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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1935-08-01 · 8 (1.8.1935) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
13 (1935)
Issue
8 (1.8.1935)
Date
1935-08-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Kriege gefallen sind. Solche Erinnerungen und die Anerkennung, die sie finden, geben uns Trost, Mut und neue Hoffnung. * * Einige Einzelheiten mögen noch in Kürze aufgezählt werden: In Paris beging die Alliance Israelite Universelle ihr 75jfihriges Bestehen; es starb dort 82 jfihrig die Baronin Adelheid deRothschild, die Witwe des kürzlich verstorbenen Barons Edmond de Rothschild. — In Deutschland beging die Grofiloge U.O.B.B. B'n e B r i s s ihr 50 jihriges Bestehen; von einer Feierlichkeit war Abstand genommen worden. Es starb Professor Nicodem Caro, der grofie und bekannte Erfinder. Und, zum Schluß, die Nachricht von einem frohen Fest, das die Gemeinde Jever in Oldenburg begehen konnte: ihr Senior und Ehrenvorsitzender, Herr Joseph D. Josephs, der fünfundvierzig Jahre hindurch als Vorsitzender die Gemeinde geführt hat, beging seinen hundertsten Geburtstag. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden, dem bekanntlich auch die oldenhurgischen Gemeinden jetzt angehören, nimmt freudigen Anteil an der schönen Feier. Unsere Wanderbüdierei Eine Folge von Buchbesprechungen wichtiger neuer und älterer Bücher aus den Wanderkisten des Preußischen Landesverbandes. Fortsetzung 1. Biblische Dramen. Beer-Holmann, Richard: Die Historie vom König David. 1.: Jaikobs Traum. Ein Vorspiel. 2.: Der lange David. 7 Bilder. Berlin: S. Fischer 1918. 1933. Die beiden Dramen, an denen der Dichter mehr als vierzig Jahre arbeitete und feilte, gehören zu den sprachschönsten und gedankenreichsten Dichtungen unserer Epoche. Jaikobs Traum schildert in poetischer Verklärung Entstehung und Sinn des Judentums und stellt in dramatischer Form den Kampf der zwei jüdischen Typen dar: des Diesseitigkeitsmenschen und des ewigen Gottsuchers, Edoma und Ja&kobs. Auf des letzteren, des Siegers, Schultern ruhen Bestand und Seinsberechtigung des Judentums. — „Der junge David“, daa bühnen- und handlungsreicbere der beiden Werke feiert die Lieblingsgestalt der altjüdischen Geschichte, den Jüngling David als den geborenen und gotterwihltcn König, der zum Herrscher um seines menschlichen Wertes und Edelsinns willen berufen wird. D. Zweig, Stefan: Jeremias. Eine dramatische Dichtung in 9 Bildern. Leipzig: Insel-Verlag 1922. 216 S. Zweig’s „Jeremias“ folgt den geschichtlichen Begebenheiten von Ausbruch des letzten Krieges zwischen Juden und Chaldäern bis zum Beginn des babylonischen Exils, wie diese Ereignisse vom Alten Testament erzählt werden; doch'werden die Ereignisse, die sich in der Bibel über vierzig Jahre erstrecken, auf einen ganz knappen Zeitraum zusammengedrängt. Eigene Erfindung des Dichters hat manches Motiv des schlichten biblischen Berichts reizvoll ausgestaltet und ergänzt. Auch hier wird dem welthistorischen Martyrium des Judentums durch die religiöse Forderung des Propheten, die auf nimmermüdes Streben nach Heiligung hinzielt, sein Sinn gegeben. — Durch die Aufführungen des Kulturbundes dürfte das Interesse für Beer-Hofmann und Zweig allgemein stärker geworden sein. D. Haupt mann, Carl: Moses. Bühnendichtung in 5 Akten. München: Callwey 1906. 