Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 14 (31.7.1935)
- Date
- 1935-07-31
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Sceslau-er Jüdisches Gemeinde dl att Nr. 14 Hoffnung gründml, ausklingand in day funken Gebetsruf: Führe un^ zurü«!, i kwiger, zu'dir. Wir wollen zurückkehren. Lrneure utzsere Taee wie cinft | in der Äprztit. Das war der Sinn der Traue, ui n Zion und Ierusalein für den Juden in ollen diesen Iah:hr nderten. Sie verlörst erüm ihm die enge Verbundenheit rät der Vergangenheit und den felsenfesten Glauben cm die. Zu ünst der jüdischen Gemeinschaft. Mit welche, < ähigkeit und In« jüdische Herz an viesen Glauban geNo wehmütigen Gewissenhaftigkeit hegte e^ alten Erinnerung:»: Zn Wedeln Jahr immer wieder voi neuem den alten Le^dpnsgang, durchlebte cs in bcrMrrcißc nder Klage alle PhM» des trauewollen skeit hat sich das rtrk! Mit welcher!itnd pflegte es die r! durchwanderte es Osterwochen widmete errlichkeit. Vorgangs. Vier < Gedenktage und drei T cs in sinnender Selbstschau der alten Aber nicht 511 nutzloser Klage, zuk!sittlichcn Tat ruft uns der 9. Aw auf zur Erneuerung unserjtß wund und morsch 'gewordenen Seele ilebcns. And erfolgen durch Rlckkehr zu Got erhabene Veispiel einer Gemeinschaft, mir zu ihren alten Idealen zurückkdlw uns» nach ihnen lebt. iDenken wir an das Propbctcnwort: Glaubet ihr nicht, so Mivet ihr nicht. Cs ^iöge wieder mit Recht der Ruf erschallen^ Wo gibt es ein diese Erneuerung kann nur Geben wir der Welt das Volk, dessen Größe darin besteht, daß sein Gott ihm nahe ist, wie der Ewige, unser Gott, so oft wir ihn anrufen. Zion kann nur unser eigen werden unter denselben Bedingungen, unter denen es uns zum ersten Male gegeben wurde. Als cs am Sinai einmütig rief, es werde alles erfüllen, was sein Gott von ihm fordere, da ward Israel in den Besitz von Zion eingesetzt. Das rufen wir auch unserer Jugend zu, die heute frohen Mutes, fest und entschlossen einer neuen Zukunft in Zion cntgegenwanoert. Lernet aus der Geschichte Israels. Einst bestand^ das Volk trotzig darauf, ohne Mose und Bundeslade in das gelobte Land zu ziehen. Der Feind kam vhn den Bergen und zersprengte sie. Die schweren Aufgaben, die eurer dort harren, könnt ihr nur lösen mit Gott. Mst ihm braucht ihr nicht zu fürchten und zu bangen, so er wandelt nicht in luftiger Wolkenhöhe, sondern unten in der Mitte eures Lagers. Wie den, Einzelwesen, so ist auch jeder Gemeinschaft die Seele von Gott gegeben. Unsere jüdische Seele ist das Gottesgeschenk der Thora. Durch sie tragen wir das Göttliche in uns und durch sie allein wird uns das neue uüd erhabene Schauen des Göttlichen geschenkt in Zioni und Jerusalem. H 0 f f m a st n. Die Renovation dee Heuen Synagoge Reue Synagoge wegen geschlossen. > sich im Innern des Ge- Am 17. Juri wurde die dringender Renov« tiönsarbeiten Schon seit Ic ihren, machten büudes Verfalls- ,no Abnuhun fserscheiuchrgcn bemerkbar, die fürs erste nicht bedrohlich erschienen, s aber allmählich eine Geiabrenguell« bilden mußten. -Vorsorglich wurden Mittel bereitgestcllt, rm zu gegcbener ZeÄ diese Schäden beseitigen zu lassen Gleichzeitig sollten Mängel und unwirtschaftliche Anla zer behoben » erden, die infolge des damaligen Standes, »er Technik unvermeidlich waren. Im Laufe der Iabre if: r»ohl manch«s geärwent und verbessert worden — z. B. t> e -)eizungsan> age—^ ^Vieles wird, jetzt