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Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden · 1930-11-20 · 6 (20.11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
Volume
8 (1930)
Issue
6 (20.11.1930)
Date
1930-11-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Die uns LUgeschlossenen Gemeinden find zwar durchweg zu eifriger Mitarbeit bereit und fähig, vielfach aber nicht imstande gewesen, die Umlagen, M devrn Zahlung sie dupch ihren Beitritt sich verpflichtet haben, in »aller Höhe und rechtzeitig zn leisten. Wir sttrd durch das Ausbleiben eines großen Teileder km Etat vorgesehenen Mitglieds« beiträg« in arge Berlegenheft geraten. Daß wir nicht ohne In« anspruchnahme eines Bau Kredits wirtschaften kSnnen» haben wir längst als zwar sehr bedauerlich«, aber unvermeidlich« Tatsache hiergenommen. Mer unser Kredtt hat' «ine Grenz«, und vor ihrer Erreichung oder gar Ileberschreitung ist uns bang«. Wir möchten daher diese Gelegenheit benutzen, unser« Mitgliedsgemeinden, soweit sie mit der Zahlung ihrer Beiträge noch im Rückstand« sind, dringend zu bitten, ihren Verpflichtungen ungesäumt nuchzukommen, da sonst «ine ganz« Reihe bereits bewilligter Beihilfen nicht zur Auszahlung gelangen kann. Außerordentlich hem« «end hat auf unser« Tätigkeit auch der Umstand «ingewirkt, daß wir di« SkaatSbechilfen für das laufende Rechnungsjahr erst Anfang November erhallen haben, nachdem schwierige, langdauernd« Derhandbrngen geführt werden mußten. Hierdurch waren wir gezwungen, di« laufenden Zuschüsse zu Lehrergehältern und an Gemeinden zu verauslagen. l. . Der Große Rat des Landesverbandes trat am 29. Mai zu einer Sitzung zusammen. Er beschäftigt« sich in der Hauptsache mit den Beschlüssen des Verbandstages und faßt« selbst di« folgenden Beschlüsse: 1. Soweit der DerbaudStag Aenderungen an der Vorlage d«S Rats zur Revision der Verfassung des Landesverbandes vorgenommen hat, wurde der Beitritt versagt. Nur der Ergänzung zu Artikel 4 der Verfassung wurde zngestimmt. Di« Verfassung ist in der Zwischenzeit in ihrem jetzigen Wortlaut den Witgliedsgemeinden zugegangen. 2. Dl« Wahlordnungen für di« Wahlen zum Rat und zum DerbandStag wurden mit einigen Abänderungen verabschiedet. 5. LS wurde ferner beschlossen, dem Landtag« «inen Gesetzentwurf zuzuleiten, durch den der Preußisch« Landesverband da» Recht erhält, statt der Gemeinden di« Gemeindemitglieder unmittelbar zu besteuern. * ’ 4. Die Vorarbeiten für di« Einberufung einer WtrtschaftSkonferenz der deutschen Juden und di« Neugründung von Bezirks» darlchnSkassen wurden einem Ausschuß übertragen, der fein« Arbeiten inzwischen ausgenommen hat. 8. Auch zur Vorbereitung «in«S neuen DerfaffungSentwurfS für eine ReichSorganisätiön wurde ein Ausschuß niedergefttzt. 6. Die Beüimpfuug der Bestrchungen, die auf «ine Kalender» wurde als notwendig erachtet. Einem auS drei schien Ausschuß wurde die Einleitung der «n übertragend II. D ie Reichsarbeitsgemeinschaft der jüdische» Landesverbände d«S Deutschen Reiches hieft «ine Sitzung am 13. Juli 1930 in Berlin ab. Auch hier bildet« di« Einberufung einer Wirtschaftskonferenz und di« Gründung von Bezirksbarlehnskassen den Gegenstand von Beratungen. Heber di« vom Preußischen Landesverband in di« Weg« geketteten Vorarbeiten zur Schaffung eines Reichsverband«» wurde Bericht erstattet. ES wurde beschlossen, daß der von dem Ausschuß unseres Rates fertigzustellende Dersassungsentwurf sämtlichen Mitgliedern der Reichsarbeitsgemeinschaft mitgeteilt und daß hierauf «in« gemeinsame Beratung der Vertreter aller Verbände stattfinden solle. Den in der bevölkerungspolittschen Konferenz d«S Preußisch«» Landesverbandes vom 24. Februar 1929 gefaßten Resolutionen wurde unter Anerkennung der Dringlichkeit grundsätzlich zugestimmt. Don anderen Angelegenhetten, di« in bet Ätzung behandelt wurden, seien erwähnt die Lag« der oldenburgischen Gemeinden, di« Anstalten des D.I.G.B., di« Maßnahmen gegen dir Kalenderreform und di« Unterstützung des Würzburger Lchrerseminars. III. Sowohl der Subventions-Ausschuß als auch der WohlfahrtS-AuSfchuß ttaten zn je einer Sitzung zusammen. N^ben der Behandlung von allgemeinen Fragen wurden die vorliegenden Gesuch« zum größten Dell erledigt. IV. An der Dorbereitungsanstaft des Verband«- hat am 16. September d. I. di« erst« Reifeprüfung stattgefunden, di« fünf von sechs Prüflingen bestanden haben. Aus der Arbeit der Dezernat« seien die langwierigen Verhandlungen hervorgehoben, di« in Sachen der Staatsbeihilfen geführt wurden (f. oben zu I). ES handeft sich hiierbei einmal usu die GehaftSzuschüsse zur Besoldung der Rabbiner. Hier hat sich «in Teil der vom Ministerium für die Verteilung aufgestellten Grundsätze als verfehlt und für die jüdischen Gemeinden nachteilig erwiesen. Insoweit war mit allem Nachdruck gegen sie anznkämpfeu. Zum Teil sind dies« Verhandlungen erfolgreich gewesen, was sich bei der' diesjährigen Berteiüing schon aus gewirkt hat. Im übrigen gehen unser» Bemühungen weiter dahin, dem von uns vertretene» Standpunkt« in vollem Umfange Geltung zu verschaffe». Was die Unterstützungen für leistungsschwache Synagogengemeinden zur Anfrechterhaltnng des Religionsunterrichtes anlangt, so hatte das Ministerium di« Absicht geäußert, di« Ausschüttung nicht mehr durch nnS, sondern durch die Regierungspräsidenten vornehmen zu lasse». Da» wäre mit schweren Nachteilen für di« Gemeinden verbunden gewesen. ES ist durch äußerst dringend« Vorstellungen gelungen, da» Ministerium von seiner M sicht abzubringen und die Ausschüttung einer. ersten Rat« an uuS zu erreichen. DaS Dezernentenkollegium trat in der Berichtsperiod« j» acht Besprechungen zusammen, in denen die laufenden Geschäfte des «erbandes erörtert wurden. Häufiger« Besprechungen find infolge Ausscheidens rinzeluer Mitglieder und vielfacher Erkrankung, sowie sonstlg«»- Behinderung der Berliner Dezernenten leider nicht möglich gewesen.

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