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Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland · 1937-08-01 · 8 (1.8.1937) · p. Seite 3

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die Synagogen-Gemeinden in Preussen und Norddeutschland
Volume
15 (1937)
Issue
8 (1.8.1937)
Date
1937-08-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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15. Jhrg./Nr. 8 1. August 1931 Jüd. Cemeindeblatt f. d. Synag.-Gem. in Preufien/Norddeutsdiland jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Es zeigt sich biete, wie die Provinzen, in ihrem Bestand durch die überraschenderweise, daß im allgemeinen größere Ge- Binnenwanderung nur unwesentlich verändert werden. 1. Binnenwanderung; Wegzüge und Zuzüge Gebiet Wegzüge Zuzüge Binnenwanderungsmännlich weiblich zusammen männlidi weiblich zusammen Gewinn Verlust , Ostpreußen 37 30 67 28 29 57 10 Brandenburg 48 24 72 47 44 91 19 Pommern 25 45 70 24 22 46 24 Grenzmark 19 31 50 2 7 9 41 Niederschlesien ohne Breslau 28 27 55 20 30 50 * 5 Oberschlesien 48 33 81 33 27 60 21 Prov. Sachsen 31 34 65 28 20 48 17 Schleswig Holstein 9 10 19 31 32 63 44 Prov. Hannover 36 59 95 36 53 89 6 Westfalen 39 85 124 51 87 138 14 Hessen Nassau Bez. Kassel 49 57 106 37 45 82 24 Hessen Nassau Bez. Wiesbaden, o. Frankft. 25 24 49 25 35 60 11 Rheinprovinz ohne Köln, Düsseldorf. Essen 61 111 172 66 123 189 17 Preußen ohne Großgemeinden 455 570 1025 428 554 962 43 Berlin 96 101 197 249 270 519 322 Frankfurt a. M. 155 132 287 112 153 265 22 Breslau 73 121 194 27 36 63 131 Köln 64 100 164 40 58 96 66 Düsseldorf 24 29 53 16 18 34 19 Essen 19 33 52 16 8 24 28 Großgemeinden in Preuße« gesamt 431 516 947 460 543 1003 56 — Preußen gesamt 886 1086 1972 888 1097 1965 13 Saargebiet u. Preußen angeschl. Verbände 35 44 79 39 51 90 11 Land Hessen 101 140 241 46 61 107 134 Hamburg 44 71 115 48 65 113 2 Land Sachsen 7 t4 21 50 49 99 78 Baden 32 36 68 42 70 112 44 Bayern 102 114 216 101 126 227 11 Württemberg 50 61 11t 43 47 90 21 Insgesamt 1257 1566 2823 1257 1566 2823 — — Von Hessen und der Grenzmark, die erhebliche Wanderungsverluste erleiden, abgesehen, halten sich Zuzüge und Wegzüge im allgemeinen ziemlich die Waage. Das zeigt nicht etwa die Unrichtigkeit der bisherigen Vermutungen über die Richtung der Binnenwanderung, daß nämlich die Wegzüge im allgemeinen aus den Kleingemeinden in die größeren Gemeinden erfolgen, sondern es dürfte ein Anzeichen dafür sein, daß als solche „größere Gemeinde“ jeweils zunächst die in dem betreffenden Gebiet belegene größte Gemeinde gewählt wird. So erfolgt innerhalb Ostpreußens eine Zuzugsbewegung nach Königsberg, innerhalb der Provinz Hannover eine Zuzugsbewegung nach Hannover, innerhalb Hessen-Nassaus nach Kassel und Wiesbaden, innerhalb Bayerns nach den dortigen Großgemeinden usw. Weitere Einsichten in die Bedeutung der vorstehenden Zahlen werden aus der weiter unten folgenden Berufsgliederung gewonnen werden können. Schüler, die den Schulbesuch in der Großgemeinde beendet haben, Hausangestellte, die ihre Stellungen wechseln oder verlieren, stellen Elemente dar, die auch einen gewissen Rückfluß aus der Großgemeinde in die Kleingemeinde verursachen. Einen nennenswerten ßinnenwanderungsgewinn erzielt lediglich die Gemeinde Berlin. (Sowohl in Schleswig-Holstein wie bei dem Land Sachsen dürfte der ausgewiesene Wanderungsgewinn darauf zurückzuführen sein, daß die Wegzugsmeldungen noch lückenhaft sind.) Die Zuzugsbewegung nach Berlin ist eine zwangsläufige und notwendige. Mit der Auflösung der Kleingemeinden entsteht, insbesondere für die älteren Menschen oder unmündige Personen, die Frage der Unterbringung, die nur in der Großgemeinde Berlin mit ihren vielfältigen Einrichtungen . — Altersheime, Siechenheim, Waisenhäuser, Heilanstalt«*, etc. — gelöst werden kann. Außerdem ist bereits im letzten Quartalsbericht darauf hingewiesen worden, daß der Zuzug nach Berlin in vielen Fällen nur eine Etappe der Auswanderungsvorbereitung darstellt, die von der Kleingemeinde aus schwieriger durchgeführt werden kann. — Auffallend ist, daß sämtliche übrigen Großgemeinden nicht etwa gleichfalls Binnenwanderungsgewinne erzielt haben, sondern zu den Verlust ge bieten gehören. Bai Frankfurt a. Main dürfte zu berücksichtigen sein, daß sich in der Umgebung ja nicht nur die Fülle 'der hessischen Zwerggemeinden sondern auch eine ganze Reihe größerer Gemeinden wie Mainz, Darmstadt, Offenbach, Mannheim usw. befinden, so daß die Ergebnisse keine einheitliche Wanderungsrichtung widerspiegeln können. Außerdem sind bei den Wegzügen Sondererscheinungen enthalten, die weiter unten bei der Berufsstatistik behandelt werden. — Außerordentlich stark ist der Binnenwanderungsverlust von Breslau, der beinahe ebenso hoch wie die Breslauer Auswanderung ist. — Die bereits mehrfach erwähnte Berufsgliederung der Binnenwanderung wird in der folgenden Übersicht wiedergegeben: 2. Berufsgliederung der Binnenwanderung Berufsgruppe männlich weiblich zusammen % Kaufleute selbständ. 368 14 382 14,3 Angestellte 154 125 - 279 105 Handwerker selbständ. 77 25 102 3,8 Gehilfen 18 4 22 0,8 Arbeiter 16 4 20 0,7 Ärzte 15 4 19 0,7 sonstige freie Berufe 60 69 129 45 Hausangestellte 15 426 441 16,6 Landwirtschaft 96 28 124 4.7 Schüler 259 146 405 15,2 Ehefrauen ohne Beruf — 309 309 11,6 ohne Beruf ' 119 314 433 165 ohne Angabe 60 96 158 */. Insgesamt 1257 1566 2823 abzüglich »ohne Angabe« 158 2665 1005 Ein Vergleich mit den letzten Quartalsergebnissen zeigt einen unverändert hohen Anteil der Hausangestellten mit 16,6%. Dagegen ist der Anteil der Schüler von 9,1% auf 15,2% gestiegen. Entsprechend hat sich der Anteil der Kaufleute und Angestellten etwas verringert. In der außerordentlich hohen Schülerzahl spiegelt sich der schon oben erwähnte Semesterschluß der Schulen. Z. B. betreffen 3^

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