Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 16 (1938)
- Issue
- 1 (1.1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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1i X»g./Nr. 1 XMischeg Gemeledeblett fSr di« Sy»agog*«-G*in*lnd«tt in PreeSen/Nordd—tschlned 1. I«i 1911 Amtsjubliaum Leo Baedc Bei Abschluß des Jahres 1937 ist Leo B a e c k ein Vierteljahrhundert Rabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Es bedarf kaum einer näheren Begründung für die Feststellung, daß dieses Amtsjubiläum kein Ereignis von nur lokaler Bedeutung ist. Leo Baeck ist seit vielen Jahren eine der führenden Figuren des Judentums in Deutschland. Von den Menschen, die im jüdischen Lehen hervortreten, dürfen wir niemals die Träger der Lehre hinter denen der Verwaltung und ebenso wenig die Träger der Verwaltung hinter denen der Lehre surücksetzen, denn beide sind gleich nötig für Bestand und Wirksamkeit des Judentums. Voller Segen zeigt sich jedoch immer dann, wenn beide Seiten des Judentums in einer Persönlichkeit vereint sind, wie in dem Manne, der Vorsitzender des Allgemeinen Rabbiner-Verbandes in Deutschland und, als Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums, Erzieher einer ganzen Rabbiner- Generation, auf der andern Seite aber Vorsitzender der ZentralwohlfahrtssteHe und schließlich, seit 1933, Präsident der Reichsvertretung der Juden in Deutschland geworden ist. Rabbiner Dr. Baeck hat darum gebeten, von Kundgebungen aus Anlaß seines Jubiläums Abstand zu nehmen; deshalb sei hier lediglich dem herzlichen Wunsch Ausdruck gegeben, daß er der Judenheit in Deutschland noch lange erhalten bleibe. Prediger Rfilf sack Köln berufen Vierundzwanzig Jahre hat Herr Prediger Moritz R ü 1 f in Detmold gewirkt; von der Nachhaltigkeit und Vielseitigkeit seiner Tätigkeit gab die ergreifende Abschiedsfeier Zeugnis, die am vorletzten Chanukkatag in der Detmolaer Synagoge stattfand. Der Vorsitzende des Verbandsausscbusses der Synagogengemeinden ia Lippe, Herr Moritz Herzberg, zeichnete ein Gesamtbild des scheidenden Seelsorgers und rühmte besonders dessen Verdienste auf dem Gebiete der archivalischen Erforschung der Geschichte der Juden in Lippe. Namens der Synagogengemeinde Detmold sprach deren Vorsitzender, Herr Eduard Kaodtrs, tief empfundene Abschiedsworte, denen sich namens der jüdischen WohUahrtsstellcn Herr Albert E i c h m a n n anschloß. Den Dank für die Betreuung der Detmold benachbarten Kleingemeinden stattete Herr Sondersmann (Horn) ab; zugleich wurde Herrn Rfilf namens des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden die Abravanelplalcette feierlich fiberreicht. Namens der ehemaligen und fetzigen Schüler sprach Herr Fritz Herzberg, und es war sin crschütterndsr Augenblick, alt der einstige Rechtsanwalt, nunmehrige Schlossergehilfe, seinem verehrten Lehrer einen selbstgochmiedetcn Sabbatleuchter fibergab. Als letzter Redner sprach Direktor Rosenblatt von der Gartenbauschule Ahlem, an der Rulf vor Jahren als Erzieher gewirkt hat. — Aufs tiefste bewegt, hielt Prediger Rfilf seine Abschiedspredigt, in der er für alle empfangenen Ehrungen dankte. Herr Rülf, der seine Laufbahn einst als Jugeaderzieher beonnen bat, wird nun zu dieser Tätigkeit zurückehren: er folgt zum 1. Januar 1938 einer ehrenvollen Berufung als Direktor des Israelitischen Kinderheims in ICöln. Offgnfi Auslandsstollon (zur Vermittlung genehmigt durch das Landesarbeitsamt Brandenburg) 1. Für Palästina wird ein unverheirateter, jüdischer Kochgehilfe gesucht, der in der Lage sein muß, Mannschaftsessen fflr 50 bis 60 Personen su kochen und gleichzeitig auch Brot backen zu können. Anfangsgebalt Le 4.500,— bei freier Verpflegung und Stationierung auf dem Schiff. Kenntnisse der koscheren Kflche sind nicht unbedingt erforderlich. Die Einstellung wäre zunächst probeweise. 2. Für Ecuador wird lür eine Reparaturwerkstatt ein perfekter, gelernter, ifidsscher Elektriker gesucht, der Spezialist auf Aotolicht und Zündung ist, selbständig alle Reparaturen äusffihren kann (Batterien-ReparaturenL Der BetrcHende maß in der Lage sein, eine Werkstatt allein zu letten. Werkzeugausrüstung ist erforderlich. Es wird ein Anfsngsgehalt von $ 250,— gezahlt. Fester Gesundheitszustand unbedingt erforderlich, da die in Betracht kommende Stadt fast 3000 m hoch liegt. 