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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1937-07-01 · 7 (1.7.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Halle, Stettin und Pommern) · p. Seite 13

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
15 (1937)
Issue
7 (1.7.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1937-07-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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MITTEILUNGEN DER ISMEtlTECHEN GEMEINDE BREMEN UND DER SMAGOGfEN-GEMEINDEN NORDWESTDEUTSCHLÄNDS Zum neunten Ab 5&Q7 Von Z. M a r g u l'i e s , Bremen. „Zijon b’mischpat tippadeh w’schawöha bizdakah“, „Zion wird erlös! werden durch Gerechtigkeit und durch Frömmigkeit ihrer Wiederkehrenden“, so schließt die Haftora, die unmittelbar am Sabbat vor dem Neunten Ab in den' Gotteshäusern Israels vorgelesen wird. Zunächst richten wir unsern Geist auf die Vergangenheit und fragen: Kann der fühlende Mensch an eine untergegangene Herrlichkeit denken, ohne von tiefer Wehmut ergriffen zu werden? Kann man an ein zertrümmertes Glück denken und gleichgültig bleiben? Der Gedanke an verlorene Schätze, die früher unser Eigentum gewesen, sollte er ohne Eindruck auf uns bleiben? Werden gute Kinder es unterlassen, am Sterbetag eines geliebten Vaters, einer geliebten Mutter das Grab dieser Heimgegangenen zu besuchen, selbst wenn die früheren Wunden zu bluten aufgehört? Ja, selbst wenn die Grabhügel der geliebten Heimgegangenen kaum mehr zu erkennen wären? Wie sollte nun der Sohn Israels gleichgültig bleiben, wenn er der Herrlichkeit gedenkt, die seine Vorfahren einstmals besaßen und eingebüßt'haben! Es ist daher als gewiß anzunehmen, daß kein echter Jude gleichgültig bleiben kann, wenn er seiner mit hellem Geiste und fühlendem Herzen begabt gewesenen Lehrer und Propheten gedenkt, die Gottes halber, das heißt ihres Glaubens und ihrer Tugend halber, in den Tod gegangen und auch im letzten Atemzuge nicht lassen wollten von dem Einig-Einzigen Gott, dem sie ihr ganzes LebeD gewidmet und zu dessen Ehre sie ihre reinen Seelen mit dem Sch’ma-Bekenntnis aushauchten. Und so kann noch jetzt der echte Jude jener Märtyrer der Wahrheit und Gerechtigkeit nicht gedenken, ohne von wehmütigen Gefühlen bewegt zu werden und mit dem Sänger der Klagelieder zu rufen: „Ach, wie tut mir das Herz so weh, wie verdunkelt sich mein Auge, wenn ich des Berges Zion gedenke, der verwüstet da liegt, von Tieren zerstampft wird.“ Ist die Erinnerung an Israels Vergangenheit ganz dazu geeignet, das Herz zur Trauer zu stimmen, so wird und soll die Anschauung der Gegenwart uns nicht nur trösten und beruhigen, sondern uns zu tief gefühltem Dank gegen Gott ermuntern, der verwundet und heilt, und dessen Wege immer und ewig Liebe sind und bleiben. „Wie der Vater seinen Sohn züchtigt, so züchtigt dich dein Gott“, sagt Mose zu Israel. Und ist dieser Ausspruch unseres göttlichen Lehrers nicht zur Wahrheit geworden? Ist der Name „Israel“ etwa verschollen? Steht unser Name wie unser. Leben bloß mit toten Buchstaben im Buche der Geschichte aufgezeichnet? Lebt Israd nicht fort in der Gegenwart, während von so vielen VöHcern des Altertums keine Spur mehr vorhanden ist, und ist es nicht so, daß dieses