Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Journal
- Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
- Volume
- 14 (1936)
- Issue
- 2 (1.2.1936) inkl. Mitteilungen der Synagogen-Gemeinde zu Stettin und Pommerns
- Date
- 1936-02-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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dea natürlichen Wohllaut ihrer Stimme und die Fähigkeit der Künstlerin, sich von der Indisposition zu befreien, er kennen. Was ihre Vortragskunst anbelangt, so wäre ein etwas lebhafteres Eingehen auf die Intentionen des Herrn Guttraann vielleicht geeignet gewesen, die Wirkung der ungewöhnlichen Stimme der Künstlerin noch zu erhöhen. Fräulein Erna Klein begleitete am Klavier. Ueber diese Begleitung kann man nur des Lobes voll sein. Ihrem Spiel war es mit zu verdanken, daß man vorübergehend glaubte, vor einer Bühne zu sitzen, Sänger im Kostüm zu sehen und ein Orchester zu hören. Ihre Anpassung an die völlig frei singenden Solisten ging bis zur Selbstentäußerung. Ihre technische Vollendung zeigte sich besonders bei der Neluscoarie und der berühmten Figaroarie aus dem Barbier. Allgemein war das Bedauern, daB Frl. Klein nicht auch einige Solosachen am Flügel vortrug. Aus der Frauenarbeit in Stettin Der Haosfranenlureis versammelt sich am Dienstag, dem 4. Februar um 167» Uhr im Altersheim, Kroneniiofstr. 27. Thema: „Praktische Winke für den Hausluir. Beiträge aus eigener Praxis sehr erwünscht. Der nächste Ortsgruppen-Nachmittag findet am Dienstag, dem 11. Februar, Friedrich-Karl-Str.3 statt: 16 bis 17 Uhr Kaffeestunde, 17 Uhr Vortrag von Frau Wollstein: „Weg xur Erkenntnis“. Die Arbeitsgemeinschaften laufen fort: Buchbesprechungen jeden Mittwoch von 16*/*—18ViUhr, Friedrich-Karl-Str. 3. „Einführung in unsere Gebete and Gebräuche, mit besonderer Berücksichtigung der Feiertage“, teilweise mit Gesangbegleitung jeden Donnerstag 207> Uhr, Friedrich-Karl-Str. 3. Beginn Donnerstag, den 5. März. Vortragender: Herr J. Peiser. Musikkrels alle 14 Tage Dienstag 207« Uhr bei Frau Braun, Grabower Str. 29. Philosophiekreis Dienstag 207» Uhr und Donnerstag 16V» Uhr bei Frau W o 11 s t e i n , Kaiser-Wilhelm-Str. 5. Unterrichtskurse im Ausbessern von Kleidang und Wäsche bei Frl. Bamberger, Bismarckstr. 17. Kreis der Berufstätigen. Am Mittwoch, dem 12. Februar 201/» Uhr bei Frau Dr. Aronheim, Bismarckstr. 19, Vortrag von Frl. Hertz: „Die jüdische Frau in der sozialen Arbeit“. Alle 14 Tage Mittwoch abends Singekreis unter Lei- > tung von Frau Dr. Jaffö bei Frl. Bamberger, Bismarckstr. 17. Die Beratungsstelle, Rosengarten 9—10, Mittelhaus part. ist nur noch Donnerstags von 161/»—17*/*Uhr geöffnet. Arbeitsnachweis, Geschäftsstelle Falkenwalder Str. 24 bei Frau Hirsch (Tel. 31590). Sprechstunden: Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag von 10—12 Uhr, Mittwoch von 16 bis 17 Uhr. Haus- und Büropersonal wird gesucht. „Wixo“. Am Donnerstag, dem 13. Februar, 17 Uhr berichtet im Bar- Kochba-Heim, Klosterhof 3, Frau Grete Peiser über die Delegiertentagung der Z. V. f. D. vom 2. bis 4. Februar. Fräulein Ruth Schnell zeigt anschließend den neuesten Palästina-Film. Gäste sind uns willkommen! Heim für Einzelpersonen Es wird erwogen, in Stettin, ebenso wie bereits in andern Gemeinden, ein Helm für Einzelpersonen und Ehepaare zu schaffen, das durch zentrale Bewirtschaftung eine wesentliche Ersparnis für den Einzelnen erzielen würde. Um die nötigen Unterlagen zu schaffen, werden Interessenten gebeten, sich zunächst im Verwaltungsbüro der Synagogen-Gemeinde Rosengarten 9/10 zu melden. Die Februar^Sammlungen der JüdisdienWinterhilfe 1. Die laufenden Beiträge werden recht pünktlich am Anfang des Monats erbeten, um die monatliche Unterstützung der Hilfsbedürftigen sicherstellen zu können. 2. Eintopfspende. Die Sammlung findet am gleichen Tage statt, an dem die Eintopfspende der allgemeinen Winterhilfe erfolgt, am zweiten Sonntag, also dem 9. Februar. Sie wird durchgeführt von den Jugendlichen der Gemeinde. 