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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1934-09-01 · 6 (1.9.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
12 (1934)
Issue
6 (1.9.1934)
Date
1934-09-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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GEMEINDEBIAH FÜR NE JÜDISCHEN GEHENDEN PREUSSENS VERWAITUN GS BLATT DES PREUSSISCHEN LANDESVERBANDES JÜDISCHER GEMEINDEN Alle Zuschriften sind zu Hehlen an des Verwaltung#- ind GendodeUatt des Preaflhcfaen Lendeererbendee JAdlsdier Gcwclnden, BIn.-ChaHottrnbar|2, KenfHr.158» ILSlcxh Der BesaetpreU fOr die Ünnlim—fr betrifft tf Plennlf. VerentvortUdaer Leiter des Inseratenteils: Joseph Jestfov, Berlin S 42, Bttterstrafte 36 12- Jahrgang Berlin, den 1. September 1934 Nr. 6 Die hohen Feste In den Tagen, da diese Nummer unseres Gemeindeblattes in die Hand der Leser kommt, rüsten sich alle jüdischen Familien und Gemeinden auf dem Empfang unserer ernstesten und heiligsten Feste, auf die Beendigung und auf den Neubeginn unseres religiösen Jahres und auf das Versöhnungsfest. Der Jahreswechsel ist dem Judentum nie Anlaß zu lauten Feiern, zu wortreichem Glück-Wünschen gewesen; ein Tag der Besinnung und Einkehr ist das Neujahrsfest der jüdischen Religion und steht in engstem Zusammenhänge mit dem heiligsten der Tage, dem Tag der Buße und Versöhnung. Daß dies die uns gemäße Art ist, das Neujahrsfest zu begehen, empfinden wir in dieser Zeit wieder besonders stark. Ein Jahr einschneidendster Geschehnisse, härtester Arbeit, entscheidungsreichster Entwicklungen liegt hinter uns; eiiv Jahr, das an Schwere des Schicksals und der Verantwortung dem jetzt ablaufenden nicht nachstehen wird, liegt vor uns. Mit dem Ernst, den das Wissen um solche Vergangenheit und um solche Zukunft eingibt, rufen deshalb — an der Schwelle zwischen dem alten und dem neuen Jahre — die führenden Männer unseres Verbandes allen jüdischen Gemeinden, allen jüdischen Familien, allen Männern und Frauen, der alten und der jungen jüdischen Generation in Deutschland zu, was das kommende Jahr von uns allen erfordert. Über jedem einzelnen dieser Wünsche aber steht als oberster der Ruf, den jüdisches Gottvertrauen und jüdisches Verantwortungsbewußtsein allemal in schwerer Stunde an sich selber richtet und der auch jetzt wieder zum Segen und Kraftantrieb werden mag: ' pTHTU} ptn pnn Seid stark, seid stark, lasset uns stark sein! Kammergerichtsrat i. R. Leo Wolff, Präsident des Großen Rates: Vieles von dem, was ein ganzes Jahr hindurch sich ereigr net, wird aus unserer Erinnerung niemals schwinden» weit zahlreicher aber sind die Vorfälle, die uns bedeutungslos scheinen ünd im Gedächtnis nicht haften. Kommt aber der Zeitpunkt, an dem Vergangenheit und Zukunft aufeinandertreffen, so erfüllen Gedanken über das Gewesene, Wünsche und Hoffnungen für das Kommende Geist und Herz des Menschen, und es kommt uns zum Bewußtsein, daß gar manches, was uns unwichtig schien, eine große Wirkung ausgeübt, eine Entwicklung aufgeschlossen und Bahnen zu bisher ungekannten Zielen eröffn«! hat,- daß manche Einzelheit, deren wir in der Vielfalt des Geschehens nicht achteten, der Beginn einer früher nicht geleisteten Arbeit gewesen ist. Dem Ende eines Jahres, wenn sich das Tor zu einem neuen auftut, wurde deshalb in allen Zeiten und Zonen, von allen Völkern und Religionen seit je die größte Beachtung geschenkt. Uns Juden naht nun der gewaltige „Tag der Erinnerung“, und da ist es das Schicksal des deutsdien Judentums, das unser ganzes Denken beherrscht. Nach den gewaltigen Erschütterungen, vort denen wir betroffen wurden, ist es unser heißester Wunsch, dbß das deutsche Judentum durch diese in seinen Grundfesten < nicht geschwächt sei, daß sein Weg wieder aufwärts führe, und daß es wieder frei und geachtet dastehe in unserem deutschen Vaterland. Daß wir Juden durch straffe Selbstzucht, uneigennützige Mitarbeit und innere Einigkeit das meiste zur Erreichung dieses Zieles beizutragen haben, ist eine Erkenntnis, die nicht oft genug jedem einzelnen von uns eing'eschörft werden kann. Wer sie beherzigt, der kann, wie immer die Zukunft sich gestalten mag, dem neuen Jahre mit gutem Gewissen und mit Zuversicht entgegensehen. Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee, Erster Vizepräsident des Großen Rates: Am Rausch-haschonoh erinnert sich der Jude und hält Einkehr. Doch peben dem Erinnern des Einzelnen steht das Gedächtnis des ganzen Volkes, das die Jahrtausende umfaßt, wie das Gestern. Unsere Gemeinden, diese überzeitlichen Organisationen, die sich unser Volk geschaffen hat, sollen sich ihrer geschichtlichen Aufgabe, Träger der Erinnerung, der Ueberlieferung von Geschlecht zu Geschlecht zu sein, in diesen Togen

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