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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-09-15 · 17 (15.9.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
17 (15.9.1935)
Date
1935-09-15
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Nr. 17 sind die Uyfruchit wie hoffnungslos unsere Jahre willen Iudenhei : geworden! offenbart ci^xcnc S>!daffni nach eigenen Gesetzen zu wegig, . ini Ernj lebte vallstäij weisen fremden Zweigs darstell ve baren bedacht. wo vergreist, wie in Deutschland Unü welche Fülle sie, offenbart ihre as deutsch^ Iudcnttim stebt va Kultur zu geben, d. h. Lebe», Denken, Handeln und 1 «»lauer Südtsche» Gemelndeblatt :dest. Die unfruchtbar, rblrgerticht schien uns int Verlaufe der guten vo»i.Krpft, von Lebens- Iu^end^ in den jetzigen Leiten! „Cs gibt kein Gestirn, das über Israel waltet" — sagen unsere.Weisen. Ueber uns waltet der allmächtige G'tt, der sein Volk nicht verläßt. Das ist die Lehre des scheidenden Jahres; und ihr laßt uns rubigen Mutes lauschen. Simonspbn. Die Renovation dec Reuen Synagoge il > Von Architekt Moritz Hadda. r »er Aufgabe, sich eine bisherigen farbigen ormen, und geistige und künstle -ische Wer e hervorzubringen, die seiner Eigenart entstamm, n. Jedes Werk muß demnoch jaus idem Geiste und dem E npfinden urserer Gemeinschaft gestaltet werden. Cs ist .für sie bestimmt, ann nur ihr dienen ujnd tstird nur im Zu° sammelbang mit ibr verständlich. Bemühungen, kulturelle Bestrebungen nur einer Schicht dien tbar zu macken, sind abdenn sic fibren zu Teillösungen joderj Surrogaten, da angelung i er fehlenden Weri e ftemdt, meistens überormen der mgeholt werden. Jede Teillösung ist undig, .jedes Surrogat schleck ter! Ermtz. Beide ersich stotz oller Hilfsmittel sehr bald als bedeutungslos und nicht lebensfähig. Während veischiedene Gebiete lunfercr kulturellen EntwjcklmP bereits ji disches Gepräge hubcti, sind wieder andere Einflüsse i unterworfen, un) vielen, wie fast allen der Kurst — der Musik, der bildenden und der mden Kunst — kehlt eigcnesj Gestalten. Das kann and ihrer sittlichen, geistigen uns nicht gleichgültig sein, denn jede dem S bewertest. Im Gebote V' kultischcnl Leben bat die 2^tschirkulng -die Entwicklung der bildcnpen Kubist Gemeinschaft wird nach und künstlerischen Höhe des zweiten — Architektur, Rchlerei und Plastik — stark g^hesttml. 9iur so ist es zu erklircn, daß i nsere Tempel und K ultgegenstände keine eigene Jestalt besitzen, nichts Typis he« haben, sondern in ibrrr Üulage un! ihrer Formengel »ung wahllos siemden Kult bauten und Stilarten entlehnt sind, daß z. B. die Pjomenbückse dem gotischen Kirchiurn nachgebildet ist, Realere!, und Plastik im Gottesh^usj abgelehnt werden u. a. m Zrmngsläufig wird sich eine sstezilifch^jüdische Kunst entwickeln. Viele Generationen weiden an diesem Werk arbeiten. Die jütische Gemeinschaft bc t ihre Pflicht, den scköpfer scken Kräsicn alle sich bietender Aufgaben — die reicher und manigs rltiger sind, als eiden Anschein bat — zur Ve fügung zu stellen. Die Anregungen kommen aus dem rcl giösen Leb m. Die jüdische Kur st wird daher überwiegenk eine reli siöse Kunst sein, i )as Gottesgeschenk scköpscr scher Begamng wird so Gott dienstbar gemacht. Di: A us mc lung der Rer eu Synagoge ist eine Aufgabe, die lie Gemeinschaft stillt. Um für sie geeignete Entwürfe zu .rlangcn, wurde unter eins Anzahl hiesiger Kurstmaler, Architekten und Maler.ein Ideenwettbcwerb ausgeschrieben. Obgleich ein« entscheidende