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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1932-07-01 · 3 (1.7.1932) · p. Seite 11

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
10 (1932)
Issue
3 (1.7.1932)
Date
1932-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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11 — viele, auf absehbare Zelt »n 6a» Produktionsprozeß wieder etngereiht zu werden, entlassene Jngendflche, die eben ihre Lehrzeit beendet und keine Möglichkeit haben, neu« Arbeitsstellen zu finden, abgebaute allere Angestellte und viele andere Kategorien mehr können und muffen von der jüdischen Oeffentllchkeit erwarten, daß ihnen die Möglichkeit gegeben wlrd, wieder für einige Zeit zu arbeiten, um ihre Arbeitskraft und ihren Arbeitswillen zu erhalten. Landwerk Neuendorf wird am 1. 3u(i vorerst 30 bis 40 Personen aufnehmen: es ist aber geplant, diese Zahl bald erheblich zu erhöhen, um den jüdischen Arbeitslosen eine wirklich merkbare Hilfe zu geben. DaS Gut Neuendorf liegt in landschaftlich besonders schöner Lage, die Arbeitsmöglichkelten sind vielseitig und umfangreich, llnterbringungsmöglichkeiten sind angemeffen und ausreichend gesichert, die Werkstätten (Äschlerei. Schlosserei, Schuhmacherei, Stellmacherei) ohne größeren Kostenaufwand auszubauen und zu erweitern. Die Leitung liegt in besonders aualtfizlerten Händen: sozialpädagoglfch und auch sonst vorgeschulte Kräfte werden dem Betrieb eine gute pädagogisch« und soziale Atmosphäre sichern. Als Rechtsträger hat die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge den Verein .jüdische Arbeitshilfe e. V." ins Leben gerufen, deffen Geschäftsstelle sich in Berlin- Charlottenburg, Kantstr. 158, befindet, wohin auch alle Gesuche um Aufnahme zu richten sind. Der Vorstand der Hauptstelle hat für Neuendorf einen besonderen Verwaltungsausschußgebildet, dem die Herren Aoler-Rudel, Alfred Berger, Dr. Mar Kreuhberger, Landgerichtsrat Dr. Lilienthal, Wilhelm Marcus und Bruno Woyda angehören. klufruf für die Jüdffdjc kinclererholungs-Zürsorge I An alle, die unsere Jungen und Mädchen lieben, an alle Mütter und Väter, an die glückliche und gesunde Jugend selbst geht unser Ruf: Helft, daß unser« Kinder und unsere Jugendlichen gesund blelbeu und werden. Gemeinden und Vereine werden fast erdrückt von der Not des Tages. Für Erholung und Gesundung der Kinder und Jugendlichen sind kaum noch Mittel vorhanden. Und doch warten, in großen und kleinen Gemeinden, viele Hunderte von Kindern, Mädchen und Jungen, die von Krankheit bedroht oder ergriffen sind, sehnsüchtig darauf, daß dieser Sommer ihnen sonnensrohe Erholung und Krästioung bringe. Das ist nur möglich, wenn alle nach dem Matz ihrer Kräfte, alle, die llch selbst noch eine Erholung gönnen können, beitragen und helfen. Die in der Arbeitsgemeinschaft „Jüdische Erbolungsfürsorge" vereinigten Organisattonen rufen herzlich und dringenzu solcher Hilfe auf, bei deren Durchführung überall Gemeinden und Vereine eng Zusammenwirken werden. Für 16,— RM kann ein Kind eine Woche Erholung finden. Arbeitsgemeinschaft „jüdische Erholungs-Fürsorge" Prof. Seligmann. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Baeck. Jüdischer Frauenbnnd Bettina Brenner. Schwesternverdand der U. O. B. B.-Logen Anna Lewy. Spenden werben erbeten an: Postscheckkonto Berlin Rr. 140617. Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlln-Eharlottendurg, mit dem Zusatz „Erholuugsfürsorge oder an alle Flltalen der Deutschen Bank und Dlskonto- Gesellschaft, für Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin-Eharlottenburg, Konto „Erholuugsfürsorge". Bekanntmachung. Durch eine Buchhandlung ist uns das Angebot gemacht worden, den Kizur Schulchan Aruch mit deutscher liebersetzung, deffen Ladenpreis 18,— RM. beträgt, aus ihren Beständen an dem verbilligten Preise von 10,— RM. je abzugeden, wenn eine größere Bestellung erfolgt. Wir stellen unseren Mitgliedsgemeinden und ihren Beamten anheim, ihre Bestellungen, falls fie für die Anschaffung Jntereff« haben, an uns zu richten. Eharlottenburg 2, 19. April 1632. Preußischer Landesverband jüdischer Gemeinden. Wolfs. Berichtigung. 