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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1931-06-01 · 4 (1.6.1931) · p. [Seite]

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
9 (1931)
Issue
4 (1.6.1931)
Date
1931-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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des Preußischen Landesverbandes Srlchelol in freier Sollt. ( Der Preis dteier Nummer südischer Gemeinden Di» Milgltedsieultiudt» «rhelten das VtrmaltuugsdlaN lofteulo». — Slle gufchristeu stud zu richten « da» .«erwaldmisblatt' de» Prnchiiche» Laudesoerbaude» itdischer Pemeiuden verliu-rharlotteuduig r. «auch». Ui«, 0. k«»s S. Jahrgang Berlin, den 1. Juni 1SS1 Nr. 4 Bericht über die konstituierende Sitzung des Rates. Am 14. Mai 1931 trat der neugewählt« Rat des Preußischen Laildesverbandes jüdischer Gemeinden in Berlin zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Sie wurde durch den Alterspräsidenten Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Falkenheim-Königsberg eröffnet. Zum Präsidenten des Rates wurde einstimmig Kammer gerichtsrat Leo Wolfs wiedergewählt. Zu stellvertretenden Präsidenten wurden Rechtsanwalt Dr. Klee wieder» und Landgerichtsrat l)r. Lilienthal »eugewähll, zum Schriftführer Geh. Iustizrat Goldfeld-Breslau, zum Schatzmeister Direktor Kareski, zum stellvertretenden Schatzmeister Dipl.-Ing. Bruno Wohda, zu Beisitzern Rabbiner Dr. Galliner, Iustizrat Dr. Blau »Frankfurt a.M. und Salmann Schocken. Di« vom Rat« vorzunehmenden Ergänzungswahlen in den WohlfahrtS- und den Rechts-Aus schuß hatten das folgend« Ergebnis: In den WohlfahrtS-AuSfchuß wurden Landgerichtsrat Dr Lilienthal als Vorsitzender und Rabbiner Dr. Eschelbach«-Düsseldorf, ferner zu stellvertretenden Mitgliedern Frau Bertha Falkenberg- Berlin und Dr. Friedrich Ollendorff-Berlm; zu Mitgliedern des Rechts-AuSschufseS Geh. Iustizrat Goldfeld-BreSlau als Vorsitzender und Ministerialrat Abramowitz, ferner zu stellvertretenden Mitgliedern die Herren Landgerichts rat Dr. Lilienthal-Berlin und Ka mmergerichtSrat Dr. Gerechter-Berlin gewählt. Der Rat beschäftigte sich in der Hauptsache mit den Beschlüssen des Verbandstages, deren wichtigste im letzten Derwaltungsblatt veröffentlicht worden sind. Den Entschließungen, in denen zum Kampf gegen di« Barbarei der Iudenhetze aufgerufen, von den Behörden wirksam« Maßnahmen zum Schutz« der jüdischen Bevölkerung verlangt und den zur Bekämpfung des Antisemitismus berufenen Organisationen gedankt wird, wurde zugestimmt. Ferner wurde der folgend« Antrag angenommen: ,F>er Preußisch« Landesverband jüdischer Gemeinden hat di« Recht« der in Preußen lebenden Juden zu schützen und deren Gesamtinteressen gegenüber den Organen der Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung wahrzunchmen." Den vom BerbandStag vorgenommenen Aenderungen des Haushaltsplans für daS Rechnungsjahr 1931/82 wurde zugeftimmt. Der damtt endgültig feftg« stellt« Etat wird gleichzeitig veröffentlicht. Bei der Beratung dieses Gegenstandes wurd« auf« neu« darüber Klag« geführt, daß ein Seil der Mitgliedsgemeinden ihrer Verpflichtung zur Zahlung der Umlage nicht vollständig oder gar nicht nachgekommen ist, und beschlossen, mit Rücksicht auf die schwierig« Lage des Landesverband«« mtt allen Mitteln für Einziehung der rückständigen VerbandSbeiträg« zu sorgen. Den Beschlüssen, bei denen es sich insbesondere um das Verfahren bei den Einbürgerungen, um die Regelung des Rechtes der Staatenlosen, um di« Unterstützung des Wellverbandes Schomr« Schabbos, um di« Bekämpfung der Bestrebungen zur Abänderung des Kalenders, soweit di« Einführung eines sogenannten Blankotage« geplant wird, um di« materiell« Unterstützung sowie die seelisch« und geistig« Fürsorge für di« jüdischen Erwerbslosen, um di« Veröffentlichung einer Beamtenordnung und des Normalstatuts für Gemeinden handett, wurde beigetteten. Jur Vorbereitung der von allen Setten angeregten Aenderung der Verfassung des Landesverbandes, durch di« «ine wesentlich« Vereinfachung und Verbilligung der Organisation herbeigeführt werden soll, wurde ein Ausschuß eingesetzt. Einen breiten Raum nahm in d,n Verhandlungen di« Beratung über di« zur Behebung oder wenigstens Milderung des besonders unter den Juden herrschenden wirtschaftlichen Notstandes «in. Hier kommt insbesondere der Ausbau und di« Sicherung d«S jüdischen ArbeitsnachweiSwrsens, zur Erhaltung des gefährdeten gewerblichen, handwerklichen und kaufmännischen Mittelstandes di« Begründung von Darlehnskassen in örtlich abgegrenzten Bezirken, möglichst unter Mitwirkung staatlicher Stellen, und di« Bereitstellung von Kapitalien zur Verbilligung der für die ausgegebenen Darlehen zu zahlenden Zinsen in Betracht. Ein sofort eingesetzter Sonderausschuß -soll unter Zuziehung von Sachverständigen di« zu ergreifenden Maßnahmen prüfen und in di« Wege letten. Wie fast in allen bisherigen Sitzungen des Rates waren dt« Derhältniss« der zur Ausbildung jüdischer Lehrer bestehenden Anstallen Gegenstand einer gründlichen Aussprache, di« das gesamte Unterrichtswesen umfaßt«. Ferner wurde das Verhältnis des Landesverband«« zu den drei theologischen Bildungsanstallen besprochen. Ls wurde beschlossen, in die Kuratorien der Anstallen je zwei Vertreter d«S Landesverbandes abzuordnen und di« Bestrebungen zur Sicherung der Pensions- und Hinterbliebenenversorgung der Dozenten tatkräftig zu unterstützest. Ein« Reih« von Ausschüssen, di« im Verlauf der vorigen Wahlperiode eingesetzt stunden find, hat der Rat nicht wieder gebildet. Hierzu gehören di« Ausschüsse für bi« Erhaltung jüdischer Kunstdenkmaler, für di« Bildung von BezirkSrabbinaten, für die Bearbeitung von Beitragsreklamationen, für di« Kalenderreform und der Subventions-Ausschuß. Wieder eingesetzt wurde der Ausschuß für Lehrerbildungsfragen und «in solcher zur Vorbereitung eine« Reich«- verbandeS.

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