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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1937-03-01 · 3 (1.3.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Tilst, Duisburg, Halle, Stettin und Pommern) · p. Seite 7

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
15 (1937)
Issue
3 (1.3.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Tilst, Duisburg, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1937-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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»wr# * ■ uns verhängnisvolle Wirkung schon begonnen hat: von dem neuen südafrikanischen Eirrwanderungsausschuß wurden für den April nur 200 Genehmigungen für vorübergehenden Aufenthalt erteilt; 98 Prozent der Bewerbungen um dauernde Niederlassung wurden abgelehnt. Ein harter Schlag angesichts der Tatsache, daß die Lage der jüdischen Massen in Polen nach wie vor ungeklärt ist; zu den noch immer bestehenden EvakuierungspUnen dem wirtschaftlichen Elend, dem Hoch schulen Hiemitismus kommt die Ungewlfiheit darüber, wie das verkündigte neue Regierungsprogramm sich auswirken wird. Eine weitere Erschwerung der gesamt jüdischen Lage bedeutet die ebenfalls ungeklärte Situation der Juden in Rumänien, wo eine behördlich angeordnete Nachprüfung der Staatsangehörigkeit in den nach Kriegsende annektierten Provinzen Bessarabien, Bukowina und Transsylvanien unter Umständen sehr ungünstige Folgen für die ethnischen Minderheiten, insbesondere für die Juden nach sich ziehen kann. So ist das Gesamtbild, das der Rückblick auf den vergangenen Monat bietet, nicht gün stig. Einige erfreuliche Nachrichten aus Litauen und E s t 1 a n d und auch aus größeren Ländern ändern daran nichts immerhin mag verzeichnet werden, daB die Tschecho Slowakei die jüdischen Gemeindeverbände als öffent lieh - rechtliche Körperschaften anerkannt hat, daB ln Italien einige neue jüdische' Gemeinden gegründet und der neue Oberrabbinner von Rom, Professor Prato, in Anwesenheit von Vertretern der staatlichen Behörden und der Faschistischen Partei in der GroBen Synagoge von Rom feierlich in sein Amt eingefübrt wurde; ein junger jüdischer Maler, Aronne del Vecchio, hat, wie bei dieser Gelegenheit erwähnt werden mag, den italienischen König porträtiert und von diesem eine ehrenvolle Anerkennung erhalten. In England war der Besuch des Königspaares im Londoner East End dds große Ereignis des Monats für die dortigen Juden, zumal als Tag dieses Besuches von dem Herrscherpaar ein Sabbath gewählt worden und vor dem Heim der Jüdischen Legion in Whitechapel die jüdischen Kriegsteilnehmer im Schmuck ihrer Orden; und Ehrenzeichen aufgestellt waren. Ein weiterer Lichtblick ist alles das, was wir von jenseits des Ozeans aus den Vereinigten Staaten, in diesem Monat an Nachrichten erhielten; die vielfachen Aktionen, die man als „Stimme Amerikas für die Juden Polens“ bezeichnet hat und des Präsidenten Roosevelts AeuBerung, Amerika werde niemals überzählige Bürger haben, zeigen dem jüdischen Volke, dafi es nicht ohne Freunde ist. Und das PeBachfest in dem jetzt beginnenden neuen Monat ruft die Erinnerung an Israels ewigen Auftrag wach, der auch in schweren Zeiten die Gewißheit der Zukunft in sich schließt. Feier am Jüdisdi-Theologischen Seminar Breslau Das Jüdisch-Theologische Seminar in Breslau beging den Jahrzeitstag seines Stifters Jonas Fraenkel mit einer eindrucksvollen Feier in der Seminarsynagoge. Unter den zahlreich erschienenen Persönlichkeiten sah man für den Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden Kurator Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee- Berlin, sowie Vertreter des Rafabinats und des Vorstandes der Breslauer Gemeinde. Den Jahresbericht erstattete Professor Dr. Heynemann, der nachwies, daß die von Jonas Fraenckel und dem ersten Rektor Zacharias Frankl aufgestellte