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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1937-05-01 · 5 (1.5.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Halle, Stettin, Pommern und Tilsit) · p. Seite 10

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
15 (1937)
Issue
5 (1.5.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Halle, Stettin, Pommern und Tilsit)
Date
1937-05-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Ausblick auf die Wirtschaft Wer sich mit Auswanderungsplänen trägt, muß die Weltwirtschaftslage sorgfältig beobachten. Aber auch für jeden, der in der inländischen Wirtschaft tätig ist, ist der Weltmarkt durchaus nicht ohne Bedeutung. Um dies zu illustrieren, braucht man mir darauf hinzuweisen, daß z. B. Ausnahmen von dem Preissteigerungsverbot insoweit zugelassen werden, als sie durch Erhöhungen der Preise ausländischer Rohstoffe begründet werden. Die Bewegung der Weltmarktpreise hat also einen gewissen Einfluß auf die inländische Preisbildung, wenn dieser auch durch Senkung anderer Produktionskosten nach Möglichkeit kompensiert wird. Der Auswanderer aber wird erst recht die wirtschaftliche Entwicklung draußen in der Welt studieren müssen, bevor er wichtige Entschließungen faßt. Ihn dürfte es daher besonders interessieren, zu erfahren, daß wie Professor Wigemtnn, der Leiter des Instituts für Konjunkturforschung, in seinem letzten Vierteljahrsbericht feststellt, die internationale Konjunkturentwicklung in'einen neuen Abschnitt eingetreten ist. Sie hat jetzt endgültig den Zustand der Krise überwunden. Der Wirtschaftsaufschwung hat so gut wie alle Länder erfaßt. Auch in den ehemaligen Goldblockländern, die bisher den letzten Herd der Krise bildeten, ist, wie in dem angezogenen Bericht dargelegt wird, seit der Aenderung ihrer Währungspolitik eine wirtschaftliche Belebung eingetreteh. In einer Reihe anderer wichtiger Länder aber, zu denen namentlich die Vereinigten Staaten von Amerika und England gehören, hat sich der wirtschaftliche Aufschwung zu einer ausgesprochenen Hoch konjunktur entwickelt, Kennzeichen dieser Hochspannung sind Verknappungstendenzen an den Weltwarenmärkten, Mängel an qualifizierten Facharbeitern m den meisten Industrieländern sowie Preissteigerungen für die wichtigsten Rohstoffe und Nahrungsmittel. Das Ausmaß dieser Preissteigerungen an den Weltmärkten wird zurzeit bereits auf durchschnittlich 25 Prozent veranschlagt. Außerdem wird ausgeführt, daß die Ausdehnung der Nachfrage die Erzeuger einfach überrumpeR habe und daß diese daher häufig nicht in der Lage seien, ihre Produktion dem in so überraschendem Maße gestiegenen Bedarf anzupassen. Bei dieser Steigerung des Weltpreisniveaus fehlen gewiß auch spekulative Momente nicht. Das haben insbesondere die Rückschläge gezeigt, die u. a. an den internationalen Metallmärkten die übersteigerte Haussebewegung unterbrochen haben. Trotzdem darf man das Gesamturteil dahin zusammenfassen, daß die konjunkturelle Zündung, die bekanntlich von der internationalen Aufrüstung her ihren Ausgang genommen hat, nunmehr die gesamte Weltwirtschaft erfaßt hat. Der Investitionskonjunktur ist infolge der Steigerung der Beschäftigung und der Löhne eine zunehmende Nachfrage nach Gebrauchsgütern aller Art gefolgt, und diese hat dann auch die gesamte Fertigwarenindustrie in eine Abwärtsbewegung hineingezogen. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß der Aufstieg der Weltkonjunktur von Dauer sein und weiter fortschreiten wird. Er hat in einigen Ländern sogar bereits ekle Lockerung der Devisenzwangswirtschaft ermöglicht. Auch die auf eine Verringerung der Hemmungen des hitemationulen Güteraustausches gerichteten Bestrebungen haben offenbar eine Stärkung erhalten und sind Gegenstand lebhafter Erörterungen geworden. Dagegen ist, — was für den Auswanderer besonders wichtig wäre — mit einem Abbau der Erschwerungen und Hemmungen der Einwanderung, die ja ebenfalls in erster Reihe in der Weltkrise ihre Ursache haben, bisher noch nicht begonnen worden. , Auf einer Tagung des bayrischen Einzelhandels hat kürzlich Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht bemerkt, daß der Handel vielleicht deshalb häufig als Angriffsobjekt angesehen werde, weil er nicht genügend Widerstandskraft habe, um sich zu verteidigen. Dieses Prinzip des schwächsten Widerstandes spielt wohl überhaupt im Wirtschaftsleben oft eine nicht gering einzuschätzende Rolle. Dr. Schacht führte nach den in der Tagespresse veröffentlichten Berichten aus, daß der Handel keineswegs nur „der profitgierige Nutznießer“ zwischen Erzeuger und Verbraucher sei, daß vielmehr ohne ihn eine Belieferung des Verbrauchers überhaupt nicht möglich -wäre. Der Einzelhandel insbesondere sei, ganz abgesehen' von seiner Verteilertätigkeit, auch Berater des Produzenten wie des Konsumenten. Seine anregende und beratende Tätigkeit gehe weit über das hinaus, was man sich vielfach von seiner Tätigkeit vorstelle. Wenn man von dieser Würdigung der Bedeutung des Handels ausgeht, so ist es erfreulich, daß der Einzelhandel an dem Aufschwung der inländischen Wirtschaftskonjunktur einen vollwertigen Anteil erhalten hat. Das geht aus dem jüngsten Monatsbericht der „Forschungsstelle für den Handel“ abermals deutlich hervor. Die hier ausgewiesenen Einzelhandelsumsätze im Monat Februar d. J. lagen um 7 Prozent über denen des gleichen Vorjahrsmonats. Damit ist zwar das Januarergebnis, das um 11 Prozent besser als das vorjährige war, nicht ganz erreicht. Aber es wird doch durch diese Zahlen eine andauernde Zunahme der Einzelhandelsumsätze erwiesen, die sich durchaus im Rahmen des allgemeinen Konjunkturaufstiegs hält. In einzelnen Zweigen des Einzelhandels überstiegen die Um- Satzerhöhungen den Durchschnitt .erheblich, so z. B. in den * Herren- und in den Damenkleidungs-, in den Wirk- und Strickwaren- sowie in den Bettwarengeschäften, ln den Wäschegeschäften betrug die Umsatzsteigerung gegenüber dem gleichen Vorjahrsmonat sogar 23 Prozent. In anderen Branchen, so z. B. in den Herrenhutgeschäften, war sie dagegen geringer als im Durchschnitt des Textileinzelhandels. Dieser Durchschnitt betrug nahezu 11 Prozent, war also höher als die Umsatz- Steigerung im gesamten Einzelhandel. Eine Vereinfachung der wirtschaftlichen Organisation des Einzelhandels brachte die Neugliederung der Fachgruppen. So wurden z. B. die bisherigen Gruppen Textileinzelhandel, Schuheinzelhandel, Leder- und Schuhbedarfsartikel und Sportartikel nunmehr in einer einzigen Fachgruppe „Bekleidung, Textil und Leder“ zusammengefaßt. Dr. H. N. 1 Festdichtun Erai Cehi von RM 5.—an. straffe 46 / 26 34 56 loadm.) -Guter Neben Verdienst- Danen nid Herren in kleinen and mittleren Gemeinden. Näheres iHklaMUm lartii Silim, telii 1143 Neue Köoigstrafie 73 h. r mj mm » xv Iah.: Madiol ^Z) Levio Berlla - 01elefeld Neue Priedridistraße 37 Spa: GabanHaC'. Men-NSafd Tanls-lMai AitzaiganschliiB am 24. jaefan Monats Max Tichauer Hedwig Tichauer Vermählt. Lag B'orner / Essen 1 Hermann-Göringstr. 109 f Familienanzeigen | Statt Karte« Dr. Hermann Schildborgor ll*o Schildborgor, geb.Wolff Vermählt« BERUH 0 27 BERLIN W15 Brauner Weg 6 Sächsische Strafie 75 z. 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