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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1935-02-01 · 2 (1.2.1935) · p. Seite 11

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
13 (1935)
Issue
2 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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festes geworden sei: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Ewige der Heerscharen.“ Danach begrüßte Herr Schoenfeld aus Deutsch-Krone als Vertreter der Bezirksgemeinden den neuen Rabbiner aufs herzlichste und sprach ihm das volle Vertrauen der Judenschaft der Provinz für seine schwere Arbeit aus. Dann ergriff Dr. Jospe selbst das Wort. Es sei die tiefste Aufgabe des Rabbiners, den Menschen den Sinn des jüdischen Schicksals zu deuten, und letzter Sinn jüdischer Erziehung sei Erziehung zur Schicksalsliebe und Lebensbejahung. Danach fand ein geselliges Beisammensein der Gemeindemitglieder statt, bei dem Dr. Galliner über die Arbeit des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden, insbesondere für die Betreuung der Kleingemeinden berichtete. sendet Gott Wachteln und Manna; sie stillen Hunger und Durst, und auch ihr Geist lebt wieder auf.“ — Der Bericht wurde mit großer innerer Anteilnahme aufgenommen; und bei dem nachfolgenden geselligen Zusammen-! sein in den Räumen des Wohlfahrtsamtes brachten Herr Rabbiner Dr. Eschelbacher und Herr Felsen- ' t h a 1 zum Ausdruck, wie sehr die anschauliche Zusammenstellung des an sich spröden Stoffes alle Zuhörer gefesselt habe. i Kulturfahrten Im Monat Dezember wurden vom Preußischen Landesverband ' jüdischer Gemeinden in Gemeinschaft mit dem Zentralauaschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau weitere Kulturabende in verschiedenen preußischen Provinzen veranstaltet Es fanden 17 Veranstaltungen in folgenden Gemeinden statt: Ein Bezirksrabbinat für Pommern Provinz Provinz Hessen-Nassau: Westfalen: Provinz Pommern: Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat beschlossen, ein Bezirksrabbinat mit dem Sitz in Schivelbein zu begründen, dem die folgenden Gemeinden angeschlossen werden sollen: Labis-Wangerin, Regenwalde, Dramburg, Bad Polzin, Belgard, Kolberg, Köslin, Bublitz, Pollnow, Neustettin, Bärwalde, Falkenburg und Tempelburg. Der Bezirk dürfte damit 1000 Seelen umfassen. Zum Bezirksrabbiner ist inzwischen Rabbiner Dr. Richter, bisher Hirschberg, gewählt worden, dessen Amtseinführung am 10. Februar stattfinden wird. Der Landesverband sprach in Düsseldorf In der Reihe der Veranstaltungen, die der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden seit kurzem in verschiedenen Teilen des Landes abhält, fand am Montag, den 21. Januar ein Gemeindeabend in Düsseldorf statt. Die schöne und von echter Würde erfüllte Synagoge war gut besucht; ein stimmungsvolles Orgelspiel leitete den Abend ein, und der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Erich Felsenthal, selber als langjähriges Mitglied des Verbandstages der Landesverbandsarbeit eng verbunden, eröffnete die Veranstaltung mit einem kurzen, aber prägnanten Hinweis auf die Bedeutung des Landesverbandes und seine Arbeit. „Ziel und Leistungen des Landesverbandes“ war das Thema des Vortrags, den ursprünglich der Vizepräsident des Rats, Dr. Alfred Klee, halten sollte, der aber durch Erkrankung verhindert war, sodaß an seiner Stelle das stellvertretende Mitglied des Rates Herr George Goetz gekommen war. Der Redner gab einen Gesamtüberblick über alle Gebiete der Verbandsarbeit, er wies auf das stille und gewissermaßen anonyme Heldentum der jüdischen Lehrer und Beamten in den kleinen und kleinsten Gemeinden hin, ebenso aber auch auf die Opferbereitschaft aller Juden der schwer mit der Zeitnot