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Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens · 1934-06-01 · 3 (1.6.1934) · p. Seite 12

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Journal
Gemeindeblatt für die Jüdischen Gemeinden Preussens
Volume
12 (1934)
Issue
3 (1.6.1934)
Date
1934-06-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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des rabbinischen Wortes: „Die Welt wird nur erhalten durch den Hauch der Kinder des Lehrhauses.“ Im Anschluß daran machte Dr. Fritz Bamberger, der die Leitung übernommen hat, mehrere Mitteilungen über die Durchführung des Kursus. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß der Unterricht und die Beziehungen zwischen den Dozenten und den Teilnehmern von dem Geiste gemeinsamen Erlebens und kameradschaftlicher Zusammenarbeit getragen sein mögen. Der Landesverband habe dies dadurch leicht gemacht, daß er die Dozenten insbesondere aus dem Kreis der jüngeren Generation ausgewählt habe. Ministerialerlaß. Ausschluß nichtarischer Bewerber (Bewerberinnen) von der Zulassung zur schulwissenschaftlichen Vorprüfung. I. Zur Ablegung der durch die Runderlasse vom 17. Oktober 1929 — U III 5425. 1.. — (Zdntrbl. S. 323) und 15. Januar 1931 — U III D 2546/30 — (V.MB1. Sp. 564) geregelten Prüfung für die Aufnahme in die Wohlfahrtsschulen, .sozialpädagogischen Seminare usw. sind künftig Bewerber (Bewerberinnen) nichtarischer Abstammung nicht mehr zuzulassen. II Wer nichtarischer Abstammung ist. bestimmt sich nach den unter dem 8. August 1933 (Reichsgesetzbl. I. S. 575) ergangenen Richtlinien zu § 1 a Abs. 3 des Reichsbeamtengesetzes in der Fassung des Gesetzes vom 30. Juni 1933. III. Die Meldungen nichtarischer Ausländer (Ausländerinnen) sind mir mit Stellungnahme vorzulegen. Berlin, den 24. April 1934. Der Minister für Wissenschaft, Kunst u. Volksbildung In Vertretung: Stuckart. An die Herren Oberpräsidenten (Abteilung für höheres Schulwesen, bei Berlin: Schulabteilung). — Abdruck zur Kenntnisnahme an die Herren Regierungspräsidenten. den Herrn Polizeipräsidenten (Abteilung V) in Berlin O 27 sowie die staatlich anerkannten Wohlfahrtsschulen. — U. II M 169 U II L, K I. (Zentrbl. 1934 S. 149). Aus den Provinzialverbänden. Ostpreußen. Am 10. Mai 1934 hat in Königsberg der Verband der Synagogengemeinden Ostpreußens seine alljährliche Verbandssitzung abgehalten. Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden hat sich auf dieser durch seinen Präsidenten, Kammergerichtsrat W o 1 f f vertreten lassen. Der stellvertretende Vorsitzende des Provinzialverbandes. Rechtsanwalt Dr. Ehrlich richtete an den Präsidenten des Landesverbandes herzliche Worte der Begrüßung, die dieser erwiderte. Mit seinem Dank für die Einladung sprach er die Genugtuung darüber aus, daß durch seine Anwesenheit die Gelegenheit zu besonderer Fühlungnahme und gemeinsamer Arbeit zwischen dem Landesverband und dem seit vielen Jahren in der Provinz Ostpreußen tätigen Provinzialverband gegeben sei. Er machte weitere Ausführungen über die religiöse und sonstige Betreuung der mittleren und kleinen Gemeinden, wobei er besonders auf die Bedeutung der in Ostpreußen . schon früher eingeführten und nunmehr durch den Landesverband zusammen mit dem Zentralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau geförderten sogenannten „K u 11 u r f a h r t e n“ hinwies. Es wurde allseitig anerkannt, daß durch diese ein wohltuender Einfluß auf die kleinen Gemeinden, und alle__ ihre Mitglieder 'ausgeübt werde. Die Sitzung wurde durch eingehende Behandlung der jede einzelne Gemeinde betreffenden ' besonderen Angelegenheiten, vor allem die Erhaltung der Lehrer ausgefüllt, und es gelang trotz der bestehenden finanziellen Schwierigkeiten durch verständnisvolles gegenseitiges Entgegenkommen . diejenigen Maßnahmen zu treffen, durch die eine Aufrechterhaltung des jüdischen Lebens selbst in den kleinsten Orten