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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-12-01 · 12 (1.12.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Tilsit, Magdeburg, Halle, Stettin, Pommern und Duisburg) · p. Seite 13

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
12 (1.12.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Tilsit, Magdeburg, Halle, Stettin, Pommern und Duisburg)
Date
1936-12-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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eine offizielle Mitteilung heraiisgegeben worden, der wir folgende« entnehmen: In dieser ersten Sitzung hat sich der Rat von der Gesamtheit der Aufgaben Rechenschaft gegeben, deren Erfüllung die Arbeit der kommenden Monate zugewandt sein muß. Während der Umfang der Aufgaben immer größer geworden ist, wird die Leistungsfähigkeit der Gemeinden und der jüdischen Gesamtheit in Deutschland durch die Verminderung der Zahl und der wirtschaftlichen Kräfte der Juden in Deutschland immer schlechter. Ei« herrschte Übereinstimmung, daß nur fester, selbstloser Zusammenschluß und echte Opferbereitschaft die Gewähr dafür geben können, daß unsere Gemeinschaft in geschichtlicher Zeit den großen und schweren Pflichten gerecht werden kann, die sie erfüllen muß. In der Beratung des Rates kam allseitig zum Ausdruck, daß Vorbereitung und Durchführung der Auswanderung in alle Länder, Berufsumschichtung, Schul- und Bildungswesen, Wirtschaftshilfe, Wohlfahrtspflege das Kernstück der Arbeit der Reicbsvertretnng der Juden in Deutschland sind und in der nächsten Zeit bleiben werden. Die Aufbringung der Mittel für die Erfüllung dieser Aufgaben obliegt zum erheblichen Teil dem Zentralausschuß für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung der Juden in Deutschland. Er hilft den Angehörigen unserer Gemeinschaft, dfenen eine Lebensmöglicbkeit erhalten werden soll, sowie denen, die ihre Zukunft in anderen Ländern aufbauen wollen. Der Zentralausschuß muß daher noch mehr als bisher ein Gemeinschaftswerk aller Juden m Deutschland werden. Bei der Beratung des Rates herrschte ferner Übereinstimmung, daß auch weiterhin überaus dringlich die Aufgabe ist, mit allen Kräften an der Neugestaltung jüdischen Schicksals in Palästina zu wirken, das in den letzten Jahren Zehntausenden jüdischer Menschen aus Deutschland zur neuen Heimat geworden ist. Die Juden in Palästina schicken sich an, die Wunden, die schwere Kampfesmonate geschlagen haben, in ungebrochener Aufbaukraft zu heilen. Der Bereitschaft der Juden in der ganzen Welt muß auch in Deutschland die über das gewohnte Maß hinausgehende Mitarbeit aller Juden am Aufbau Palästinas entsprechen. Mit ihrem Opfer für den Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk e. V.), dessen Arbeit in diesem Jahr im Zeichen des „Miphal Bizzaron u'Bitachon“ (Festigung, Sicherung und Erweiterung des Aufbauwerkes) steht, erhärtet auch die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ihren Anspruch auf Offenhaltung der Tore Palästinas und auf die Verwirklichung der Balfour-Deklaration und des Palästina- Mandats. In der Beratung des Rates kam zum Ausdruck, daß die Landesverbände jüdischer Gemeinden, die jüdischen Gemeinden und jüdischen Organisationen, bisher bemüht waren und auch für die Folge bemüht sein werden, alles zu tun, um den an sie gestellten Anforderungen nach Kräften nachzukommen. Unabweisliche Voraussetzung der Bewältigung der dringenden Aufgabe ist es aber, daß jeder einzelne Jude in Deutschland das Gebot der Gemeinschaft aus ganzer Kraft verwirklicht. Jüdisdie Lehrerfortbildung im Wintersemester I93Ö-37 Der Preußisch« Landesverband jüdischer Gemeinden gibt von den folgenden Einrichtungen für die Jüdische Lehrerfortbildung in Preußen, die von ihm gemeinsam mit der Reichsvertretung im Wintersemester .1930/37 durchgeführt werden sollen, Kenntnis: Danach ist zunächst beabsichtigt, in dem angegebenen Zeitraum - vier pädagogische Arbeitstagungen durchzuführen. Die erste Tagung soll bereits in der ersten Hälfte Dezember in Stettin für die Lehrer aus Pommern und den angrenzenden Gebieten stattfinden und praktische Fragen des Volksschuluüd Religionsunterrichts sowie die aus der Koedukation sich ergebenden Probleme behandeln. Anfang Dezember soll in Berlin eine Tagung veranstaltet werden, die wiederum, wie die letzte Berliner Arbeitstagung, aus vier Lehrproben mit anschließenden Besprechungen bestehen und ausschließlich den Fragen des Hebräischen gewidinet sein soll. — Für den Schluß der Weihnachtsferien ist eine Tagung in Köln für den rheinisch-westfälischen Bezirk in Aussicht genommen, die gleichfalls im wesentlichen Lebrproben mit anschließenden Besprechungen bieten soll. An diesen Lehrpröben sollen außer den in