3n Nr. 2 des Verwaltungsblatts vom 1. März d. I. findet sich aus S. 6 eine Bekanntmachung: „Me rechtlich« Wirkung religiöser Entscheidungen." Bedauerlicherweise ist dieser Druckfehler übersehen worden. Es muh heißen: „Die rechtliche Wirkung religiöser Ehescheidungen. Einbanddecken für das Berwaltungsblatt. Für unser Verwaltungsblatt können künftighin Einbanddecken durch uns bezogen werden. Sie sind in Ganzleinen ausgeführt und mit Goldaufdruck auf der Vorderseite und auf dem Rücken versehen. Der Preis bekägt je Stück 1,25 RM. ausschließlich Porto. Sofern der Wunsch besteht, die früheren Jahrgänge binden zu lassen, können auch hierfür Einbanddecken angefertigt werden. In den Bestellungen, die an uns zu richten lind, bitten wir anzugeben, für welche Jahrgänge die Decken benötigt werden. Sitzung «les Wohlfahrtsausschusses. Am Sonntag, den 26. Junl d. I. trat in Berlin der Wohlfahrtsausschuß unter dem Vorsitz von Landgerichtsrat Dr. Arthur Lilienthal zu seiner diesjährigen Tagung zusammen. Di« Sitzung wurde durch ein Referat des Vorsitzenden über die durch die gegenwärtige Lage bedingte und überaus erschwerte Wohlfahrtsardeit eingeleitet. Er wies darauf hin, daß Aufgaben, die noch vor einiger Zeit als wesentlich anzusehen waren, in ihrer Bedeutung gegenüber dem ungeheuren Problem der Arbeitslosigkeit, bei dem es sich nicht nur und nicht in erster Linie um Geldgeben handelt, geringere geworden find. Die Hilfeleistung für die Erwerbslosen müsse heute das Hauptaufgabengeoiet jeglicher Wohlfahrtsardeit sein. Es handelt sich dabei nicht so sehr um das materielle als um das seelische Problem und nicht so sehr bei den Erwachsenen als bei den jungen Menschen. Diese jungen Menschen davor zu bewahren, seelisch zu zerbrechen und die Heranwachsende Generation gesund zu erhalten, muß im Vordergründe jeglicher Wohlfahrtsardeit stehen. Natürlich müßten daneben auch die anderen Arbeiten und Pflichten der Wohlfahrtsardeit, ganz besonders der Jugendfürsorge, erfüllt werden. In der Aussprache wurde auch die Frage erörtert, ob der Wohlfahrtsausschuß in der Lage sei, gemäß der Hebung der früheren Jahre den einzelnen Wohlfahrtseinrichtungen bestimmte Subventionen für das laufende Rechnungsjahr zuzuflchern. Die Frag« wurde von der großen Mehrheit des Ausschusses bejaht. Ueber die unmittelbaren Aufgaben des Wohlfahrtsausschusses des Landesverbandes hinaus wurde die Frage angeschnitten, inwieweit die fetzigen Verhältnisse die Gemeinden etwa zu grundsätzlichen Umstellungen in der Handhabung der Wohlfahrtspflege zwingen könnte«. Es wurde verabredet, dag die Entwicklung von einem besonderen Ausschuß beobachtet und geprüft »erden sollte. Der Ausschuß beschäftigt« sich alsdann mit der Verteilung der im Haushaltsplan des Landesverbandes für die Wohlfahrtspflege vorgesehenen Mittel. Gegenüber den tatsächlichen Aufwendungen des Vorjahres sind di« einzelnen Subventionen infolge der durch die Herabsetzung des Gesamtetats gebotenen Einschränkungen meist um ein Geringes ermäßigt worden. Dl« Gesamtsumme, di« der Landesverband für Wohlfahrtssubventtonen aller Art zur Verfügung stellt, bekägt ca. 84000 RM 3m ganzen wurden davon verwandt 14487,50 RM für Beihilfen zur Berufsausbildung, 39900 RM für die deutfchen Zenkalorganisationen der jüdischen Wohlfahrtspflege, der Rest für einzelne Anstalten und Einrichtungen mit Reichsbedeutung.

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