Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
- Volume
- 15 (1937)
- Issue
- 10 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/10279739-10021754-10021737--051-3981444- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jod. GcincindeUatt-fc d SynHg.-Gcct.tn RpMflcfa/T'foiiHuahi Jiluad f .Oktober 193f mm Syn%ögen-Gemeinde STETTIN Jüdische Winterhilfe Zum dritten Male nehmen wir die Tätigkeit für die Jüdische Winterhilfe auf. Mögen untere Arbeiten' sich segensreich gestalten und dazu verhelfen, auch in diCaem Winter Entbehrungen Jeglicher Art von Unseren in bedrängter Lagß befindlichen Gemeindemitgliedern fernzuliaiten. Groß und verantwortungsvoll ist unsere Aufgabe und die restlose Erfüllung um so schwerer, als die materiellen Grundlagen dafür sich gegen früher sehr verschlechtert haben. Es mag nur kurz darauf hingewiesen werden, wie sehr sich der Bestand unserer Gemeindemitglitder, die in der Lage sind, zu den erforderlichen Mitteln beizusteuern, andauernd verkleinert, und daß dadurch' allein sieb ein größerer Fehlbetrag ergeben wird. Im Gegensatz dazu wissen wir bereits, daß die Anforderungen erheblich wachsen werden. Wir richten daher an alle Gemeindemitglieder die dringliche Bitte, das Äußerste zu tun, um uns in den Stand zu setzen, Hunger, Kälte und Not Jeder Art von allen fern zu halten, die sich an uns wenden müssen. Uber die Tätigkeit im vorigen Winter lassen wir Ihnen wieder einen ausführlichen Bericht zugehen, aus dem Sie die vielseitigen Leistungen ersehen. Möge jeder daraus erkennen, wie notwendig es ist, sein Opfer zu bringen. Alle Gemeindemitglieder bitten wir, die ihnen Anfang des Monats zugehenden Verpflichtungsscheine baldigst ausgefertigt an uns zurückzusenden und die gezeichneten Beträge bei unserer Kasse einzuzahlen oder auf Konto J 20 bei der Iwria-Bank, bzw. auf Postscheckkonto der Jüdischen Winterhilfe Nr. 12310 Stettin zu überweisen. Wir verfehlen nicht, auf. unsere Kleiderkammer hinzuweisen mit der Bitte, auch diese in reichlichstem Maße zu bedenken, ebenso wie wir bitten, auch den Sammlern der Eintopf- und Pfundspende freudig und reichlich zu geben und ihnen das schwere Amt der Sammeltätigkeit zu erleichtern. Jeder setze sich nach seinen Kräften ein, die Jüdische Winterhilfe zu unterstützen! Sie muß und wird getingen! Beginn der" 'Jüdischen Winterhilfe am Mittwoch, dem 0. Oktober. Bosengarten Nr. 9/10, Hof part. Sprechstunden des Geschäftsführers Carl Cohn: Dienstag 11 bis 12 H Uhr. Kassenstunden täglich 10 bis 12 Uhr; für Lieferanten: nur Donnerstag 10 bis 11 Uhr. Sprechstunden der Fürsorgerinnen: Montag 15Ü bis 16X Uhr; Dienstag 11)4 bis 12)4 Uhr; Mittwoch 8)4 bis 9)4 Uhr; Freitag 814 bis 9)4 Uhr. Hilfsbedürftige Gemeindemitglieder, die bisher nicht betreut wurden, werden gebeten, entsprechenden Antrag baldigst zu stellen, und «war persönlich in den Sprechstunden, (Mer im Behinderungsfalle schriftlich. Sprechstunden für Frauenverein und Winterhilfe: Frau Ella R i e s s : Mittwoch 10 bis 11 Uhr. — Sammlungen der Jüdischen Winterhilfe im Oktober: E i ntopfspende: am 10. Oktober; Pfand- Sammlung: am 17. und 18 Oktober. Kulturbundes Im Oktober beginnen wir unsere Spielzeit Am Mittwoch, dem 13. Oktober, 2014 Uhr, findet eine Aufführung des Lustspiels „Jean“ von Bus-Fekete, das in diesem Sommer im Berliner Kulturbundtheater einen durchschlagenden Erfolg