3. PfaadMBualaag. Diese wird von den Mitgliedern des Israelitischen Frauenvereins am dritten Sonntag und den beiden darauf folgenden Tagen abgeholt. Sie kann durch einen Geldbetrag abgelöst werden, oder direkt zur Sammelstelle bei Frau Wolff, Bismarckstraße 18, Eingang Bogislavstraße gebracht werden. Wir bitten, alle Gaben so anreebtanlegen, daB unsere Helferinnen nicht vergebens kommen! 4. Kleiderand Hausratsammlung. Der Abholdienst kann jederzeit durch Postkarte oder telefonisch 26663 bei der Geschäftsstelle der Jüdischen Winterhilfe angefordert werden. Zweigstelle Stettin des Palästina-Amtes Berlin Die Sprechstunden der behördlich zugelassenen Zweigstelle Stettin des Palästina-Amtes Berlin Anden täglich von 11—13 Uhr und 16—177« Uhr im Bar Kochba-Heim, Klosterhof 3, I statt. Auswärtige Besucher wollen sich zweckmäßig vorher schriftlich bei dem Leiter der Zweigstelle, Georg Kopydlowski, anmelden. Mitteilungen des Kulturbundes Stettin Unsere erste Februarveranstaltung Andet am Montag, dem 10. und Dienstag, dem 11. Februar 1 93 6 im Saal von Karchowski-Fischer, Friedrich-Karl-Str. 3, abends 8V» Uhr, statt, Die Darbietung vom 10. Februar ist für die Mitglieder mit den Nummern 1—375 und die Darbietung vom 11. Februar für die Mitglieder mit den Nummern 376 ff. bestimmt. Es findet ein Kammermusikabend, ausgeführt vom Mendelssohn-Trio, Leipzig, (Klavier, Geige, Cello) statt; die Künstler spielen drei der bekanntesten und liebenswürdigsten Werke von Mendelssohn, Dvorak und Tscbaikowsky. Unsere zweite Februarveranstaltung Andet am Montag, dem 17. und am Dienstag, dem 18. Februar 1936 im Saal von Karchowski-Fischer, Friedrich-Karl- Str. 3, abends 87» Uhr, statt. Die Darbietung vom 17. Februar ist für die Mitglieder mit den Nummern 376 ff. und die Darbietung vom 18. Februar für die Mitglieder mit den Nummern 1—375 bestimmt. Es spricht die bekannte Rezitatorin Frau Ilse Intrator-Davidsohn unter dem Motto: „Ernstes und Heiteres von Heine bis Werfet“. Wir bitten nicht zu vergessen, etwaige rückständige Beiträge, sowie den Februarbeitrag vor der Veranstaltung vom 10. Februar zu begleichen, damit die Veranstaltung besucht werden kann. Wir bitten nochmals herzlichst, ans Quartier für die Künstler bereitzustellen. Die Schwierigkeit in der Unterbringung der Künstler gefährdet sonst die weiteren Veranstaltungen. Bei dem geringen Beitrag der Mitglieder sind weder wir selbst in der Lage, die Künstler auf unsere Kosten in einem Hotel oder in einer Pension unterzubringen, noch sind bei den diesen Beiträgen angepaßten Honoraren die Künstler, deren wirtschaftliche Lage fast durchweg als nicht günstig zu bezeichnen ist, imstande, die Kosten ihres Aufenthalts selbst zu bezahlen. Fast sämtliche jüdischen Kulturbünde Deutschlands bringen ihre Künstler in Familienqnartier unter und haben hierbei nicht die geringsten Schwierigkeiten; es machen sich im Gegenteil die Mitglieder der Kulturbünde eine Ehre und ein Vergnügen daraus, Künstler bei sich aufzunehmen, zumal die Künstler tutspruchslos sind. Von Mitgliedern ist ihrem Unmut darüber Ausdruck gegeben worden, daß Veranstaltungen nicht ganz pünktlich — etwa mit einer Verspätung von 5 Minuten — begannen. Dies ist ausschließlich auf das verspätete Erscheinen mancher Mitglieder zurückzuführen. Bei den ungünstigen Garderobenverhältnissen im Saal verursacht die Ablage der Kleider störendes Geräusch, und die Künstler wünschen begreiflicherweise erst zu beginnen, wenn Ruhe herrscht und man sie verstehen kann. Im Saale von Karchowski-Fischer ist vor einiger Zeit, wahrscheinlich bei einer Kulturbundveranstaltung, ein Armband gefunden worden. Der Verlierer wird gebeten, seinen Verlust im Gemeindebüro zu melden. Wir bitten, Im Saal (auch während der Paasen am Büffet) nicht rauchen zu wollen, insbesondere für die rezitierenden oder singenden Künstler ist dies sehr störend und führt auch dazu, daß sich Indispositionen einstellen. Auch das vielfache Husten und Räuspern im Saal, das die Herstellung des richtigen Kontakts zwischen Künstlern und Hörern erschwert, würde sicherlich in Zukunft fortbleiben, wenn nicht mehr ge- 14