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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-05-15 · 9 (15.5.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
9 (15.5.1935)
Date
1935-05-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer V UWs Mtllideblsll AMTLICHES BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU Hauptschriftlelter: Manfred CRofenfel&,;2? Verlag: Hellmuth und Erich Schatzes Breslau (Sartenstraße 19 ‘ Anzeigenpreis: Die 8gespaltene RUMmeter-Zeil ErscheinungStermln vierzehntägig — Preis 48 pfenni Fllr die unter dem Namen des Verfasser« erscheinenden Artikel reslau | Druck und Anzeigen-Annahme: , Z Druckerei Schatzkg, Breslau 5, Sartenfiraße 19 ' 1 Telefon 231 75 t ober deren Raum li Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Rabatt z vierteljährttch (einschließlich Zustellgebühr) — Postscheck-Konto 62093 und ble DerelnSnachrichten Ubemehmm wir nur die presiegefetzllche Verantwortung 12. Jahrgang 15 . Mai 1935 Nummer 9 ^_r _"W. __ Zß Erwerbt die blaue Beiteagefaete füt fitffe und flufbau1 Ein Jahr ist vergangen, seit der Zentralausschnß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau und die Zentrolwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gemeinsam mit der jüdischen Gemeinden Deutschlands die Blaue Beitragskai le für Hilfe und Aufbau eingeführt haben./Tausende vor freiwilligen Helfern haben in aufopfernder Weise mitgeai beitet, und es so ermöglicht, daß jeder Pfennig un geschmälert seiner Bestimmung zugeführt werden konnte. Allen denen, die durch Sj »enden oder Mitarbeit ihre Verbundenheit mit unserem Wi rk bekundet haben, gilt der Dank des deutschen Judentums. — Ungeheuer groß find die Aufgaben, die dem deutsch» n Judentum gestellt werden. Menschen aller Altersklasse!, aller Berufsgruppen und aller sozialen Schichten muß g» Holsen werden. , Menschen, die in tieferArmut Iebei, muß notwendigste Hilf« der Gemeinschaft zuteil werden. Die Gesundheit unserer Kinder, die Hoffnung unseres Zukunft, muß geschüljt und gepflegt werden. Alte Menschen müssen ihren Lebensabend in Ruhe und Frieden beschließen können. Jüdische Schuten müssen für unsere Kinler bereit stehen, um ihr großes Erziehungswerk im Dienste des Judentums zu leisten. Der jüdische Kaufmann, der mit Anstrengung aller Kräfte um seine Existenz ringt,<muß Hilfe durch Rät und Kredit erhalten. Die Wanderung nach Palästina und den anderen Ländern muß allen denen ermöglicht werden, die sich, draußen ein n^ues Leben aufbauen wollen. Die B e ruf s u m f ch i ch t u n g°muß erhalten bleiben und weitergeführt werden. Die Zukunft unserer Jugend hängt von ihrer gediegenen Ausbildung ab. Bur durch Anstrengung aller Kräfte des deutschen Judentums können diese Aufgaben gelöst werden. Die Blaue Beitragskarte gibt mit ihren monatlichen Beiträgen von 0,25 bis 5,— RIN jedem die Möglichkeit der Beteiligung. Wir erwarten keinen leicht entbehrlichen Beitrag, sondern wir verlangen im Bamen des deutschen Judentums spürbare Opfer, die allein wirkliche Verbundenheit mit einer Idee bezeugen. Kein Jude in Deutschland darf in Zukunft die Blaue Beitragskarte für Hilfe und Aufbau ohne feitki Freiwillige Helfer und Helferinnen wollen sich zur Mitarbeit bei uns schriftlich oder mündlich melden. Jüdisches Wohlfahrtsamt. Jüdiföe Cefyvftätte füt $djulentlaffene Don R »idols Schösser. Breslau. Einsicht in die Notwendigkeit einer jüdische wa chse n en bildu n g, einer Durchdringung der Ernxlchsefi jüdischen Bildunysgütevn ist seit Innigem Allgemeingut, «in» von Einrichtungen dienen dieser Absicht und befinden sich in Fortentwicklung. Mer nicht minder dringlich ja im Grün dringlicher ist die Ausgabe, die Bildungsgrundlag Jugendlichen, die eben die Schule verlassen Haben, sicher, und entwicklm^ssähig j/u halten. Es ist nicht auszudenken, wie um den Bildungsstand der jetzt Heranwachsenden jüdischen Gers' bestellt wäre, wenn man den Dingen ihren Laus ließe, me den Zwang, frühzeitig von der Schule in den praktischen zugehen, für, notwendig verbunden hielte mit dem Derzi Weiterbildung, d. h. im Grunde aus Bildung überhaupt. Die Zahl der Jungen und Mädchen, die unmittelbar 1 süllung der gesetzlichen Schulpflicht mit 14 Jahren „ins Leben n E r - len mit Fülle ständiger l >e weit e der ■; ustellen es einst »eration man »n überht aus ch Ertreten". wird immer größer. Dabei muß man sich darüber klar sein, daß hier nicht immer wirtschaftliche Gründe allein entscheidend find, Häufig verbindet sich die in dieser Aliersstus« typisch« Schulunlust der Kinder mit dem Bestreben der Eltern, sie so zeitig wie möglich aus der früher üblich gewesenen, aber nunmehr aussichtslos gewordenen Bildungs. bahn herauszunehmen und der Praxis zuzusühren. Mer welches auch die Beweggründe für ein Abschließen der Schullausbahn sein mögen: die Bildungsgrundlage kann bei Vierzehnjährigen in der Regel noch nicht jo gefestigt sein, um daraus weiter bauen zu können. Gewiß, auch der Abiturient steht erst am Anfang seines Bildungsweges, und wenn er nicht unabläßlich an sich weiterarbeitet, bleibt auch er „ungebildet". Aber er bringt meist von der Schul« die Einsicht mit, wo er mit eigener Avbest einzusetzen habe. Er weiß oder ahnt wenigstens, was es heißt, mit seiner Arbeit verantwortlich auf sich selbst gestellt zu sein. | Dies alles liegt nun bei dem in di« Berufsausbildung oder in den Beruf selbst übergehenden Dolksschüler und auch bei den Schülern mit der „mittleren Reise" ganz, anders. Er wirst oft die SchutbiDung

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