Lösung bei der Reuartigöe t dieser Aufgabe r ichl zu erwarten war, standen Sie meisten Arbeiten auf einem beträchtlichen Niveau. In ei Entwürfe hatten trotz ih:er verschiedenartigen Auffassrng gleiche Qualitäten, so da; die Preissumme in zwei erste und eimn dritten Preis a rfaeteilt wurde. Die ersten seien an dir Herren Architekt Heinrich Tischler und Ku rstmaler A tbur Schwarz, der dritte an. Herrn Architekt Albert Hadda. H. Tischler betont in seinem Lmavurf, der zur Ausführung gelangte, das Räumliche, wäiresid sich Schwarz in seine' Arbeit, de zweifellos syna<ogaler Ausgestaltung am näch ten kommt, auf die Farbwirku rg und das Ornament stützt. Bei Tischler ist die Farbe nicht Selbstzweck, sondern sie dient dem Rarm, den sie gliedert. Im Gegensatz zur Behandlung, die in ihrer übcrladcircn Buntheit die Raumbildung beeinträchtigte, ist jetzt —j unterstützt von einer ausgezeichneten Beleuchtung — eine einheitliche Gestaltung erzielt worden. Aus dem Detraum, der im unteren Teil durch ein gedämpftes Rot und im oberen durch ein stumpfes Blau zusammengefaßt wird, steigt die Kuppel, die nicht mehr als dunkles Loch erscheint, in nach oben heller werdenden Farbtönen empor. Der Rohbau, von dem die unmotivierte Malerei und der Schmutz entfernt sind, ist nicht nur Konstruktion, sondern auch raumbüdendes Clement. Das Allerbeiligste, dessen reiche Architektur unter Verzicht farbigen Beiwerkes auf den Sandsteinton abgestimmt wurde, und dessen Apsis das traditionelle Blau zugunsten eines zarten, leuchtenden Gelb eingetauscht hät, wird so zum Blickpunkt des Tempels. Die Kuppolwände schmücken einfache Schriftbänder und Symbole. Dm vielen Beleuchtungskörper sind verschwunden, Spiegelreflektorcn und Tiefstrahler treten an ihre Stelle und sorgen für eine in allen Teilen ausgeglichene und Helle Beleuchtung. Aus dem Zusammcnspiel von Farbe und Licht in dem klär und rtcifoiu. Wtntex-THodeCCe Mäntel, Kostüme, Komplets, Kleiner Erprobte Qualitäten, geschmack- . volle Verarbeitung — und doch die richtigen Preislagen JfiuTsJßtlvSt Ring 39/40 Qegr. 1901 Albrachtmtr- 3 einfach zutagetretenden Raum ergibt sich ein eindrucksvolles, neuartiges Bild, das eine weihevolle Stimmung herv irruft. An dem Zustandekommen dieses Werkes arb ütetcn außer der Bauleitung, in der sich der Unterzeichnete mit Herrn Reg.-Baumeister a. D. R. Ehrlich teilte, mitberatend die Herren Baudirektor i. R. Berg er, ' >?egierungs- und Baurat i. R. B e r n st e i n und Dir. i. R. Lasch, der stühere Leiter der hiesigen Elektrizitätswerke. Außerdem ein Heer von Handwerkern, Gehilfen, Ark eitern und Lehrlingen. Erfreulich war die große Zahl jü »sicher Menschen, die sich an den schwierigen, anstrengende rt Arbeiten beteiligte. Die Frage: „War die Renovation in dieser Z<it erforderlich?" ist ohne weiteres zu bejahen. Schon in dem vorangegangenen Artikel wurde darauf hingewiescn, welche Gefahren sich bereits bemerkbar machten. Eine Verzögerung hätte in kurzer Zeit Line Katastrophe herbeigeführt. (s3 ist unverständlich, daß seit dem Bestehen des Tempels — >er in den Jahren 1866 bis 1872 erbaut wurde — keine »urchgreifende Instandsetzung, ja nicht einmal eine gründliche Untersuchung über den Vauzustand vorgenommen wurde. Daß der rasche Entschluß des Gemeindevorstandes richtig war, das zeigte sich während der Arbeit. In der Kuppel und in den Kreuzgewölben über den Emporen — also in einer Höhe von 36 und 20 Meter —

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