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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1937-11-01 · 11 (1.11.1937) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
15 (1937)
Issue
11 (1.11.1937)
Date
1937-11-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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15. JhrgyNr. 11 1. November 1937 JQcL Gemeindeblatt f. tL Synag.-Gem. in Preußen/Norddentsddand Von Sabbat zu Sabbat Schabtet „Thoi’doth“, g. November 1937. Thoravorlesung: 1. Buch Mose 25,19 bis 28,9. Haftara: Maleachi 1,1—1,14; 2,1—2,7. „Die Knaben wachten heran, Etau ibar ein jagdkundiger Mann, ein Mann det Feldet, Jakob war ein tchlichter Mann, der in den Zelten wohnte“ . . Solange tie klein waren, konnten tie an ihren Handlungen nicht unterschieden werden, und keiner achtete aaf tie, wie ihr Charakter tei; alt tie aber 13 Jahre alt wurden, da tonderte tich der eine zu den Lehrhdutern ab (Jakob) and der andere wandte tich dem Götzendienste zu (Berezehit Rabba). Isaak sprach: „Die Stimme itt Jakobt Stimme, aber die Hände tind Etaut Hände“ . . . denn Jakob spricht mit bittendem Aufdruck za feinem Vater, aber Etau sprach in befehlen- __ dem Autdruck (Tanchuma). Schabtet „Wnjdxd“, 19. November 1937. Ludwig Schwerins „Tobias“ Von Dr. Max O a bo r n. Der reizenden kleinen Mappe mit den Blättern zur Geschichte des Propheten Jonas, die Ludwig Schwerin vorm Jahr veröffentlichte, ist jetzt eine neue Arbeit des Künstlers gefolgt, die von seinem seltenen graphisch-illustrativen Talent noch vollgültigeres Zeugnis ablegt: „Das Buch Tobias, eine Erzählung in Bildern, 25 Federzeichnungen zum Text der Bibel“ (Jüdische Buch-Vereinigung, Berlin). Von den Geschichten der Heiligen Schrift, die durch die Jahrhunderte Maler und Zeichner angelockt haben, ist vielleicht keine liebevoller umworben worden als das Buch Tobias. Von Rembrandt bis zu Max Liebermann klingen seine wunderbaren Vorgänge in zahllosen Abwandlungen wieder. Schwerin geht an das Thema aus einer völlig neuen Anschauung heran. Seine Blätter bauen eine buntbewegte Märchenwelt auf, die uns. in eine zeitlich und räumlich weit entfernte Sphäre versetzt, aber zugleich ganz vertraut und nahe berührt! Wie diese Mischung zustande kommt, ist des Künstlers Geheimnis. Die Wirkung jedenfalls ist anfierordentlich. Das fromme Behagen im Hause des alten Tobias, die Wanderschaft des Sohnes mit ihren Begebenheiten und Abenteuern, die gastliche Geborgenheit bei Raguel, die glückliche Heimkehr — alles ist in einer Sprache vorgetragen, die wir sofort verstehen und die uns doch unversehens vom Alltag fortträgt Wie der Engel Raphael zur Erde niederschwebt, wie er das Tenfelsgespenst des Dämons, der die arme Sarah plagte, über Berg und Meer durch die Lüfte nach Ägypten transportiert, wie er zum guten Ende wieder in die himmlische Region zurückkehrt, eine strahlende Lichtbahn zurück lassend, das ist so naiv und dabei so zwingend dargestellt, dafi wir ganz im Fahrwasser der Legende hintreiben. Entzückend ist, was alles diesem geborenen Fabulier er einfällt, sobald er die Feder ansetxt, um sie übers Papier spielen zu lassen. Wenn der junge Tobias mit seinem Schutzgeist unterwegs ist so belebt sich-rings das Laad. Ein Flufi zieht sich mit anmutiger Biegung in die Tiefe. Städte und Dörfer tauchen an seinem Ufer auf, von der Berghöhe