hatte, statt. Am Montag, dem 25. Oktober, 2014 Uhr, bringen wir einen Abend des bekannten Sprechers und Schriftstellers Alfred Auerbach unter dem Motto: „Jüdischer Humor aut allen Zeiten“. Auerbach trägt u. a. aus Börne und Saphir vor. Beide Veranstaltungen finden im Karchowski-Fischersehen Saale, Stettin, Friedrich-Karl-Straße 3, statt. Zu der ersten Veranstaltung erscheinen mindestens J1 Künstler, Wir sind bei der Unterbringung dringendst auf die Hilfsbereitschaft unserer Mitglieder angewiesen, zumal die Zahl derjenigen unserer Mitglieder, die uns immer wieder großzügig Quartier zur Verfügung stellen, der Zahl der erscheinenden Künstler nicht entspricht Wir bitten daher jedes Mitglied, das irgendwie in der Lage ist, für einen Tag und eine Nacht einen Künstler aufzu nehmen, dies umgehend Im Büro des Herrn Dr. Hanff, Pölitzer Str. 103 ptr. (Tel. 32002) mitzuteilen. Wir hoffen zuversichtlich, daß wir in diesem Punkt unsere Mitglieder nicht ümsonst aufrufen. Wir erinnern daran, daß die neuen Mitgliedskarten umgehend im Verwaltungsbüro der ^Synagogen-Gemeinde einzulösen sind! Hierzu ist ein.neues Lichtbild mitzubrfugen. Die neue Mitgliedskarte kostet 0,30 Rl$. Wir machen besonders dadaß eine Abendkasse, ’ken verkauft werden, n ich t wird. Die Marken sind seifig vorher an den Zahlstelrauf aufme bei der Bei tri mehr eingei also stets n len su beseba Im Zuge de r Werbeaktion, die von allem Kulturbünden X nternommen worden ist, nehmen wir auf unsere eigenen Bemühungen Bezug, den Gedanken der Zugehörigkeit zum Kulturbund auch an diejenigen jüdischen Kreise heranzutragen,, die noch nicht zu uns gehören. Wir empfehlen diesen Kreisen unter Hinweis auf die soziale und kulturelle Notwendigkeit des Bestehens der Kulturbünde nochmals, unserem Bunde beizutTeten und den wirklich bescheidenen Beitrag, den die Mitgliedschaft erfordert, zu opfern. Wer selbst verhindert ist, unsere Veranstaltungen zu besuchen, mag Patenkarten für andere Gemeindemitglieder, denen die Aufbringung des Beitrages völlig unmöglich ist, stiften. Es muß immer wieder gesagt werden, daß es Pflicht eines jeden Juden ist, dem Kulturbund anzugehören. * Wir bitten ferner die jüdische Jugend, sich zu Hilfsleistungen, z. B. beim Ordnungsdienst während -der Veranstaltung und bei Vorbereitungsarbeiten zu ihnen, zur Verfügung zu stellen. — Meldungen — am besten schriftlich — bitten wir unter Angabe des genauen Alters und der Anschrift an Herrn Dr. Hanff, Pölitzer Straße 103, einzureichen. Wir beabsichtigen, denjenigen Jugendlichen, die uns ständig helfen, Patenkarfen zu gewähren. Jüdischer Kulturbund, Stettin. Gemefatdliekes Bthhngswesea. Herr Rabbiner Richter beginnt am Dönnerstag, dem 28. Oktober, einen Vortragszyklus über „Die Propheten und wir“, der an den folgernden Donnerstagen fortgesetzt wird. Die Vorträge finden in den Räumen Schillerstr. 5, ptr. r., unentgeltlich für unsere Gemeindemitglieder statt und beginnen pünktlich um 20)4 Uhr. FartMMungakwssa für JMiseke Ärzte. Die Fortbildungsvorträge im Sommerhalbjahr fanden ihren Abschluß in einem Kursus, der bei guter Beteiligung am 19. September 1937 in Stettin abgehalten wurde. Das- Programm . des kommenden Winterhalbjahres wird systematisch sämtliche Gebiete der Medizin umfassen. Die- Vorträge - sollen einmal monatlich stattfinden. Eltern-Ak . Am Dotinerstag, «lemtR. August lß37> die Gdud-Lcitvng