Forderung für das Seminar sich völlig mit der heute von pädagogischer Seite erhobenen Forderung decke: Heranführung zu den Quellen und Schaffung eines gemeinsamen religiösen Erlebnisses. Der Festvortrag von Dozent Rabbiner Dr. Lewkowitz über Formen des Humanitätagedankens gipfelte in dem Satze, daB das Judentum die Aufgabe habe, in der Erneuerung der jüdischen Gemeinschaft, in der Heiligung dieser Gemeinschaft und des persönlichen Lebens den ihm von Gott gestellten Auftrag zu erfüllen. Die Entlassung der jungen Rabbiner nahm Seminarrabbiner Dr. Ochs vor. Mit einer teils deutsch, teils hebräisch gehaltenen Ansprache Überreichte er ihnen mit warmen Worten die Rabbinerdiplome und entließ sie mit der Ermahnung: „Mögen Sie in Ihrem Amte immer begreifen, dafi Höchstes die Liebe ist, und denken Sie daran, daß es nicht so sehr dar anf ankommt, über das Judentum zu sprechen, als vielmehr das Judentum selbst sprechen zu lassen." Zur Entlassung gelangten fünf junge Rabbiner, die bereits alle in Ämtern tätig sind, darunter Rabbiner Dr. Lothar Rothschild in Saarbrücken, der zugleich Bezirksrabbiner des Preußischen Landesverbandes im Saarland ist. Von Sabbat zu Sabbat Sehabbat „Wajakhdl-Pekad«“, 8. März 1937. Sehabbat „Para“. Thoravorlesung: 2. Buch Mose 35,1—40, 38. Haftara: Ezechiel 36,16—36, 38. „Para“: 4. Buch Mose Kap. 19,1—19, 22. „Und Bezalel machte, was der Ewige Mot che befohlen hatte“_ Selbst bei Dingen, die sein Lehrer Mosche nicht zu ihm gesprochen hatte, erfaßte sein Geist das, was Gott dem Mosche auf dem Sinai gesagt hatte; (Jeruschalmi Pea 1), denn Mosche befahl Bezalel zuerst, die Geräte zu machen, und dann die Wohnung; da sagte Bezalel zu ihm: „Es ist der Brauch der Welt, zuerst ein Haus zu bauen und dann die Geräte hineinzustellen.“ Bezalel heißt nämlich: „Im Schatten Gottes“. Mosche sagte za ihm: ,JDu warst im Schatten Gottes“, d. h. da warst vom göttlichen Geiste erfüllt. (Berachot 55 a) Sehabbat „Wajlkra“, 13. Min 1937. Sehabbat „Ha eh odeseh“. Thora Vorlesung: 3. Buch Mose 1,1—5,26. „Hachodesch“: 2. Buch Mose 12,1—12, 20. Haftara: Ezechiel 45, 16—25; 46,1—18. „ , . . and er trägt seine Schuld“ . . . (obwohl er nicht weiß, ob er sich verschuldet hat). B. Jose hagelili sagt: Der Vers straft denjenigen, .der nicht weiß; um wieoiel mehr erst straft er denjenigen, der weiß. R. Akiba sagt: „Wenn der Vers denjenigen, der sich Sündern nur angeschlossen hat, gleich den Sündern-bestraft, um so mehr vergilt er guten Lohn demjenigen, der sich den Guten anschließt, gleich den Gutes übenden selbst. (Torat Kohanim) Prager Purim-Musikanten um 1740 Fot Abraham Sehabbat „Zaw“, 20. Min 1937. Thoravorlesung: 3. Buch Mose 6,1—8, 36. Haftara: Jeremia 7, 21—34; 8,1—3; 9, 22—23. „Wenn er es (das Opfer) zum Danke darbringt“ — für eine Veranlassung zum Dankopfer, für ein Wunder, das ihm geschehen ist, z. B. Seefahrer, Wüstenwanderer, solche, die im Gefängnis eingeschlossen waren, und ein Kranker, der geheilt worden, diese müssen danken; denn von ihnen heißt es: (Ps. 107,21) Sie danken dem Ewigen für seine Gnade und seine Wunder an den Menschen and bringen Dankopfer dar. (Raschi) „Versammle am Eingang des Zeltei“ . . . das ist eine von den Stellen, wo ein kleiner Raum viele in sich aufnahm. (Wajikra Rabba) „Und Aron und seine Söhne taten“ . . . das verkündet ihr Lob, p\LESTINE & ORIENT IL0YD 'fleiseLüro 6RESIAU, Touen»zlen**ra6e 3| DOSSEIDORF, Hlndenburgwoll 3*16 ESSEN. Irmgardriroöe 61 FRANKFURT/ A. M.. Steinweg 9 HAMBURG, GlodwngleBerwoll 16 KÖLN, Honenzollemrieg, 22M (Ufahawl KONIGSKRG I FR.. Kon2 Berlin W15, Melnekestrafle 2 / J1 Bismarck 7808 wtmp-S0dwolt fy LBFZJO, Hoiiutraöe 16 MAINZ, Tritonplotz 5 MÖNCHEN, Moxlalllonplalz 12a RATISOR, Nlederwalhlrafie 17 SAARMOCKEN, HohenzoHermirafte 23 STETTIN, Faradeplalz 26-29 WTHZSURG, Btemorcfcstraöe 12 7

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