Betracht kommenden Kölner Schulen auch andere jüdische Schulen des Rheinlands beteiligt «ein. — Schließlich ist geplant, im_ Laufe des Monats Januar in Königsberg ein Tagung für die ostpreußische Lehrerschaft durchzuführen. Neben diesen Tagungen soll die laufende Lehrerfortbildung unter Verwertung der bisher gesammelten Erfahrungen weitergeführt werden. Uber die in Berlin eingerichteten 'Sonderkurse für Handarbeit*- und hauswirtschaftlichen Unterricht ist bereits in der Presse berichtet worden. Ferner soll der Berliner jüdischen Lehrerschaft nahegelegt werden, eine Reihe für die pädagogisch lind wissenschaftliche Fortbildung wertvoller Vorlesungen an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums zu' besuchen. Schließlich wird eine Anzahl von laufenden Kursen geplant, die zum Teil der Stoffsammlung für den Unterricht, zum Teil Spezialgebieten (Biologie, Zeichenkenntnisse im Grundschulunterricbt), schließlich allgemeinpädagogischer Fortbildung dienen sollen. Eine genaue Bekanntmachung hierüber wird noch rechtzeitig erfolgen. In Frankfurt am Main sollen gleichfalls die in den letzten Jahren mit Erfolg durchgeführten laufenden Kurse für die Lehrerfortbildung fortgesetzt werden. In Breslau findet eine Reihe von Kursen statt, die vornehmlich Fragen der jüdischen und biblischen Geschichte behandeln. Zusammenfassend darf erwartet werden, daß im kommenden Wintersemester eine besonders intensive und ausgedehnte Arbeit auf dem Gebiete der Lehrerfortbildung geleistet werden wird, die die Gewähr dafür bieten soll, daß die jüdische Lehrerschaft immer stärker den außerordentlichen Erfordernissen der Erziehung der jüdischen Jugend in Deutschland gerecht werden kann. Einführung des neuen Provinzialrabbiners in Marburg Durch die Mitwirkung des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden ist die Wiederbesetzung des seit über einem Jahr vakanten Provinzialrabbinats in Marburg ermöglicht worden. Am Sonntag, dem 1. November, fand in Marburg die Einführung des Rabbiners P e r i t z , der bisher in Schönlanke gewirkt hat, unter Beteiligung zahlreicher Vertreter der Gemeinden des Bezirkes statt. Nachdem der Vorsitzende des Vorsteheramtes und Amtsvorgänger, Provinzialrabbiner i. R. Dr. Cohn, den jungen Kollegen in sein Amt eingeführt hatte, begrüßte Rabbiner Dr. Julius Galliner - Berlin namens des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden den neuen Provinzialrabbiner und wies auf die vielseitigen Erfordernisse hin, die die heutige Zeit an den Rabbiner stelle und die es notwendig machen, daß der Rabbiner in engster Verbindung mit allen Mitgliedern der ihm anvertrauten Gemeinden steht und seine Aufgaben in ständiger Zusammenarbeit mit den zentralen jüdischen Organisationen. leistet. — Provinzialrabbiner Dr. Cahn-Fulda, der das Marburger Provinzialrabbinat während des letzten Jahres mitbetreut hatte, überbrachte die Grüße des Nachbarrabbinats. Der Vorsitzende der Gemeinde Marburg, Herr Höxter, begrüßte den neuen Rabbiner herzlich namens seiner Wohnsitzgemeinde. In seiner eindrucksvollen Antrittspredigt - umriß der neue Provinzialrabbiner seine Auffassung vom Sinn des gegenwärtigen Geschehens und von den Aufgaben eines Rabbiners in dieser Zeit. — An der würdevollen Feier, die von Chorgesängen umrahmt war, nahmen u. a. Rabbiner Dr. Jacob Horovitz-Frankfurt am Main und Bezirksrabbiner Dr. Laupheimer - Bad Ems sowie der Sachbearbeiter des Preußischen Landesverbandes, Herr Birnbaum, teil. — Am Abend fand in Marburg in den Räumen des Heilerziehungsheims ein gemütliches Beisammensein aller Gäste statt. Register des Gemeindeblattes Nach Erscheinen dieser Nummer, d. h. mit Vervollständigung dieses Jahrgangs, wird das von uns bearbeitete systematische Register für sämtliche Jahrgänge des Gemeindeblattes zum Abschluß und zur Versendung gelangen. Wir weisen nochmals darauf hin, daß wir dieses Register zum Selbstkostenpreis von RM. 1,60 abgeben werden und bitten, uns noch beabsichtigte Bestellungen auf das Register umgehend aufzugeben. Sprechstunden beim Preußischen Landesverband Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenburg 3, Kantstraße 168, gibt bekannt, daß er durch die Häufung der Geschäfte gezwungen ist, eine allgemeine Sprechstunde, und zwar sowohl für auswärtige als auch für Berliner Besucher, einzuricbten. Diese findet täglich Montag bis Freitag in der Zeit von llVt bis 13 Uhr statt Soweit Besucher aus zwingenden Gründen diese Zeit nicht einhalten können, ist es notwendig, für die gewünschte Besprechung rechtzeitig vorher eine schriftliche oder telephonische Verabredung zu treffen. Unangemeldete Besucher können nicht darauf reimen, außerhalb der genannten Sprechstunde empfangen zu werden. 131

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