ßes MaÄahiHazair Stettin dfe Eltern de* Btmdesmitglieder imd die Stettiner jüdischen Pftdgtogen' zn einem ■Aussprache-Abend eingeladen. Leider war ubr ein kleiner Kreis der Einladung gefolgt Es wäre wünschenswert gewesen, wenn wirklich die gesamte Elternschaft diese Gelegenheit wahrgenommen hätte, ur.i mit den Leitern des Stettiner Bundes, denen die hündische Erziehung eines großen Teiles der Stettiner jüdischen Jugend obliegt, Rücksprache 'über die gemeinsamen Frag eh zu pflegen. Der Abend wurde durch den Stettiner Gdud-Leiter, Günther R a b o w, eröffnet, mit dem Hinweis, daß hiermit erstmalig der Versuch unternommen würde, den Bund dem Elternhaus und der Schule näher zu bringen, um evtl, bestehende Unklarheiten und Mißverständnisse zn beseitigen. Den „Rechenschaftsbericht“ über die örtliche Bundesarbeit gab in außerordentlich klarer und instruktiver Form Werner Waitzfeldcr (Beth Makkabi, Stettin), der sich vor allen Dingen bemühte, aufzuzeigen, daß der Lund eine Ergänzung der Erziehung des Elternhauses und der jüdischen Schule anstrebe, dies aber nur erreichen könne, wenn Eltern und Lehrerschaft diesen Weg verständnisvoll unterstützen. Alle Teilnehmer des Abends konnten die Gewißheit erlangen, daß sich' hier eine junge jüdische Generation ehrlich bemüht, ihren Zukunftsweg zu gestalten. Diese Erkenntnis kam auch klar in der anschließenden, regen Anssprache zum Ausdruck. K. Bekanntmachungen Sämtliche Organisationen werden gebeten, alle ihre Veranstaltungen rechtzeitig unserem Verwaltungsbüro zu melden, damit doppelte Besetzungen derselben Abende vermieden werden. , . “IWohlfahrtsamt. Vorsteher: Herr Louis Lewy, Heumarkt 8, Telefon: 307 12. Sprechstunden: Dienstag und Donnerstag )49—)4t I Uhr. Sprechstunden von Frau Riess (Vorsitzende des Israelitischen Frauenvereins): Mittwochs 10—11 Uhr, Rosengarten 9/10, Hof, part. Sprechstunden der Fürsorgerinnen Rosengarten 9/10, Hof, pari.; Montag 15)4—16)4 Uhr, Dienstag 11)4—12)4 Uhr, Mittwoch und Freitag 8)4—9)4 Uhr. Fernsprecher: 268 83. — Die Ausgabe von Krankenpflegeart i k e Ln findet nur noch während der Sprechstunden der Fürsorgerinnen gegen Empfangsbescheinigung der Entleiher statt. Es ist ratsam, alle Eingaben an die Behörden vorher mit Fürsorgerinnen zu besprechen. Arzt des Israel. Wohltätigkeits- und Beerdigungsvereins und des Israelit. Frauenvereins: Herr Dr. Meyer, Augustaplatz 3, Sprechstunden: 8)4—10)4 und 15)4—17 Uhr. Telefon: 20090. Sonntags-keine Sprechstunde. Klndarhort dar Synagogangoatolada Wenige Wochen erst sind vergangen, seit sich das Ferientagesbeim hinter ca. 100 Kindern unserer Gemeinde geschlossen hat. Das allgemeine Wohlbefinden der Kinder und die immer wieder geäußerte Zufriedenheit der Eltern ermutigt uns nun, unsere Winterarbeit mit Freude und Eifer zu beginnen. Wir halten, wie alljährlich, den Kinderhort vom 1. November ab, an den 4 Wochentagen Montag bis Donnerstag, in den Nacbmittagntunden von 3 bi» 1H Ubr in den Räumen SchiUerstraße.5 offen. Unter sachkundiger. Leitung werden die Kii der beUbreg^ Schularbeiten, Spielen und Turnübungen beaufsichtigt. Auch Anmeldungen , von Kindern tau Altes von 3 Ws 12 Jahren, die bisher an den NMbmittag*! des Horte» nicht teUganoanm haben, nehmen wir gern entgegen. — AngqliliiiHiia bzw. Anfragen sind zu rtcfeäm ap Frau Lola Kaats, Aradtstr. 16, Eingang SchaBehnstr„ TeL 23608.