3. Für Ecuador wird ein tüchtiger, jüdischer Fachmann aus einer Auskunftei gesucht. Anlangsgehalt $ 250,—. Bei perfekten Kenntnissen in der spanischen Sprache erhöht sich das Gehalt. Neben der deutschen Sprache muß aber noch eine Fremdsprache beherrscht werden. 4. Für Argentinien wird für eine Preßguß-Fabrik ein jüdischer Herr gesucht, der mit dem Messingrreßgut-Verfahren vollständig vertraut ist und ein« Preßguß-Maschine ,.System Eckert-Nürnberg“ bedienen kann. Bezahlung der Ueberfahrt und gntes Gehalt werden zugesichert. 5. Für England wird zum sofortigen Eintritt ein erfahrener, jüdischer Metalldrficker gesucht, 6. Für England wird für ein Boarding-House eine junge, jüdische Haushaltsgehilfin gesucht, die alle vorkommenden Arbeiten zu verrichten hat. Gehalt gut. Eigenes großes, nettes Zimmer. 7. Für Italien wird eine diplomierte, jüdische Säuglingsschwester gesucht, die möglichst Praxis m Familienstellen besitzt. Antritt I. Februar 1938. Gehalt 300,— Lire und freie Station. Anstellnngsdauer bei Zufriedenheit ein halbes Jahr. Ausführliche Bewerbungen nur auf Luftpostdünnpapier, Zeugnisabschriften, Lebenslauf, sowie Paßphoto werden weitergeleitet durch die Jüdische Gemeinde, Berlin SW 19, Lindenstraße 48/50. Bewerbungen auf gewöhnlichem Postpapier' werden nicht mit Luftpost befördert. Eine mittelalt erliche Judenstaats Utopie Ein Philosoph, den Maimonides benutzte, und den er sehr lobte, hat unter dem Titel JDie Führung des Einsamen“ eine Art Judenstaatsutopie veröffentlicht. Die Abhandlung selbst ging verloren; Auszüge daraus haben sich erhalten; eine Vebersetzung ist von dem bekannten Orientalisten Solomon Munk veröffentlicht worden. ln der Abhandlung ist nicht von der Einsamkeit eines Einsiedlers die Rede, sondern von dem Zurückxiehen eines Einzelnen in eine Gesellschaft, als deren Glied der JZintarne“ betrachtet wird. Der ^Einsame" zeichnet sich aus durch sein Streben nach geistiger Erkenntnis und durch moralische Reinheit. Es ist seine Pflicht, sich mit den Männern der Wissenschaft zu verbinden. Da aber solche zuweilen fehlen, muß er sich zurückziehen und soll sich nur dann in Gesellschaft begeben, wo es notwendig ist. In gewöhnlicher Gesellschaft wird sich der Einsame allerdings nicht behaglich fühlen; er wird als Fremdling betrachtet und wird sich selbst als solchen betrachten. Obwohl er äußerlich an der Unterhaltung teilnimmt, verweilen seine Gedanken in höheren Re- _ gionen. Wie aber sieht die ihm gemäße Gesell• Schaft aus? Es ist eine Gesellschaft der Vernünftigen und Glücklichen, die in einem — noblen Lande“ lebt, ln diesem Lande brauchen die Menschen keinen Arzt, weil sie so mäßig leben, daß keine Unregelmäßigkeit vorkommt. Sie brauchen auch keinen Rechtsanwalt, weil die Menschen redlich und friedevoll sind. Im Rat dieses noblen Landes“ sitzen Gelehrte, und zwar nur solche, die imstande sind, aus dem Talmud selbständig Entscheidungen zu treffen. Mitgeteilt von Hilde Ottenheimer. SegeeweM« (MvWai Frau Henriette Lfipichüti, *eb. Ludtck, wird u 14. Jiiur 1938 88 Jahre. A. SCHÄFER Möbeltransport ££ r.“» Möbeltransporte, Umzüge, Lagerhäuser — Spez.: Ausland - Ubersee T«l. 867134 Oegr. 1SS1 Wilhelm Grassow Inhaber M.&J. Peyser M. d. J. G. Möbeltransport m Spedition i Lagerhäuser ■tl Sammel-Nr. 49 09 17 Vertrag*.Spediteur des Paläftina-Amt** _ lilaaf. sasiaas 1 liersee J Paul Fuss 6 Co. Inhaber Pani Fnsa Facfc.pedttenr eelt 1884 ■er M. d. J. O. (Nähe Bayariadier Platt) N*kVAmtH5*a'umnMltp Erledigung d. Formalititen u. Zollabfertigung / Umzüge unt persönL Leitung Telefon 718358 Leserees Hans Fuss « Co. mH Isaak Fass MitgL der Jüd. Gemeinde eih,br—, 1 Uawmo I Ubereee Air Mriti miiWttr aum 21 Telefon S8 «17. aat penlaHUiT Leitung SILBERSTEIN & (0. , uihzüoe NACH AUEN OSTEN DE« WEIT BERLIN SO 36 REICHENBEROER STRASSE 154 Lagerung Gepttck bei Kreierung . r 11