Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 17 (15.9.1935)
- Date
- 1935-09-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Breslauer >4^. - f 4. 4 4 J J AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschrlstlelter: Manfred Rosen Verlag: Hellmuth und Erich Breslau, Gartenstraße Anzeigenpreis: Die 8gespaltene SrscheinungStennin vlerzehntäglg — pröls Fllr die unter dem Namen de» Verfassers ersch im feljb, Breslau ß Schatzkg, > Druck und Anzelgen-Annahme: Druckerei Schatzfy, Breslau s, Gartensttaße t9 Telefon 231 75 ilÜmeter-Zeile ober deren Raum ii Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt 48 Pfennig vierteljährlich (einschließlich Zustellgebühr) — Postscheck-Konto 62092 ^nden AriEel und die DereinSnachrichten übernehmen Mir nur die preftegesetzliche Verantwortung 1) N 12 ^Iahrgan^ iS. September 1935 Nummer 17 Das ffini Wenn der Mensch im Begriffe steht, der Ewigkeit zu vertauschen, erscheint e, vi nss /che/öenöe Jatjt Hauf<fffjafd)onotj-7$etca<f)tunlj di e Zeitlichkeit mit ins dem Urquell ' besonderes Gewohl auch desdie ihn an dieDerlt geknüpft, und ehe: w de: die Selbstsucht >e Urteils getrübt Mensch kündet der Weisheit am nächsten. Darum legen wicht auf das Wort eines Sterbenden, i halb, weil er schon alle Fesseln abgestreist, gänglichen Güter und Freuden der Ctrbctf weil er die Binde abgeworfen bat, mit sein Auge verhüllt und ihm die Klarheit hatte. Unsere alten Weisen sagen: „Jeder seine eigentliche Belehrung erst in der Otäl c seines Todes, wie ja auch unser Lehrer Mose in seine ' Todesstunde ein dringliche Mahnungen am fein Volk gerichtet bat." So sind wir auch gewohnt, dem st ulenden Fahre zu lauschen, als hätte es bei seinem Abschiede Wahrheiten zu offenbaren, die es uns vorsnthalten, solange cs in seiner Vollkraft mit uns gewandelt. So ist es jedenfalls immer gewesen. Besteht die Neigung, unser Ohr dem st:rb inden Fahre zu neigen bei uns auch diesmal in der früher gei »obnten Stärke? Negt sich diesmal nicht ein starker Widerwillen in uns gegen ein Fahr, das wir nicht als unseren Freund empfinden, mit dem wir nicht — wie mit jedem lieben ilyzehörigen — in gleichem Maße gute und böse, sondern — wie es uns scheinen will — viel mehr böse, schmerzliche Stundet l urchlebt haben? An jeder Jahreswende hat es Men chm gegeben, die auf einen Trümmerhaufen zurückblickten -- Eltern und Kinder, Gatten und Geschwister, die der eGcr mungslose Tod, auseinandergeriffen, endgültig zerstörte H »fsnungen, vernichtete Existenzen. Indes den Enttäusch! en und Verzagten stand eine zum mindesten gleich große Anzahl von Begnadeten, von Beglückten gegenüber. Und war ner der Würgengel .in der Nacht gleich einem Diebe rir geschlichen, um braven Menschen ihre Augenweide zu ra ib n, so hatte im Nachbarhause ein großes, unverhofftes Güc seinen Einzug gehalten. Aber heute? Wie wenige gibt :s unter uns, die dem scheidenden Jahre mit freundlichem Eefühl nachblickcn? Und wie gewaltig ist dieser kleinen Anzuhl gegenüber die Schar derjenigen, die ihm gram sind, gram se in müssen, weil es ihnen viel genommen, weil der Hi mul über ihnen bei seinem Abschiede mit noch weit schwä zerem Gewölk bedangen ist als bei seinem Eintritte. Und nie es den Einzelnen geht, so der Gesamtheit unserer Brüder und Schwestern auf deutschem Boden, von den sich lösen zu sollen sie als empfinden denn Und das jü Wohnlandes, Heimgang eines zueilende Fahr fischen Oberrabb an Umfang und fast mehr noch d gleich welcher Herzen sich erwcst Können wir Stammvater Jako ^.nso bitter,-doch' als unvermeidlicher noch por Jahresfrist. ie V »lk als Ganzes, ohne Unterschied des Richtungen und Parteien, beklagt den > einer Größten, den das schon seinem Ende nock schnell entführt — des palästinen^, ners K uk s. A., der nicht nur durch sein Tiefe!chier unbegrenztes Wissen, sondern sein : einzigartige'Liebe zu jedem Fuden, schauuig, und zum Lande Israels alle ben harte. zum scheidenden Jahre sprechen, was b zu )em Engel gesprochen, mit dem er - Gm urch Ar Wiedererö ffnung Aee Heuen Synagoge Am Freitag, den findet anläßlich der WG ein statt. Breslau Der Bo gerungen und der mich gesegnet"?' auch in unserer 20. September, 17,30 Uhr dereröffnung der Neuen Synagoge ffeflgotteodtenft den 10. September 1935 rstand der Synagogen-Gemeinde. er des egt: „Ich entlasse dich nicht, ehe du Seien wir nicht undankbar t Ist nicht >Mitte während der verflossenen Monate manch' neues Lei en erbtllhtz -manch' junges, verheißungs- - volles Glück außekeimt? Wer von uns einen liebevollen Blick aufgefanger, ein freundlich teilnehmendes Wort vernommen, sollte d:m sche denden Jahre nicht nur mit Haßgefühlen begegnen. Un > wer hätte nicht auch Liebe und _ Freundschaft, oft unerwartete und deshalb pmso tröstlichere,' verspürt! Und un ere jüdjische Gemeinschaft — braucht sie zu verzweifeln? Ein Blick auf unsere Jugend, auf das Wunder der Erneuerung, das sich in ihr vollzieht, auf die vielen Zweige, die erstochen schienem und die zu neuem Leben erweckt wurden, wi rde uns belehren, daß wir keine Ursache , haben, diesem Ichre nur zornige Blicke nachzusenden ^und jede Belehrung aus seinem Munde verächtlich abzulehnen. Am Rausch-haschonoh — so sagt ein altes Wort — 75803142