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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-12-01 · 12 (1.12.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Tilsit, Magdeburg, Halle, Stettin, Pommern und Duisburg) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
12 (1.12.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Tilsit, Magdeburg, Halle, Stettin, Pommern und Duisburg)
Date
1936-12-01
Page
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Language
German
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i; ufe j FÜR. DIE JÜDISCHEN GEMEINDEN PRE0SSEHS VBftWJSLTUNGSBLATT DES PREUSSISCHEN LANDESVERBANDES JÜDISCHER GEMEINDEN . 14. Jahrgang Berlin, den 1. Dezember 1936 Nr. 12“ Pioniere / .. des Judentums „Pioniertum und Makkabäer-Geist — man braucht diese zwei'^orte nur nebeneinanderzustellen, um zu erkennen, wie1 Zeitnah das Fest ist, das der religiöse Kalender uns Juden in ■ diesem Monat bringt, und wie umgekehrt also auch _,alle Zeitprobleme in unserer Vorgeschichte schon vorhanden gewesen und durchgekämpft worden sind, sodaß wir Juden, verstrickt in Tagesfragen schwierigster Art, doch immer wieder an dem Gescheht und an den Lehren der Vorzeit unsere Ausrichtung suchen müssen. Pionier ist der Mann, der — gemeinsam mit einer verhältnismäßig geringen Schar gleichgesinnter Brüder — jHb no<jlf ödes Lund betritt und so weit vorbereitet, daß andere in größerer Zahl ihm folgen und immer mehr 'Siedlungen anlegen können. Ein ödes oder ein — verödetes LäncT eine neue oder eine alte Heimat. Und in jedem Falle handelt es sich um friedliche Kultivierung; man will cht angreifen, aber man ist gefaßt, angegriffen zu ’Wde^—- ‘deshalb ist der Pionier gerüstet: „chaluz“ in er heiligen Sprache. Und der Geist, der den Pionier, Chaluz, beseelt, muß dem der Makkabäer verwandt -Körperliche Kraft und Gewandtheit müssen sich ^’fttkraft, Einsatzbereitschaft, Opfermut verbinden, aQ*. d&se Eigenschaften müssen im Dienste der einen und tragenden Idee stehen. tfes Mä^kabäertum steht immer im Dienste des es. Das ist in Israel nie vergessen Worden; eher te^biän sagen, daß die körperliche Seite des Pionier- ’ in Vergessenheit geraten oder der Überschätzung gefallen war. Und wenn uns Juden von außen angel an körperlichen Fähigkeiten und männgenden vorgeworfen wird, so durften wir demzwar .auf viele und unvergängliche Leistungeij ntd Frieden hinweisen, empfanden aber anderer^ t oft, daß das, was man die körperliche Seite entums nennen könnte, bei uns zu kurz kam. Zufall, daß sich in jenen Jahrzehnten vielfach erkömmlichen Natpeps Chanukah die Bezeichabäer-Fest eingebürgert bat, uhd zwar bei Organisationen der verschiedgpjtfii innereltaiuehguungen. Die Juden gehörten ja fast der Wjejt des Bürgertums an; die Vernach- Körperlichen war ein Fehler wphl des getums, darum auch der Juden' ohne Unter- Innerjüdischen Standpunktes. Nicht so sehr rtung des Geistes — die gibt es nicht, denn gar nicht hoch genug und also auch nicht ertet werden — aber die Einseitigkeit der und Tätigkeit wurde von allen jüdischen s .‘Mjfetg^l Und Fehler empfunden. So zeigte man auf die Makkabäer; manchmal nur in apologetischer Absicht, zur Rechtfertigung vor uns selbst uhd vor andern: „seht auch wir haben Helden!“, oft aber auch über solch sicherlich notwendiges, letztlich aber doch unfruchtbares Deklamatorium hinaus als auf Vorbilder, denen nachzueifern galt. Der Ruf nach körperlicher Ertüchtigung, der die ganze bürgerliche Welt ergriff, wurde auch bei uns gehört und wurde unter jüdischen Zeichen und Symbolen verwirklicht. Diese innere Entwicklung ist durch das äußere, geschichtliche Geschehen, das uns Juden erfaßt hat, in atemberaubender Weise beschleunigt worden, unabweisbare Lebensnot drängt unsere Jugend in manuelle Berufe; und auch dies ohne Unterschied des innerjüdischen Standpunktes, ja sogar ohne Unterschied des äußeren jüdischen Weges: die, die in die alte Heimat streben, und die, die neue Heimat suchen, unterschiedslos sind sie alle Pioniere geworden. Menschen der Hand um des Geistes willen, Kolonisatoren, friedliche Eroberer, die für Viele den Weg bereiten. Sie alle müssen „Gerüstete“ sein, sie alle sind-gerüstet: Menschen der Hand, die bauen, und diebereit sind, den bebauten und gewonnenen Boden, wenn es sein muß, zu verteidigen; und doch lebt in ihnen allen der alte Chanukah-Spruch: „Nicht durch Kraft und nicht durch Heeresmacht, sondern durch meinen _Geist, spricht der Ewige der Heerscharen“ (Sacharja 4, 6). Man hat dieses Prophetenwort, das im Mittelpunkt des Chaaukafestes steht, früher meist so verstanden, daß nicht die Zahl eines Heeres ausschlaggebend ist; bei Emmaus und Bethoron kämpften die Makkabäer gegen achtfache Übermacht, und weil Gott mit ihnen — also in diesem Falle mit den schwächeren Bataillonen, aber mit der gerechten Sache — war, darum erfochten sie den Sieg. Diese — Deutung ist an sich möglich, gewiß; Antiochus hatte Gottes Heiligtum entweiht, und Juda Makkpbi focht für Gott; es war der Geist Gottes, der ihn und die Seinen beseelte, der ihm den Sieg schaffte. Aber diese Deutung ist nicht die einzige, und die neuesten Forschungen erklären die Stelle anders; sie verlegen die Niederschrift des BUches Gemeinde - Mitteilungen: Bremen. Tilsit . . * 15 Magdeburg . . . . . 16 Halle . . „ 18 Thüringen . . . . . 18 Stettin ..... . * 1»

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