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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-07-31 · 14 (31.7.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
14 (31.7.1935)
Date
1935-07-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■\ — Breslauer IMIfHtt* . AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschriftletter: Manfred Rose Verlag: Hellmuth und Erich Breslau, SaNenftrahe Anzeigenpreis: Die 8gespaltene LrscheinungStermin vlerzehntägig — prett Flir die unter dem Namen des Verfassers erfcheii » n f e l b, Breslau | Schatzlg, 1 9 | an 12. Jahrgang 6d i vs i >d sitz daß ich Ai mit Fest- und Gedenktage haben ihre und Abstieg wie die Menschen. Das gilt jüdischen Fest- und Fasttagen, besonders stoffenen Jahrhunderts. Ich spreche nicht großen Krtzise derer, die unseren jüdischen treu und gewiffenhaft, wie das Gesetz u gebot. Ich will von dem reden, was diese jüdischen Massen bedeuteten, wie sie Städten zusammenballten. Im ganzen können wir feststellen, letzten Jahrzehnt eine große Renaissance Festtage stattaefunden hat. Nicht daß es si tiefe, innere Beziehungen zu den alten handelt hätte. Das neue religiöse Leben jich zuerst an gewisse Aeußerlichkeiten. * Grundsatz: Man beschäftige sich nur Dingen, wenn auch anfangs nur aus üu Schließlich wird die Größe des religiöse den ganzen Menschen packen. Immer stark und lebendig im deutsche, die sogenannten hoben Feiertage, Rauft Iaum Kippur, die ehrfurchtgebietenden digcn Gotteshäuser reichten nicht aus für sich drängenden Gläubigen. Säle mußten um dem religiösen Bedürfnis zu genügen Auch das Purimfest hat nie aufgehölft, wenn auch die Massen sich weniger Megillo als zu den mannigfachen Purüi^b Speisen drängen. Als der nationale Gedanke in jüdischen zu fassen anfing, häuften sich die Chanukla den Festrednern Gelegenheit, von Heldenmtz tugend zu schwärmen. Auch der Seherabend wurde aus ein zu einem Volksfest. In löblicher Weise familicnlose Menschen und unbemittelte um ihnen die Schönheit dieser an reichen Veranstaltung zu vermitteln. Die letzte Frucht dieser Cntwickluri Schabbat, ein schüchtern tastender Versi^ Menschen ohne allzugroße Opfer in „Heiligen des Herrn" zu ziehen. Nun habe ich so eine bange Ahnust Tischo beaw eine Neubelebung erfahren köp cksale, ihren Auf. auch von unseren m Laufe des vern dem nicht allzu Kalender erlebten, der Brauch es Tage den breiten in den großen reli; Druck und Anzelgen-Annahme: Druckerei Schatzkv, Breslau 5, Gartenstraße 19 Telefon 231 75 illimeter-ÄeUe oder deren Raum 11 Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt 48 Pfennig vierteljährlich (einschließlich Zustellgebühr) — Postscheck-Konto 620 95 enden Artikel und die Dereinsnachrichten Übernehmen wir nur die preftegefetzlicbe DerantwoNung 31. ÄUll 1933 Nummer 14 2um flw zumal in dem einzelner jüdischer immer um neue igionsformen gehängt sich gewöhner es gilt ja der den religiösen ßerlichen Motiven. , Gedankens doch Judentum waren ch Haschono und Zeiten. Die stängroße Zähl der gemietet werden, >ie , populär zu sein, m Anhörcn der elustigungen und Kreisen Wurzel feiern und gaben t und Makkabäerm Familienabend wurden einsame, Familien geladen, iösen Idealen so g ist der Oneg ch, den jüdischen )en Bereich des ig, daß auch der lnte. Die Namen Zion und Jerusalem, die früher nur im Verborgenen blühten, ja sogar von manchen in den Bann getan waren, sind volkstümlich geworden. Erez ist das dritte Wort jedes deutschen Juden. Könnte es nicht zu großen Feiern, wenn auch nur am Ausgangsabend kommen? An Stoff für Fest, und zeitgemäße Moderedner würde es nicht fehlen. Man wird dann glauben, die Zukunft hat sich schon erfüllt, wahr geworden ist die Prophezeiung des Secharja: „Also spricht der Ewige der Heerscharen: Die Fasttage des vierten, des fünften, des siebenten und zehnten Monats werden für das Haus Juda zur Wonne und Freude und zu" Feiertagen werden. Aber liebet Wahrheit und Friede." Allerdings hatte sich die Prophezeiung für den größten Teil der Juden in ihrem ersten Teil schon längst verwirklicht. Ob aber auch in ihrem letzten Teil? Man könnte zweifeln, wenn man -in das Leben mancher Gemeinde hineinschaut. Aber dürfen wir das unserem Tischo beaw antun, daß. wir ihn durch lautes Feiern aufzuwerten versuchen? "" Erinnerung steigt in mir auf an das große Gotteshaus, in welchem ich in meiner Jugend betete, wo man die alte Sitte nicht bloß äußerlich hochhielt. Kahl und ödtz starrte dem Einttetcndcn die nackte, sonst durch prächtigen, von frommer Hand gestickten Vorhang verhüllte Tür der heiligen Lade entgegen, als ob sie sagen wollte: Heute hast du, Israel, einst vor Jahrtausenden deinen fchönsten Schmuck Iverloren. Man sieht scheinbar keinen Beter. Und doch sind sie in Scharen da, zwischen den Stuhlreihen, auf Schemeln hockend, am /Boden kauernd, auf den Stufen zum Oraun bakaudesch-sich lagernd, sinnig andeutend, zum Staube gebeugt ist unsere Seele, trauernd, wie wenn man das Liebste verloren hat. Kein Lichterglanz, kein Sttahlenschein! Dujnkel ist das Haus, wie die Seelen sein sollen. Dürftiger Kerzenschein gibt spärliches Licht. Die große Leuchte der Hoffnung scheint erloschen. Keinen Lederjchuh ttägt der Frpjmme, bezeugend, mit dem Heiligtum, zu dem einst alle Bliife sich wandten, habe ich meinen festen Stand auf Erden verloren. Mit leisem, zartklageudea Ton beginnt das Abendgebet. Und dann leise, wehmütig de- ^mnend, immer stä ker anschwellend, die grandiose Klage des einzigen Propheter um sein Volk und sein Land, nicht fich erschöpfend in nutzlosem bloßen Jammern, sich mächttg rryebend zur harten Anklage, das Leid nicht als unverschuldet hinstellend, auf dach Leid die Süße der nimmer erschütterten j 75103142

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