kleine Israel das Buch des Lebens, aus welchem die übrigen Völker geschöpft haben, noch heute aufs sorgfältigste bewahrt! Darum, wenn uns die Erinnerung an Israels ehemaligen Verlust zur Wehmut stimmt, so soll uns die Betrachtung der Gegenwart zu Dankbarkeit gegen Gott ermuntern. Lasset uns nun auch einen Blick in die Zukunft tun! Die Zukunft wird uns eine völlige Erlösung bringen, sobald wir das Unsrige tun. Und wir tun das Unsrige nur dann, wenn wir zu der Tugend und Frömmigkeit der Urväter zurückkehren. Das Gebet: „Emeure unsere Tage wie in früheren Zeiten“ wird und muß alsdann erhört und erfüllt werden. Aus der Israelitischen Gemeinde Bremen Beiträge für den lokalen Teil sind an die Jsraelih'sdie Gemeinde Bremen, Gartenstr. 7, zu senden. Gottesdienst in Bremen. Synagoge: Gartenstr. 6 Sabbath Vorabend Morgens Minchah Ausgang 3. Juli Pinchas 19,30 8 21,15 21,56 10. . Matos massai 19,30 8 21 21,48 17. . Debarim 19,30 8 21 21,39 24. . Weetchanan 19,30 8 20,45 21,28 31. . Ekew 19,30 8 20,30 21,14 Neumondsweihe: Sabbath, 3. Juli. Neumondstag Aw: Freitag, 0. Juli. Sabbath chason: 17. Juli. Tischo b’Aw: Sonntag, 18. Juli (17. Juli 21,45 Uhr bis 18. Juli 21,38 Uhr). 15. Aw: Freitag, 23. Juli. Sabbath nachmu: 24. Juli. Neumondsweihe und Predigt: Sabbath, 31. Juli. Neumondstage Ellul: 7. und 8. August. Wochentags-Gottesdienst: 7 Uhr und 19 Uhr. Jahrzeiten im Juni 1937 (am Vorabend beginnend) 2. Juli: Fritz Goldschmidt; 5. Juli: L. Oswald; 6. Juli: Herrn. Fink; 8. Juli: Z. Margulies, Hans Meyer; 11. Juli: Jacob Plaut, Kurt Lesser; 13. Juli: Ad. Hein; ' 16. Juli: Leo Abt; 17. Juli: Adolf und Emil Ostro; 20. Juli: Max Markreich, Albert Ries; 21. Juli: Jacob Meyer; 26. Juli: Is. Schachtel; 30. Juli: Simon und Adolf Horwitz; 31. Juli: Carl Neumark. F ami liennachridi ten Geboren: 1 Tochter: Heinz Neumark und Frau Ruth, geh. Arndt, Delbrückstr. 15, am 23. Juni. ßarmiswah: Günther Herz, Sohn des Herrn Adolf Herz, Olbersstr. 15, am 24. Juli. EbeschUeBung: Max Gutfeld, und Frau Grete geb. Stretiner, Admiralstr. 23, am 30. Mai; Walter Ginsberg und Frau Netti geb. Rosenblum, Hermannstr. 101, am '20. Juni. 70. Geburtstag: am 28. Juni: Leop. Abraham (Jüdisches Altersheim). 75. Geburtstag: am 7. Juli: Frau Nettie Benjamin, Löningstraße 31. Gestorben: Hartog Cohen Wwe., Faulenstr. 19, im 68. Jahre am 28. Mai. Austritte ans dem Judentum: Ingeborg Anspacher und Gerhard Anspacher, Kornstr. 37. Vortrag von Dr. Max Fiesdi-Hambul g Am Donnerstag, den 17. Juni, sprach Dr. Max Flesch- Hamburg vor einer gutbesuchten Versammlung der Zionistischen Ortsgruppe über das Thema „Von Balfour bis Peel“ — in Datei YrraOftoarrrhlltaiiteQ w. Heirat m. Mtaia Dame durch Ural cm, Telefon?*»?^ Bc*p fatorttmri Sg.",»: AnnigtiiicliliiB 24« Jtdu Monats [ Kaufhaus'" des * Weste n s fl Gomolndomltqllader, 1 | iHitarttOtit da« |0dUchn Hondwnrk u. dsti Bnxnliawdnl 1| SU u*%stct TeUfon-Hummee*—^ Ilurc BidfCrd bm«|| 0TMer» Ot«rtoc«teiii»ef 77 20428 Fr. Rötsch, Bramen Fffupr.gh.ri Hansa 44328 nootrada i ®°PF" un& ,2>cfmiif6Lamen fc* fftdtedte Zcituitn eiye mm ABCiyUI nur Ferdinand Meyer *3L) Co., Oerlanbtr. 9 Z1399 | Anzeigen im Gemeindeblatt erreichen die jüdischen Kreisel | 13

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