Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Journal
- Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- 3 (1.7.1930)
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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2 14. Antrag der Fraktion der Jüdischen Volk-partei: ,I>er DerbandStag wolle beschließ«»: 1. Der strtiggestellt« Entwurf eines Derbandsbeschlussts für die Einsetzung eines Wahlprüfungsgerichtes wird vom Verbandstag« angenommen. 2. Der Rat wird dringend ersucht, diesem Beschluss« so rechtzeitig beizutreten, daß der Derbandsbeschluß auf di« demnächst im Landesverband« und tu den Gemeinden stattfindenden Wahlen Anwendung finden kann." 15. Antrag der Fraktion der Jüdischen Dolkspartet: „Der DerbandStag wolle beschließen: Der Rat wird ersucht, «ine Vorlage zur Aenderung der Verfassung d«S Verbandes auSzuarbeiten, die auf folgenden Grundlagen beruht: 1. Art. S der gegenwärtigen Verfassung ist aufzuheben. Ein verbindlicher Derbandsbeschluß liegt vielmehr schon auf Grund der Beschlußfassung de« DerbandStages vor, soweit nicht durch di« Bestimmung zu 2d «in« Ausnahme geschaffen ist. 2. Die Bestimmungen des Art. 21 find wie folgt umzugestallen: a) Der Rat besteht aus 11 Mitgliedern, die vom DerbandStag« im Weg« des Derhältniswahlrechts gewählt werden. Diese Mitglieder des Rates sind in chrer Geschäftsführung vom Vertrauen des DerbandStages abhängig. b) Ein Gemeindeausschuß ist einzusehen; dieser Gemeindeausschuß hat zur Erledigung der Aufgaben des Art. 5 der Verfassung in der Art mitzuwirken, daß zu einem gültigen Beschluss« außer dem Beschluß des DerbandStages auch di« Zustimmung des Gemeindeausschusses «rfockerlich ist." . 2. Nachtrag zur Tagesordnung (lt. Mitteilung vom 14. März 1930). 16. Antrag der Konservativen Fraktion: „Wir beantragen, nachdem offenbar die Schächterschule des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden in Berlin ihre Arbeiten abgeschlossen hat, oder jedenfalls vom laufenden Etatsjahr ab nicht mehr tätig sein wird, in Zukunst Mittel bereitzustellen, damit in einzelnen hierfür geeigneten Gemeinden Schächterschüler von verdienten, zuverlässigen und für die Leitung der Ausbildung geeigneten, im Amt befindlichen Schächtern auSgebildet werden können. Wir beantragen Wetter, in den zu beschließenden Etat «inen Betrag von zunächst 3000 RM. (dreitausend Reichsmark) hierfür «inzustellen." 17. Anfrage der Konservativen Fraktion: „An den Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden richten wir di« folgenden Anstagen: 1. Wst ersuchen, über den Stand der Einrichtung der Bezirksrabbinat« Auskunft zu erteilen. Welch« Schwierigketten stellen sich trotz, wie mitgeteitt, jahrelanger, ernstester Bemühungen der wstklichen Durchführung der Einrichtung' von Bezirksrabbinat«» entgegen, und wieso konnten bisher erst drei bzw. vier Bezirksrabbinat« eingerichtet werden? 2. Wie steht es weiter mtt der Einrichtung von BezirkSlehrerftellen? 3. Was ist geschehen, um auch BezirkS-Schächterstellen zu schaffen?" 18. Antrag der konservattven Fraktion: „Wst beantragen, unter Wiederholung und wetterer Ausgestaltung früherer Anstäg«: Der Preußisch« Landesverband jüdischer Gemeinden soll in Zusammenarbett mtt den Großgemeinden sowst den provinziellen Gemeindeverbänden mtt Beschleunigung «in Retz von Beztrks-Darlehnskasst» «inrichten, um di« Existenzfähigkett des gefährdeten gewerblichen, handwerklichen und kaufmännischen Mittelstandes zu erhallen. Hierbei soll in geeigneter Weist di« Mitwirkung des Preußischen WohlfahrtSministertttmS gesichert werden. Demnächst ist Fühlung mtt den Landesverbänden der anderen deutsch«! Länder zu nehmen, damit «ine über das ganz« deutsch« Reich ausgedehnt« und Stadt, wie insbesondere auch Land berücksichtigend« Tätigkeit der Bezirks» darlehnskasstn durchgeführt werden kan». Der Preußisch« Landesverband jüdischer Gemeinden soll alsbald di« Schritte zur gemeinsamen Beratung der Durchführung und zur Inangriffnahme der Arbeiten ergreifen. Dst Hierweg«» «inzusttzend« Kommission und hierüber «inzuberufend« Konferenz soll fich auch mtt Fragen der Berufs-Ilmschichtung und der rationelleren Ausbildung der jüdischen Jugend durch eventuell« Bereitstellung geeigneter Einrichtungen befassen."