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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1937-02-01 · 2 (1.2.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Tilsit, Halle, Stettin und Pommern) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
15 (1937)
Issue
2 (1.2.1937) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Magdeburg, Duisburg, Bremen, Nordwestdeutschland, Tilsit, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1937-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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GEMEINDEBIATT FÜR DIE JÜDISCHEN GEMEINDEN PREUSSENS VERWALTUNGSBLATT DES PREUSSISCHEN LANDESVERBANDES JÜDISCHER GEMEINDEN 15. Jahrgang Berlin, den 1. Februar 1937 Nr. 2 Ein Aufruf Rilke hat einmal den Vers geschrieben: „Du Gott, dann brauch ich Dich wie Brot!“ So sollte es aber nicht nur mit der Religion, so sollte es mit allem sein, was wir Geist und Bildung nennen: es darf kein Reservat für bevorzugte Stunden oder Menschen bleiben, unser ganzes Leben muß darin wurzeln, alle müssen daran teilhaben. Bei uns Juden ist es — nächst Gott — in besonderem Maße die Geschichte, die wir „wie Brot“ brauchen. Aus ihr schöpfen wir die Gewißheit unserer Zukunft. Könnte nicht alle konstruktive jüdische Arbeit vergeblich sein, könnte nicht doch alles mißlingen? Nein — „ewiges Leben in unserer Mitte“, entgegnet dem Zweifler das Gebetwort unseres Glaubens, belehrt ihn zugleich aber das Erkenntniswort geschichtlichen Wissens. Darum ist es so ungeheuer wichtig, unsere Geschichte zu kennen, die uns vom Wirken Gottes und vom Schaffen gotterfüllter Männer spricht; darum ergeht heute der Aufruf zu einem Gedenken, das gleichzeitig der Belehrung wie auch der Aufrichtung dienen soll — ähnlich wie vor zwei Jahren ein ähnliches Gedenken. Damals feierten Universitäten und Bildungsstätten der ganzen Welt die 800. Wiederkehr des Geburtstages von Moses Maimonides; die jüdischen Gemeinden aller Länder haben sich an diesem Gedenken beteiligt, haben sich das Leben und Schaffen dieses Mannes wieder lebendig gemacht. Die Gemeinden Deutschlands insbesondere erhielten Anregung und Material für eine fruchtbare Beschäftigung mit diesem jüdischen Geisteshelden dadurch, daß der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden an alle Rabbiner, Lehrer, Jugendführer und Gemeinden die Unterlagen für Festansprachen, für Vorträge, für Arbeitsgemeinschaften, für Lernkurse Uber Maimonides versandte. Die Anregung wurde, wie dankbar festgestellt sei, überall gern befolgt, das versandte Material weitgehend verwendet. Und es ist in der Tat erreicht worden, daß — wo früher nicht viel mehr als der Name dieses Großen bekannt gewesen war — heute eine lebendige Kenntnis des Mannes und seines Werkes vorhanden ist. Ein Jubiläum solch geistiger Art steht wieder vor der Tür, und wiederum muß es fruchtbar gemacht werden für das Leben unserer heute schwer ringenden Menschen. Auf der Tagung des Großen Rates des Preußischen Landesverbandes hat Dr. Alfred Klee die anwesenden Delegierten darauf hingewiesen, daß sich in diesem Jahre 1937 zum 500. Male der Geburtstag des Don Isaac Abravanel jährt, und daß aller Anlaß besteht, auch dieses Großen aus Israel überall in den Gemeinden zu gedenken. Den Auftakt dazu stellt der kurze Lebensabriß dar, den wir aus der Feder des gelehrten Rabbiners Dr. Samuel (früher Essen) heute in unserm Blatte bringen. Zugleich aber wird ein Aufruf an alle Gemeinden ergehen, wiederum in Feiern, aber auch in nachhaltiger wirkenden Vorträgen, Arbeitsgemeinschaften und Lernkursen Leben und Schaffen Abravanels wieder lebendig zu machen. In dem Aufruf heißt es: * Die mit unserer Geschichte Vertrauten wissen, welche symbolhafte Bedeutung das Leben dieses Mannes hat Er steht am Ende der bedeutenden, so viele hervorragende Namen aufweisenden spanischen Epoche. Er ist nach einer glänzenden Laufbahn am portugiesischen und kastilianischen Hof der Führer seiner Generation im Schicksalsjahre 1492. Wir bitten, daß man überall in unseren Gemeinden — empfinden wir doch heute mehr als je das Bedürfnis, uns die großen Persönlichkeiten unserer Gemeinschaft zu Vorbildern zu nehmen — das Gedenken dieses Mannes feiert Die religiöse Persönlichkeit der Religionsphilosoph, aber vor allem der wirkende Mensch und große Charakter sollen lebendig vor uns stehen. In allen unseren Gemeinden soll Veranlassung genommen werden, Don Isaac Abravanels zu gedenken. Man wird den Erwachsenen in Predigt und am Vortragspult die Größe seiner Persönlichkeit darlegen, der heranwachsenden Jugend in Unterricht und Kursen und den Kleinen je nach ihrer Fassungsgabe den Mann in seinem Leben und in seinem Wirken vor Augen führen. Da das Datum der Geburt nicht feststeht, können die Veranstaltungen zu jeder Zeit in diesem Jahre abgehalten werden; wir möchten der Vereinheitlichung wegen die Zeit um das Pessachfest in Vorschlag bringen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß diese Anregung überall freudig aufgenommen und befolgt5 werden wird. Ist es doch so, daß wir damit nicht nur die lebendige Gemeinschaft mit der Vergangenheit, fruchtbar für uns selbst, wieder hersteilen, sondern wir schaffen Gemeinschaft auch mit der ganzen heute lebenden jüdischen Generation. Die von Dr. Klee im Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden gegebene Anregung ist von jüdischen Gemeinden und Institutionen aller Länder aufgegriffen worden; in Lissabon, als der Geburtsstadt Abravanels, hat sich ein eigenes Komitee zur Veranstaltung einer bedeutenden und repräsentativen Gedenkfeier gebildet, und auch in andern Ländern sind, ähnliche Vorbereitungen schon eingeleitet. Alle diese Gedenkstunden werden unser Gemeinschaftsbewußtsein stärken, unser Selbstvertrauen heben; sie werden Anlaß sein zur Vertiefung, damit wirauch an dem Beispiel dieses Großen lernen, mit unserer Geschichte zu leben, und das heißt: aus ihr zu leben, aus ihr Gewißheit zu schöpfen für unsere Zukunft. Gemeinde - Mitteilungen: Magdeburg ....... . . Seite 13 Duisburg. »14 Bremen. .. » 15 Tilsit . . . »16 Thüringen. . »16 Halle . . . »17 Stettin ., . . . »18

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