234 S. Der „Moses“, den der Dichter in einem Briefe an Otto Modersohn das „lieltste, schönste Werk seines bisherigen Lebens“ nennt, bat sich dennoch nicht in dem Maße durchgesetzt, wie einige andere Werke des weniger bekannten Brnders von Gerbart Hauptmann. Wir aber sollten uns einmal in diese machtvollen Szenen vertiefen, welche das Leben des Mose vom Auszug aus Aegysten bis zu seinem Tode mit liebevollem Eingehen und großer Kenntnis des Kulturgeschichtlichen darstellen. G—n. 2. Reise in den Süden. Ehrenpreis, Marens: Das Land zwischen Orient and Okzident Spanische Reise eines Juden. 111, Berlin: Welt-Verlag 1928. 231 S. Selten ist der Titel eines Buches in seinem Inhalt so völlig erfüllt worden, wie in dem Reisewerk des bekannten Stockholmer Oberrabbiners Ehrenpreis, denn zwischen „Tausend und eine Nacht“ und dem „Don Quichotte“, zwischen Morgenland und -Abendland wollen ihm in dieser seltsamen Landschaft alle Träume Wirklichkeit. werden; nicht einmal nur geschichtliche, denn das Maranentum, der eigentliche Mittelpunkt des Buches, scheint erst jetzt aus dem Dunkel der Jahrhunderte hervorzubrechen. Daneben aber leben große jüdische Gestalten aus ^Spaniens glänzender Vergangenheit auf: Salomo ibn Gabirol, Jehuda ben Halevi, Mosche ben Maimon. — Eine wundeschöne, farbenreiche Schilderung für anspruchsvollere Leser. G—n. Adler, E. N.: Von Ghetto zn Ghetto. Reisen und Beobachtungen. III. Stuttgart: Strecker & Schröder 1909. XIII, 213 S. Kurz vor der Jahrhundertwende bereiste ein englischjüdischer Jurist mit großem Interesse für Wesen und Geschichte des Judentums Griechenland, Palästina, Persien und Indien, um das Leben und die Vergangenheit der dortigen Glaubensgenossen zu studieren. Was er in Wort und Bild von seinen Fahrten mjtbrachte, ist nicht nur fesselnd und reizvoll zu lesen, sondern auch höchst interessant im Vergleich mit der heutigen ungeahnten Entwicklung im Orient, besonders in Palästina. D. Golteln, S. D, F.: Von den Juden Jemens. Eine Anthologie. Gesammelt, übers, und hrsg. von S. D. F. Goitein; Berlin: Schocken-Verl. 1934. 107 S. (Bücherei des Schocken-Verl. 13.) Jeder Jude, der einen auch nur flüchtigen Blick in das heutige Palästina getan hat, sei es nun auf literarischem Wege oder durch mündliche Berichte, hat etwas von den Jemeniten gehört, jenen meist großen, kräftigen Gestalten, die als Handwerker, Arbeiter und Lastträger schon so etwas wie eine jüdische Urbevölkerung bilden, obwohl sie aus dem südwestlichsten Arabien eingewandert sind. Goiteins „Anthologie“ ist kein« wissenschaftliche Abhandlung, sondern vielmehr ein höchst kurzweilig zu lesendes Märchenbüchlein, allerdings für erwachsene, reife Menschen, denn alle Ueberlieferung dieses weltfrommen Völkchens wird unter ihren Händen zur Legende. G—n. Amtlicher Teil Nachweis von Voihetem für die Hohen Feiertage Wir machen unsere Mitgliedsgemeinden, darauf aufmerksam, daß wir auch in diesem Jahre den Nachweis von geeigneten Vorbetem für die Hohen Feiertage, übernommen haben, . Eine Reihe von Bewerbungen liegt'Bel uns vor, und es wird voraussichtlich möglich sein, in beschränktem Umfange Zuschüsse tät den entslehehden"'Kosten an solche Gemeinden zu bevWüfgeij, die nachweislich selbst nicht in dar läge- .sind,-iß* -de» genannten Zweck Mittel aufzu- # bringen. Prüfung der Verhältnisse muß jedoch für jeden einzelnen Fall Vorbehalten bleibeh. Überlassung von Kultgegenständen für Palästina Eine nene Siedlung bei Tel-Aviv bittet um Überlassung von Seforim, Thorabehang, einem Vorhang für den Thoraschrein, Decken .für. das .VorbeterpulL u, ä. Wir >}tten um ü.Qncmdgn in der läge sind, dte geWöpkA t qf&cgqwtäad« inc.-Ver»-- füguhg m stellen. '

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