Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Journal
- Verwaltungsblatt des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden
- Volume
- 8 (1930)
- Issue
- 2 (15.5.1930)
- Date
- 1930-05-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3980048-10021619-10021592--489-3980489- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Glichest in fttUt A»l>«. des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden Ser VnU M*fn Rann ktiict 10 Wort« Di« RII|liill|iwi»lB «(«Ufa Hl BaMttaatMfetHa riaoi «pa»(tt «tz« MOort. Cfftta *t$mt «rr»,l«r» «»*»($( tont«, ig MntmScMbn« ttfftHxHA. Sk . Hx «■*«■ («HHRfoItt tat»**« H>s«n4«at. —a«M4riifcsh* tß ri»«m « *— .«wkritwuiMdr M fmk.aoMwtHmH* M.B*xi i»«Hil«ttutaxt 1 tadftx. 1». OM« 8. Jahrgang Berlin» den 15. Mat 1930 Nr. 2 Ministerialerlasse Erhebung von Kirchensteuern. Der Preußisch« Minister für Wissenschaft, Kunst und BollSbtldung. Gl 441 SII. Berlin» den 10. Februar 1930. In meinen Erlassen vom 23. März und 24. Mai 1929 — Gl 033 und 1174 (SU — Hab« ich bereits auf die Aenderungen hingewiesen, die das Gesetz, betreffend di« Erhebung von Kirchen» steuern in de» katholischen Kirchengemeinden und Gesamtverbänden, vom 14. Juli 1908 (Gesetzsamml. S. 281) durch da» Gesetz vom 3. Mai 1929 (Gesetzsamml. S. 43) erfahren hat. Im übrigen sind die Richtlinien für die Kirchensteuererhebung de» Rechnungsjahre» 1928 auch 'auf di« Erhebung der Kirchensteuer für da» Rechnungsjahr 1929 für anwendbar erklärt worden. Für da» Rechnungsjahr 1980 und die folgenden Jahre erscheint «S aber möglich und notwendig, di« Richtlinien für di« Kirchensteuererhebung zusammen;«» fassen und ohne Beschränkung auf ein bestimmte» Rechnungsjahr aufzustellen. Ich Hab« deshalb nach Fühlungnahme mit den kirchlichen Behörden di« anliegenden Richtlinien erlassen, wobei im wesentlichen die bisherig« Regelung beibehalten worden ist. Im einzelnen bemerke ich zu diesen Richtlinien folgend«»: Zu Ar. I. Da da« Kirchgeld durch Art. I 8 4 de» Gesetzes vom 3. Mai 1929 die Eigenschaft al» Kirchensteuer erlangt hat, mußten di« Richtlinien für sein« Erhebung gemäß 8 41 des Gesetze» vom 14. Juli 1905 «inhettlich aufgestellt werden. Jedoch ist di« Aufstellung so erfolgt, daß den Kirchenvorständen di« Möglichkeit geblichen ist, die Erhebung de» Kirchgeld«» den örtlichen Verhältnissen in den einzelnen Kirchengemeinden anzupassen. Hinsichtlich de» Erlasse» und der Ermäßigung de» Kirchgeldes in besonderen Einzelfällen gellen dieselben Grundsätze wie für di« sonstigen Kirchensteuern. Auch im übrigen finden auf das Kirchgeld di« allgemeinen Grundsätze für di« Kirchensteuererhebung Anwendung, insbesondere dt« Porschristen de» Ktrchensteuergesetze» vom 14. Juli 1995 (Gesetzsamml. S. 281), soweit sich diese nicht ausschließlich auf Zuschlagssteuern beziehen. Zu den Vorschriften der letztere» Art gehört z. B. di« Bestimmung M §5 KStGes. Bei gemischten Ehen steht daher da» volle Kirchgeld der Kirchengemeinde zu, der der zum Kirchgeld veranlagte Ehegatt« angehört. Ein freiwillige» Kirchgeld wird nicht mehr zugelassen. Der Herr RetchSmtntster der Finanzen hat durch Erlaß vom 24. April 1929 — 02270. 