zur Seite grüßt eine Burg, Links im Wasser wird gerudert, daneben sind Wäscherinnen an der Arbeit. Rechts tummeln sich Bauern; «hier pflügt, andere tragen ihr Gerät fort, wieder andere ernten Kartoffeln. Das alles ist in hurtigen, feinen Strichen bingeschriebtn, als Begleitmusik zu den rüstig ausschreäteuden Gestalten, auf die es ankommt. Das Hündchen freilich nicht zu vergessen! Es spMt seine Rolle durch die ganze Folge, schnuppert, springt auf, gräbt nach, erschrickt mit gesträubtem Fell vor dem Aufschlägen des Fisches im Wasser und treibt sein munteres Wesen zuletzt bei der Heimkehr. Was aber als das Schönste in dieser prächtigen Pubäkation Schwerins gelten kann, das ist das Familiäre seiner Schilderungen, das der biblischen Erzählung so eng angeschmiagt ist Panda dies Familienmäßige der ganzen Geschickte, wir dürfen sagen: das jüdische Famtlisntmn, das ihr seinen Stempel gibt, hat zu ihrer Volkstümlichkeit entscheidend mltgewirkL Gans schlicht, ohne Uberdeutlichkeit, und ehe» darum besonders eindrucksvoll, ist die verehrende Zärtlichkeit erfafit, mit der der Sohn den Eltern gegenübersteht, mit der er den Vater schließlich von seiner Blindheit kuriert Überall werden die Figuren in Raum und Weite gestellt Um sie herum ist Landschaft, sind Häuser, Straßen, leben Men«eilen, ist vielfältiges Getriebe — aber diese Faiptte Tobias bleibt doch unter sich, eng verbanden durch ihre Liebe. und ihre Gläubigkeit vor Gott Das Epische mit dem RMwchen zu verbinden, ist selten so gut pmuen, wie in diesem stimmungsvollen Buche Ludwig Schwerins. Thora Vorlesung: 1. Buch Mose 28,10 bis 32,3. Haftara: Hosea 12,13—15; 13,1—15; 14,1 bis 10: „Jakob zog aut Beer-Schewa aut and ging nach Charan“. Der Auszug einet Gerechten aut einem Ort hinterläßt eine Spur. Solange ein Gerechter in einer Stadt weilt, itt er ihre Pracht, ihr Glanz und Ihre Schönheit, geht er aber von dort weg, to weicht ihre Pracht, ihr Glanz und ihre Schönheit (Beretchil Rabba). Schabtet „Wajisehlaeh“, 20. Nov. 1937. Thoravorlesung: 32,4—36,43. Haftara: Obadja 1,1—1,21; Hosea 11,7 bis 11; 12,1—12. Jakob sprach zu Etau: „Möchte ich doch Gunst finden in deinen Augen und möchtett du mein Getchenk aut meiner Hand annehmen, nachdem ich dein Angesicht schauen durfte“ ... et tteht dir zu, mein Getchenk anzunehmen, denn das Anschauen deines Angetichiet itt mir to wertvoll wie dat Anschauen det Engelt, den ich gesehen habe. Und warum erzählte Jakob dem Etau, daß er einen Engel geschaut habet — damit tich Etau vor ihm fürchte and tich rape, er hat Engel getehen und itt gerettet worden, nun kann auch ich ihm nichts mehr tun (Raschi). Schabtet „Wajdaehew“, 27. Novbr. 1937. Thora Vorlesung: 37,1—40,23. Haftara: Ainos 2,6—16; 3,1—8. Dies ist die Getchichte Jakobt: Josef, siebzehn Jahre alt .. . Der Name Jakobt Jst mit dem Namen Joteft verbunden morden; denn das Ziel Jakobt, um detsentwillen er Laban diente, mar Rahel, Josefs Mutter. Die Gesichttzüge Joteft ähnelten denen Jakobt. Alles was Jakob begegnete, begegnete auch Josef. Beide wurden gehaßt. Den Jakob wollte sein Bruder töten, und auch den Josef wollten seine Brüder töten u. s. f. (Raschi.) ti/utH Sie ecsi cuunat üJUc 60 JaUec alt sind A dann soütwi Sic Ihr Geld ln einer Leibrente aniegen, die Ihnen grölte Vlrk sstflr u alt! diäten Betrag bietet. 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