gewährleistet wird. Im Rahmen der Tagesordnung erstattete zu Beginn der Sitzung das Mitglied des Präsidialausschusses der Reichsvertretung, Dr. Siegfried Moses einen mit viel Interesse entgegengenoinmenen Bericht über die bisherige Tätigkeit der Reichsvertretung, an den sich alsdann eine Besprechung schloß. Brandenburg. Am 13. Mai fand in den Räumen des Preußischen Landesverbandes eine vom Provinzialverband Brandenburg einberufene Sitzung mit Vertretern des Provinzialverbandes und den im Bezirk der Provinz bisher tätig gewesenen Rabbinern wegen der religiösen und kulturellen Betreuung der Provinzgemeinden unter dem Vorsitz von Dr. K a 11 n e r- Spandau statt. Der Syndikus des Landesverbandes, Dr. Schildb e r g e r , hielt ein Referat über die vom Landesverband soeben veranstalteten Kulturfahrten und machte Vorschläge für eine umfassende Organisierung der notwendigen kulturellen und religiösen Betreuung, deren Durchführung in die Hand der Provinzialverbände gelegt werden soll. Nach einer eingehenden Diskussion wurden die Richtlinien für die Betreuungsarbeit innerhalb der Provinz Brandenburg festgelegt. Der Provinzialverband, dessen Vertreter die Uebernahme dieses Arbeitsgebiets zugesagt haben, hat seine Tätigkeit bereits aufgenommen. Niederschlesien Der Vorsitzende des Verbandes der Synagogengemeinden der Provinz Niederschlesien Justizrat K a 1 i s c h ist auf' einer Besuchsreise nach Palästina kurz nach seiner Landung unerwartet verschieden. Zum zweiten Male binnen wenigen Monaten betrauert der Verband den Verlust seines Vorsitzenden. Justizrat Kalisch, der auch langjährig als Abgeordneter des Verbandstages des Preußischen Landesverbandes tätig war. hat sich insbesondere um die Gemeinden Niederschlesiens und um das jüdische Leben in ihnen ungewöhnliche Verdienste erworben, die ihm ein dauerndes Gedächtnis sichern. Die ordentliche Mitgliederversammlung des Versicherungs- Vereins a. G. „D i e Hilf e“ zu Berlin hat am 30. April d. Js. stattgefunden. Aus dem Geschäftsbericht ist zu entnehmen, daß sich der Verein trotz der veränderten Verhältnisse im Jahre 1933 günstig entwickelt hat. Wenn auch durch Auswanderung usw. ein entsprechender Abgang an Mitgliedern zu verzeichnen ist. so hat der Eingang an Neuanträgen diesen Mitgliederverlust wieder vollständig ausgeglichen. In den ersten 3 Monaten des laufenden Jahres ist bereits ein bedeutendes Ansteigen des Versicherungsbestandes festzustellen. Der „Hilfe“ ist es gelungen, sich in den zwei Jahren ihres Bestehens in weitesten jüdischen Kreisen gut einzuführen und sie konnte bei vielen eintretenden Versicherungsfällen helfend eingreifen. Der Verein war außerdem in der Lage, auf Grund der mit verschiedenen Landesverbänden, Gemeinden und Organisationen abgeschlossenen Empfehlungsverträge diesen Institutionen wesentliche Beträge für deren Wohlfahrtseinrichtungen zuzuführen. Die heutige Zeit verlangt mehr denn je einen gewissen Schutz, so daß der Beitritt zum Verein, der unter Aufsicht des Reichsaufsichtsamtes für Privatversicherung steht und bei einer ersten deutschen Versicherungs-Gesellschaft, rückgedeckt ist, wohl empfohlen werden kann. An Stelle der im Berichtsjahr ausgeschiedenen Herren des Beirats sind in denselben neu gewählt worden: Herr Felix Struck, Berlin Herr Rabbiner Dr. Fuchs, Chemnitz. Bestellungen auf unser Verwaltung*« und Oemeindablatt, das jeden Monat einmal ersdieint und dessen Bezugspreis pro Nummer 10 Pfg. beträgt, bitten wir zu richten an den Vorstand der Synagogengemeinde, der der Besteller angehört. Verlag und Schriftleitung: Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstr.158, Präsident! Kammergerichtsrot I. IL Leo Wolff, Neubabelsberg b. Berlin, Berliner Str. 100. Hauptschriftlelter und ve ro ntwortllc h für den gesamten redaktionellen Text t George Goetz, Berlin W 50t Marburger Str. 5. Druckt Berthold levy, Berlin C2, Neue Frledrlchstrofte 48

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