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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-12-15 · 23 (15.12.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
23 (15.12.1935)
Date
1935-12-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschristleiter: Manfred Nosenfelt Verlag: Srich Schatz kg, BreSlc u Anzeigenpreis: Die »gespaltene MiMn e> Erscheinungstermin vierzehntägig — Preis 48 Flir die unter dem Namen des Verfassers erscheinendes Pfennig ,1 Artikel „ Breslau § | Drust er-Zeile ober deren Naum vierteljährlich (ein Druck erel Sch ii pfennich schließlic) und Anzelgen-Annahme: tzlg, Breslau 5, Gartenftr. 19 - Tel. — Bei laufenden Aufträgen Nabh> Zustellgebühr) — postscheck- 231 73 n nto 620 92 Artikel und die Der einen actzrichten übesßehmen wir nur die pressegesetzliche Djerantwortung 12. Zadrgang > is. Dezember 193s Ru» mer 23 -i! is Wofät die Ttlaffabäet tänipften Ve/each(«»s 311m Gljanud'aljfe/l t ergangen, Lieblingsfest Auch Feste haben ihre Schicksale. Von g cicher Tradi tion geboten, vom Hauche gleicher Heiligkeit urrvobcn, wer den doch manche von ihnen gewissermaßen L ex>lingskinder ihrer Gläubigen. So ist es dem Chanuckahx welches in den letzten hundert Jahren eine Art des Judentums geworden ist >.. Die einen ehrten es, weil es in die gleiche Zeit fällt, in welcher das herrschende Bekenntnis sein Hauptfest feiert, auch mit Weihe, mit Lichtern und Gaben besonders die Fugend fesselnd, weil es ferner in einer Zeit, in welcher kriegerische Tugenden etwas galten, den Zauber jüdischer Heldengestalten ins Gedächtnis rief. In den letzten Jahrzehnten wieder wurde unser Fest in den Vordergrund gestellt, weil man sich in dem Glanze national-jüdischer Größe und Selbständigkeit sonnen wollte. Wofür kämpften aber in Wahrheit die Makkabäer? Seit der Zerstörung des ersten Tempels kannte Israel keine national - politische Selbständigkeit mehr. Cs lebte im Schatten der asiattschen Großmächte. Cs sab Babylonier,. Perser, Aegypter und Syrier > nacheinander als Herren über sich. Cs war zufrieden, wenn man ihm seine religiös-kulturelle Eigenart ließ. Diese macht ebest seine Na tionalität aus. Man stritt sich damals nicht über das Natio nale. [ Das Nationale war eben selbstverständlici. Die Ge schichte jener Zeiten ist in Dunkel gehüllt. Wir wissen nur, daß itz jenen Jahrhunderten die Grundlagen get:gt wurden, auf denen der feste Bau des Judentums erwuchs, Stürmen der Zeit ttohen sollte. «first als der Syrer seinen Eingriff in däs Lebest der Juden unternahm, und sie mit Gewa t nistischeu Kultur heiligster Gefühlt assimilieren wollte, griffen dis: in ihren ri Verletzten zu den Waffen. Leshn wir dst Geschichtsquellen jener Zeit. Mattathias frei Antiochus gehörst Da sprach heraus: „Wenn schon alle Lsinder den« Entwurf Oer -lf n rau: Pro}. Grotte Photo: //« rt-AlbreAl tn wären und jedermann abfiele von seiner der allen religiöse der Helle- Väter Gesetz und willigten in des Königs Gebot, so wollen doch ich und meine «söhne und, Brüder im Bunde unserer Väter wandeln. De sei Gott vor! Das wäre uns nickt gut, daß wir vor Gottes Wort und Gottes Gesetz'abfielen. Wir wollen nicht willigen n das Gebot des Äntiockus rnd wollen nicht opfern und vor unserem Gesetze abfallen und < ine andere Weibe annebmcn". An anderer Stell« beißt es: Und Mattatbias schrie laut durch die ganze Stadt: Wer um das Gesetz eifert und den Bund halten will, der zieh: mit mir aus der Stadt". Die Makkabäer e fcrten für den Bund und das Gesetz und hielten Gottes Wort heilig. Zur Erinnerung an diescn Kampf feiern wir das Cbanuckahsest.^In feinfühliger Erfassung dieser Tatsachen nannten die Alten das Fest nicht Makkabäerfest, sondern Fest der Weihe d:s Altars. Der wieder geheiligte Altar war das erhabene Syml ol, welches Israel einigte. Die Menschen, wenn aut) noch so groß, ttaten hinter den Altar zrrück. Wir Juden laben nie Menschen und Großtaten der Menschen gefeiert, sondern nm Ideen undsGott als den Wecker ui;b Hüter >er Ideen. _ . Gew ß stand der Altar, st r geweiht wurde, auf dem pempelbei ge in Jemsalem. Abe daß letztes Glück und Zu-, kunft Israels sich mit dort auf heiligem Boden vervirklichen kann, wai für den Juden, der Gottes Wort heilig hielt,

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