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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1936-05-01 · 5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
14 (1936)
Issue
5 (1.5.1936) inkl. Mitteilungen der Gemeinden (Bremen, Nordwestdeutschland, Duisburg, Magdeburg, Halle, Stettin und Pommern)
Date
1936-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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GEMEINDEBLAU FÜR ME JÜDISCHEN GEMEINDEN PREUSSENS VB RWALTUN GS B LATT DES PREUSSISCHEN LANDESVERBANDES JÜDISCHER GEMEINDEN Alle Zoednttea dnd n richten to des Verwaltung»- und Gemeindehletl de* Freu Blichen Lande*T erbende* fbdlacher Gemeinden, Kn. -Oiariottenbur* 2, Kantstr. 158, IL Stock Verantworllldier Leiter de« Iueratenteile: Joeeph Jaatrow, Berlin W15, Kaiaenllee ■ 14. Jahrgang Berlin, den 1. Mai 1936 Nr. 5 Der jüdische Mai Es leuchten die Berge, es duften die Wiesen, - Frisch weht der Lenzwind mit frohem Gesaus. Was schert’s dich, Jude? Du hast doch Sephirah, Du sitz in der Kammer und wein dich dort ausl Sie gehören zu den packendsten, aufwühlendsten Symbolen des jüdisch-religiösen Jahres, diese.. . Trauerwochen im Mail Und heute sind sie, wie vieles andere jüdische Traditionsgut auch, wirklich wieder in unser Leben getreten; wir halten sie, und sie sprechen zu uns — ganz anders und viel eindringlicher als damals. Damals, in den Jahren vor dem Kriege, war es in gewissen Kreisen des Westens fast eine Mode geworden, mit ein wenig Selbstgefälligkeit und viel Sentimentalität jene „Lieder des Ghetto“ des ostjüdischen Arbeiterdichters Morris Rosenfeld vorzulesen; sie durften in keinem gut jüdischen Salon fehlen. Heute, unter den so, gänzlich veränderten Verhältnissen, könnte uns vieles davon echten Trost geben, und doch stehen wir dem jüdischen Schicksal — seitdem es wieder unser Schicksal wurde — mit einer ganz andern Stimmung gegenüber. Ja, es ist wahr: zum Gedenken an gewisse Judenverfolgungen in der Zeit des Kaisers Hadrian und, Jahrhunderte später, in der Zeit der Kreuzzüge werden die sieben Wochen, die man zwischen Peßach und Schabuoth zählt — vom „Zählen“ her kommt der Name: Sephirah — als Trauerwochen begangen. Aber dennoch: Schwere, nie vernarbte Wunden Sind die Zeugen böser Stunden ... Mitten durch die Maienlust Geht er still, gesenkten Hauptes, Und er seufzt aus tiefster Brustdas ist nicht wahr, das trifft nicht zul Die Wunden sind längst vernarbt, und das Haupt ist nicht gesenkt. Denn, das ist das Beglückende an der jüdischen Existenz: der echte Jude, der Jude, der sich selbst wiedergefunden halt steht über der Tragik. Es ist seltsam mit der jüdischen national-religiösen Poesie: andere Völker singen von Freiheit; der Jude singt von Knechtschaft und Bedrückung, aber er ist innerlich frei. Und die Abende, an denen er „am meisten zu erzählen weiß“ von ägyptischer Knechtschaft und Bedrückung, die beiden Sederabende, sie sahen den jüdischen Hausvater mit weißer Kappe als dem Zeichen der Freiheit, der Königswürde... ein Melech im Hinterstübchen, das ist der Jude. Und so auch mit der blühenden Maienzeit: wenn alles der Lenzeslust sich hingibt, wenn die Völker von Frühling und Liebe singen, dann singt der Jude Trauerlieder. Und ist dennoch nicht traurig. Wie kommt das? Weil das Judentum seinen besonderen Weg geht — gerade diese sieben Wochen kennzeichnen ihn am deutlichsten. Aber bevor wir von ihm sprechen, muß zunächst einem Mißverständnis vorgebeugt werden —: es liegt uns Juden nichts ferner als der Wahn, die einzelnen unter uns seien irgend etwas Besonderes oder gar „Auserwählte“. Dafür hält sich niemand von uns — nicht zum Guten und auch nicht zum Bösen auserwählt sind wir, sondern Menschen, nichts weiter: mit allen Schönheiten und Holdseligkeiten der menschlichen Natur und mit all ihren Schwächen und Unzulänglichkeiten. Aber gerade deshalb können wir auch ohne Scheu, und ohne uns dem Verdacht des nationalen Hochmutes auszusetzen, von dem besonderen Weg Israels sprechen. „Dies Volk habe ich mir Gemeinde - Mitteilungen: Bremen ...... . Seite 12 TUrit. . . . . * 12 Daiabnrg. . n 15 Magdeburg .... . * 1« Halle . . * 18 Stettin . . » 1»

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