1150 — di« Finanzämter ermächtigt, auf Antrag bei der Verwaltung einschließlich Erhebung de» Kirchgeld«» bei de» Steuerpflichtig« mitzuwirken, di« bereit» auf Grund anderer Steuermaßstäb«, z.B. der veranlagten Einkommensteuer oder der Lohnsteuer, unter Mitwirkung der Finanzämter zur Kirchensteuer herangezogen werden. I» diesen Fälle« wird das Kirchgeld durch di« FMauzämter auch zwangsweise betgetrieben. Sonst findet da» VerwaltungSzwangSverfahre» «ach K 20 Ml Gesetze» vom 14. Juli 1905 (Ges^samml. S. 281) bzw. Art. U § 2 der Gesetz« vom 14 -Juli 1905 (Gesetzsgmml. €5. 277) und vom 22. März 1905 ^Gesetzsamml. €uM, 45) statt.. : Zu Rr. ll. Rach dem Runderlaß de» Herrn Reichsminister» der Finanz« vom 14. Dezember 1929 (Reichssteuerbl, S. 649) hat leider davon abgesehen werden müssen, für da» Kalenderjahr 1929 Steuerabzugsbeleg« für jeden einzelnen Lohnst«erpflichttg«n «tnzufordern. Zu Ar. III. In den Fällen, in den« die beschlossenen Realsteuer Zuschläge da» Dreifach« der Zuschläge zur Einkommensteuer übersteigen, ist vor der staatSaufsichtlichen Genehmigung unter Beifügung einer eingehenden Stellungnahme der Kirchenbchörd« an mich zu berichtgn. Zu Rr. IV. Wegen der Heranziehung der Teilhaber einer off«« Handelsgesellschaft oder Kommanditgesellschaft wird auf die Bestimmung de» Art. I 8 1 Abs. 3 de» Gesetze« vom 3. Mai 1929 (Gefttzsamml. S. 43) hingewiesen. Zu Rr. VI. Ob «in höhere» oder niedrigeres Einkommensteuersoll als im Vorjahre anzunehmen ist, ist auch von der Staatsaufsichtsdehörbe Pflichtgemäß zu prüfen. Dieser bleibt «S auch unbenommen, in Zweifelsfällen «ine A«ß««ng de» Finanzamtes herbeizuführen. Ist ein niedrigere» Soll al» du Vorjahr zugrunde gelegt, so sind di« Gründe hierfür vom Kirchenvorstand unter Beifügung einer Erklärung de» Finanzamtes zur Schätzung de» Linkomm«st«ersoll» anzugeben. Ich weise nachdrücklichst auf di« Gefahren hin, di« der gesamt« kirchlich« Vermögensverwaltung infolge einer verspätet« Fassung der Umlagebeschlüss« entstehen. E» muß allmählich wieder «rreicht werden, daß di« Vorbereitungen zu den Kirchensteuocheschlüss« Anfang bis Mitte März jeden Jahre» abgeschlossen find und dt» Beschlüsse selbst zu Beginn de» Rechnungsjahre» den Aufsichtsbehörden vorliegen. Wenn auch die Schwierigkeit« bei der Feststellung de» Soll» der Waßstabst«e« nicht zu verkenn« sind, so werd« sie durch da» Dorlt^gen der Veranlagungsergebnisse mehrerer Vorjahr« doch ftarf gemildert; auch ist da» Erfordernis der Mitwirkung der gerade im Frühjahr sehr belastet« Finanzämter bet der Feststellung de» Solls vor Fassung der Steuerbeschlüsse durch mein« obig« Anordnung auf di« Fäll« beschränkt, in den« et» niedrigere» Soll al» i» Vorjahre angenommen werd« muß. Bei d« StaatSauffichtSbchörden find di« Kirchensteuer- und Umlagebefchlüss« al» Ellsachen zu behandeln. Ich darf an nehmen, daß die kirchlich« Behörd« für ihr« Geschäftsbereich di« gleich« Anortmung treff« werd«. , A» di« bischöflich« Behänden ergeht da» ergeb«« Erstochen, di« chnen unterstellten Kirchengemeinden mit Weisung zn »«scheu. Von de» evangelisch« Kirchenbehörden find gleichartig« Weisung« für ihr« Geschäftsbereich zu erwarten. Ich ersuche sie «rg«b«ft, mir hierüber Mitteilung zu mach«. D« Her« ReichSminifter der Finanz«, habe ich um Weist«, Wt^V^a^d«^»vom 26. Mär, 1929 t- «13116II r- «rjuch« ich.hie Herr«, pberprqfident« uuh Regjerungspräfideute»