nachgebolt. Aber iebi vieles wi d^us Mangel an Geld zurückgestellt, und >-ie Durchführung diesdr Arbeiten muß einer späteren Zeit voi behalten bleiben.! > In den letzten Mwaten, zeig en sichyun so bedenkliche Verfallserscheinung«:a, daß unverzüglich zur Ren 0- Ssit i soo sus Sc »sictnitrsr Strsbs S Uhrei, Juwelen, SHberwaren vati 0 n geschri ttn werden myßte, wollte man nicht die Besucher des Go gefährden. Schön eine oberst« chliche ttesdienstes Untersuchung er- ^0 vis 35 Meter Puh vollkommen schadgab, daß allein in der Kuppel — also in Höbe — etwa 150 Quadratmeter hast und zerstört wa en. Es bestand die Gefahr, daß große Putzstücke herabstürz en. Zur Ducchführstng ver Instandsetzungsarbeiten am Putz, am stark verwitterten Sandstein, an den Fenstern usf. var die Berüsiung dqs^ ganzes Raumes erforderlich. Wirtschaftliche Grund : ließsn es geboten erscheinen, gleichzeitig diejenigen Verbesserungen vorzunehmen, die nur vom Gerüst aus d wchzuküvren sind. Das stnd vor allem die Erneuerung d er!B^böu ch tu n g und die Lautsprecheranlages. r Ursprünglich hat e die Synagoge Gasbeleuchtung. Vor etwa 40 Jahren wurde diese durch eine .elektrische Lichtanlage ersetzt und lue vorhandene Lichtträger dementsprechend umgearbeitel. Das hatte eine Unzureichende Beleuchtung des Raumes zur Folge und hat! sich mit der Zeit durch, den hoben Stromverbrauch uyd häujstgen j Glühkörperersatz als unwirtschaftlich erwiesen. Run werden die vielen Beleuchtungskörper mit ihren unzähligen Kerzen verschwinden. An ihre Stelle treten Spiegelleuchten. Oraun hakyrrdesch und Kuppel werden angestrahlt. Und so wird unter Verwendung technischer Errungenschaften die bestmögliche Lichtausnutzung erzielt. Rach vorsichtiger Schätzung wird sich diese Reuanlage durch Betriebsersparnis innerhalb 5 Jahren amortisiert haben. Als großer Rachteil wird seit jeher die schlechte .Akustik empfunden, die zur Folge hat, daß der amtierende Rabbiner auf einem großen Teil' der Plätze nur schlecht oder garnicht zu hören ist. Dieser Fehler — ein Ergebnis der Raumgli^derung — ist nur mit .Hilfe einer Lautsprecheranlage! zu beheben, die mit verhältnismäßig geristgcn Mitteln anzubringen ist. Auch hier überwiegt der Effekt die Kosten. Auf viele notwendigen Reuanlagen muß infolge des Geldmangels vorläufig verzichtet werden, wie auf die Abortanlage in der ersten Empore, auf die Kleiderablage fiir den Herrcnbetraum, vor allem aber auf eine moderne Be- .und Cntlüftungsanlage, an deren Stelle im Rahmen besjcheidener Mittel nur Cntlüftungsmöglichkeiten geschqffen werden. Bei den umfassenden Renovationsarbeiten ist raturgemäß die Malerei im Tempel nicht zu erhalten, zum il sie schon stark beschädigt und durch die Länge der Zeit — etwa 63 Jahre — unansehnlich geworden war. Am für die neue Ausmalung einen der Würde des Ortes entsprechenden Entwurf zu erlangen, wurde unter einer Anzahl hiesiger •tteise&üro £rnst Co An Breslau 3, Tauentzlenolatz 3 » Cele/on 303 47 DD\M33EB\ni r Besonders günstige Reisen nach der SCHWEIZ .und PALÄSTINA ausdas jüdischer Maler und Architekten ein Ideenwettbewerb geschrieben. Daß dieser Versuch geglückt ist, beweist beträchtliche Riveau einer großen Anzahl der eingeganoienen Entwürfe. Zu denselben wird in einem zweiten Artikel Stellung genommen. Voraussichtlich werden sie im Laufe des Monats August in den Räumen des jüdischen Museums ausgestellt. Architekt Moritz Hadda.