ringenden Klein- und Mittelgemeinden, von deren innerer und äußerer Situation die Juden einer Großstadt oft nicht die geringste Kenntnis haben. Diese Gemeinden durch materielle und kulturelle HUfe aufrechtzuerhalten, sei nicht weniger wichtig als die von anderen jüdischen Stellen geleistete Existenzhilfe für die Einzelmenschen und -familien. Im Gegenteil: oft werde jüdische Wirtschaftshilfe nur möglich durch Anlehnung an die örtliche Synagogengemeinde. Wie diese Gemeinden durch Beihilfen, durch Zuschüsse an die Beamten und. andere finanzielle Maßnahmen gesichert werden, wurde in dem Vortrag ausführlich dargestellt, und es wurde weiter auch die kulturelle Hilfsarbeit des Landesverbandes geschildert: der Hunger nach seelischer Aufrichtung und geistiger Nahrung, der in den kleinen Gemeinden besteht und vom Landesverband durch Anregungen auf religiösem Gebiet (Seder- und Sukkohfeiern), durch Kulturfahrten, Gemeindezeitung und Wanderbibliothek gestillt wird. „Der Landesverband kommt zu euch!“ — das könnte, so führte der Referent aus, als Motto über diesen Teil der Arbeit gesetzt werden, und er schloß mit einem Ausblick auf eine wirtschaftlich bessere und von echtem jüdischen Geist durchseelte Zukunft: „Denen, die beim Heerbann bleiben. Corbach Felsberg Melsungen Neunkirchen Spangenberg Wildungen Ahlen Brilon Hoerde Lippstadt Lüdenscheid Wattenscheid Gollnow Köslin Lauenburg Schivelbein Stolp Maimonides-Bibliographie Anläßlich des bevorstehenden Maimonides-Jubiläums möchten wir nochmals auf die in der vorigen Nummer unseres Gemeindeblattes veröffentlichte Uebersicht der Schriften von und über Maimonides hinweisen. Sonderabzüge dieser Bibliographie stehen unseren Mitgliedsgemeinden, ihren Rabbinern, Lehrern und sonstigen Beamten, sowie auch Jugendführern auf Bestellung zur Verfügung. Die Zusammenstellung dieser Bibliographie ist, was in der vorigen Nummer leider zu bemerken vergessen wurde, von Herrn Dr. Eugen Hessen, dem Bibliothekar der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, freundlicherweise vorgenommen worden. I r Verbilligte Mazzoth Die „Achduth“, Ortsgruppe Frankfurt am Main, Allerheiligenstr. 83, weist darauf hin, daß es ihr möglich sein wird, Mazzoth und Mazzothmehl zu verbilligten Preisen zu beschaffen. Sie bittet Reflektanten — Einzelpersonen und Gemeinden, — sich an sie zu wenden. V orzugsangebot der neuen Thoraübersetzung — Auf Grund eines Sonderangebots der Jüdischen Buchvereiniguiig sind_wir in der Lage, unseren Mitgliedsgemeinden den Bezug der von der Buchvereinigung herausgegebenen neuen Thora-Uebersetzung zum Vorzugspreis von 2.50 RM. (statt 3.25) zu ermöglichen. Ueber die einzigartige Bedeutung dieser neuen Bibelübertragung, an der namhafteste Gelehrte zusammengearbeitet haben, ist in der Januar-Nummer unseres Blattes ausführlich berichtet worden. Das neue Werk darf in keiner Gemeindebibliothek fehlen. Der bis jetzt vorliegende Teil — die fünf Bücher Moses — umfaßt ca. 480 Seiten, ist in Ganzleinen gebunden und in handlicher, schöner Ausstattung erschienen. Wir bitten, uns Bestellungen bis zum 15. Februar zugehen zu lassen, da nur eine beschränkte Anzahl von Vorzugsexemplaren zur Verfügung steht. Bevorzugte Abfertigung von Kriegsbeschädigten in jüdischen Dienststellen Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten nimmt Veranlassung, in einem Rundschreiben darauf hinzuweisen, daß Kriegsbeschädigte, insbesondere Schwerkriegsbeschädigte, stets bevorzugt abzufertigen sind und daß mit der gleichen Selbstverständlichkeit die von den amtlichen Fürsorgestellen ausgestellten Ausweise zur bevorzugten Abfertigung auch von jüdischen Amtsstellen beachtet werden müssen. 11

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