Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- Band VIII (1871)
- Issue
- Viertes Heft. (1872)
- Date
- 1872-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 190)
- Language
- Hebrew
- Belongs to
- journal issue
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-188-י hundertj&hrigon Tempel aufmerksam, der nicht mehr genüge und eines Umbaues bedürfe and rieth ihm an, sich dieses Verdienst zu erwerben. Herodes schwankte anfangs; er fürchtete nicht ohne Grund Schwierigkeiten ros Rom aus, wo man ein solches national-religiösee, jüdisch-particulariitisches Werk nicht gut ansehen würde; doch schien ihm das Opfer nicht su theuer, die Gesetaeslehrer sich geneigt zu machen, und glaubte die Zustimmung Rom’s nachtr&glich durchsetzen zu körnen. Den ßabbinen tbat es besonders wohl zu zeigen, dass er auch Rom gegenüber nur eine ^kla• venrolle“ führte. Für Manchen wird diese Erzlhlung wohl etwas abentheuerlicb, unwahrscheinlich klingen; allem, wer 1mit der Herodi^nischeu Geschichte und ihren innereo Triebfedern niher vertraut ist, der wird darin ein treues Abbild der ganzen Regierung orblicken. Das Spiorarsystem hat er in solchem Maasse cinge• führt, wie tot ihm Keiner im Staate Jndia, und es war auch nicht das erste Mal, dass er sich selbst zu diesem niederen Zwecke bergab. Oeffcer wagte er sich verkleidet unter das Volk, in Öffentliche Hftuser, um die allgemeine Stimmung der Menge zu be* lauschen 1"). Die Versieht des geblendeten Rabbi war nicht überflüssig; er wusste gut, unter web eher Regierung er stehe und welcher Mittel sic sich bediene. Man braucht nur die einzelnen Capitel des Josephus su lesen und die bezüglichen Stellen im Talmud, und man wird von dem historischen Gharak• ter dieser Ersfthiang Überzeugt sein. Schon jenes Reueheucheln, jeBes Bitten um Sühne, um Rath, die 1*') Jos«pb«l/a. a. 0.