes berichtet. Nachzutragen ist hierzu noch, daß zwar das Jugendschutzgesetz erst am 1. Januar 1939 in Kraft tritt, daß aber die Bestimmungen dieses Gesetzes über die Urlaubsdauer für Jugendliche schon vom 2. Mai 1938 ab Geltung haben. Nach diesen Bestimmungen hat jeder Jugendliche für jedes Kalenderjahr, in dem er langer als drei Monate ununterbrochen in Mit unerbittlicher Regelmäßigkeit reißt der Tod aus der sich immer mehr lichtenden Reihe berühmt gewordener, geistig hervorragender jüdischer Persönlichkeiten Menschen heraus, die wir liebten, und die •icb mit ihrem Lebenswerk ein Stückchen Unsterblichkeit errungen haben. Vor kurzem starb. Alice Berend, die große Humoristin, die viele Jahre hindurch hier die gelesenste Schriftstellerin war. Wirkliche Humoristinnen sind unter Frauen selten — Alice Berend war zudem noch eine echte Dichterin, die als Erbteil berühmter Ahnen die lachende Träne im Wappen führte. Ihre Romane wie z. B. „Die Bräutigame der Babette Bomberling“, „Frau Hempels Tochter44, „Spreemann & Co.44 'waren in Riesenauflagen, in hunderttausenden von Exemplaren, verbreitet und haben unzählige Menschen durch ihre Heiterkeit über manche Nöte des Lebens hinweggetröstet. Ihre Werke bestechen nicht nur durch geistreichen Scherz und treffende Satire, durch gesunden Realismus und prächtige Beobachtungsgabe, sondern vor allem durch vjel Weltweisheit und Nachdenklichkeit. Oskar B i e war vielleicht Y der letzte große Universalgelehrte unserer Zeit. Er war Professor der Kunstgeschichte, darüber hinaus Musiker von Rang, glänzender Pianist, jahrzehntelang Herausgeber der „Neuen Rundschau44, Förderer vieler Talente, der über das Wesen, die Geschichte und die Philosophie des Liedes, des Tanzes, der Oper und der Kunst volkstümliche, aber Aufbau Ein Siedler zimmert sein Heim Fot. (3): Sonnenleld einem Lehr- oder Arbeitsverhältnis tätig gewesen ist, Anspruch auf einen Urlaub und auf Weiterzahlung seiner Bezüge wahrend des Urlaubs. Die Mindestdauer des Urlaubs beträgt für Jugendliche, die noch nicht 16 Jahre alt sind, 15 Werktage, für Jugendliche, die über 16 Jahre alt sind, 12 Werktage. Der Urlaub soll möglichst zusammenhängend in der Zeit der Berufsschulferien gewährt werden. Dr. H. N. zugleich wissenschaftlich gründliche Werke verfaßt hat. Niemand, der diesen Künstler dozieren gehört hat, wird seine Art und den wundervollen Gelehrtenkopf mit dem wallenden weißen Haar je vergessen können. Eduard Heilfron, der Jurist, war ein pädagogisches Genie; er hat eine Fülle von Lehrbüchern geschrieben, die ganzen Generationen von Juristen gar trefflich gedient haben. Seine Bedeutung war größer. Er hat Brücken von der Rechtswissenschaft zur Kultur und Kunst zu schlagen versucht und als einer der ersten in bedeutsamen Büchern diese Grenzgebiete seines Faches auch für den interessierten Laien gangbar gemacht. Diese drei Toten waren Kulturträger im schönsten und höchsten Sinne des Wortes. „Wir werden sobald nicht ihresgleichen sehn.“ D. Gefäß und Inhalt Rabbi Josua ben Chananja war von häßlicher Gestalt, doch sein Geist und sein Witz ließen dieses Aeußere bei allen, die ihn näher kannten, vergessen. Einst neckte ihn die Tochter des römischen Kaisers, der sein geistreiches Gespräch viel Vergnügen machte, wegen seiner Häßlichkeit. — „Wie kann“, sprach sie, „in einem häßlichen Gefäß die Weisheit., glänzen?“ — ,£age mir“, entgegnete Josua, „in welchen Gefäßen verwahrt dein Vater seine besten Weine, in irdenen, J Drei Toten zum Gedächtnis 8

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