Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Journal
- Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
- Volume
- 12 (1935)
- Issue
- 2 (31.1.1935)
- Date
- 1935-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 2 Breslauer S dlsches Semelndedlatt 3 der do t a s a s m Stecken gemacht, di« widerspenstigen Völker zu schlagen. Welm der Stecken aber mehr sein will, sich üoerhebt unfc meint, Ursprun i oder Gesetz zu sein, dann wird er zerbrochen. Am Rande der Geschichte prüft Gott, ob di« Mächte sich bewährt haben. Dort hört sr ihr« Antwort, und auf eine Fvhlantwort verwirft er sie. Das kein Geschichtsschreiber in seinen Büchern, die im Zeichen des geschrieben sind. Geschrieben, getehn und gelernt wird nur genannten Taten und Siegen. Sil» es wirklich Siege? In ' jede» gefchichllichen Augenblickes gibt es die Heimlichkeit; ein Geheimnis der Geschichte, da« ganz anders aussieht. Offenbare. Mehr al» altes Tun gilt da das Leiden. Mehr Fehlantwort gilt unbemerktes aber rechtschaffenes Stammeln überwältigten Wesens. Gott sucht immer den Verfolgten auf wählt immer den Besiegten. Mit der Erwählung ist die Verrsn tung zusammengeschweitzt. Wenn! die Erwähnung des L in der Geschichte waltet, dann gibt es auch ein Tun Wahres > Leiden hilft mit am Werk, am Ziel. Der Wel wohnt bereits das Ziel inne. Sie ist das Begonnene, aber -urr Vollendung Gediehene, das Seiende, aber zugleich W Dieses -in ihr angelegt« Ziel nennen wir das ,Lön!gstum Gott will die Welt nicht zwingen, ihn als ihren König kennen, er will, daß sie chn erwähl«, erküre und Latz im lichen Wesen das Königtum Gottes Wirklichkeit werde. Es nicht, datz der Einzeln« für seine Person ernst macht, um zu Ziele vorzüstohen, nur das gang« Volk kann es verwirklichen In dem Dunkel, in das Israel gebannt wird, kann geschmolzen, gereinigt werden, weyn es sich ergibt. .Züchtig^ will ich Dich, um Dich zu läuterst!", spricht Gott zu Jakob Geschichtsanschauung ist kein Trost, aber sie kann einer wenn wir mit unserem gar^n sSein das von Gott de gegebene Ziel auf uns nehmen. K. Sshw > chreibt uhmes ton fo» Tiefe ruht das eine eines er er» tworesdenden Leid, tfchjöpfung nicht ^d«Nd«. <! iottes". < inzuer» nenschgenügt diesem n. lS umn nur Diele fverden, Welt noh -0. Geburtstag Ihren 90. Geburtstag begeht am 7. Februar (11. Adar) d. 3s. Frau Juli« Freyhan, geb. T ir a u b e. Frau Freyhan hl >t viel« Jahre «hrenamttich im Dienste der! stidischen Soziatpflege in 5 ireslau gewirkt. Schon traditionell mit der jüdischen Volksküche verkiüpst— Mitglieder der Familie Traube sgehörten zu den Mitbegi ändern dieser segensreichen Einrichtung —> hat Julie Freyhan sich in derem Dienst unermüdlich betätigt. Frau Freyhan hat serner eine grotze Rolle im Verbände zur Erziehung hilssbedürftiger isra« litischer Kinder gespielt, dessen Vorsteherin sie bald nach seiner Gründung wurde und den sie viele Jahre mit grötztem Erfolge geleitet hat. In hochherziger Mütterlichkeit hat fi« anoertrauten Kinder arrfopserick» b« auf dem Rehdigrrpiatz noch nicht kein« gemeinschaftliche Unterkunftss ,,BrrbandskiNd«r" gab, hat sie diese oft in ihre Wohnung die der Fürsorge des Be handes reut. In einer Zeit, da do» Heim bestand und es überhau »t noch ätt« für di« meist alleinst henden geladen Nd belehrt. Wir es überha ipt das ist, vorausschauend und bahnnerhalb der Breslauer fidischen rechten Weg gewiesen zu hohen, und sie dort bewirtet, unterhalten l Verdienst dieser trefflichen Frau brechend der sozialen Tätigkeit ii Gemeinschaft in vieler Hinsicht den , denn Sozialpftege war zur Zeit, bis JuliZ Freyhan auf der Höhe des Lebens stand, noch ein wenig geackertes Gebiet und sie hat hier Pionirrdienst« geleistet. i Verheiratet war die nunmehr neunzigjährige mit Th!od>or Freyhan, der in Breslau in weiten Kreisen als Mus! ksreund bekannt war, welcher selbst künstlerisch zu musizieren verstau». Von chren Söhnen ist Dr. W i l h«l!m Freyhan einer de r stell vertretenden Vorsitzenden der Breslauer Synagogen »Gemeinde, Sigismund Freyhan hat sich «inen Namen als Maler und Porträtist gemacht. Julie Freyhan tritt in ungebrochener geistiger Frische und in «rsreulicher körperlicher Rüstigkeit ins zehnt« Dezennium chres Lebens. <sie jvermag noch feinste Häkil- und Stickerei-Arbeiten auszuführen. Verehrt und geliebt von allen, die st« kennen, darf sie an diesem Geburssiage nicht nur die Glück oünfch« von Kindern, E(ck«<n und Urenkjel, sondern auch von Le i zahl reichen Menschen, Denen st« Wohltäterin gewesen ist und vor Vre» laus südischer Bevölkerung überhaupt entgegennehmen, welche wünscht und hofft, datz der tatkräftigen und gütigen Frau noft, viele gesunde und glücklich« Jahre beschitden sein mögen. Untee Förderung des Rultuehetfes §>. und tO. ffebeuae „Taettiff“ Auf dem Wege zur Bildung eines ständigen jüdischen ensembles ist ein bedeutsamer Schritt vorwärts getan mordest 9. und 10. Februar wird im Sach« der Gesellschaft der Mchiere» Komödie „Tartiiss" ausgeführt. Die Regie hat kannte Regisseur des Berliner Kulturbundes Nicolai schoss. Eine echte ,MoliereEüyne" wird unter den Hä Breslauer Bühnenbildners KurtLeuner entstehen, der Bühnenbilder schuf. Heinz Condeil vom Berliner Kuft - lheater» Am Freunde der be» E lj a» n des uch die urvund n»«i entwarf die Kostüme, die Perücken entstammen dem Schon Schulz, Berlin. Heinrich Markt stellte «meoriginelle Bühnenmusik zusammen. Zu den Breslauer Künstlern Alsred Balthos. Max Drucker, James Elsner, Hirsch Friedmann und Ruth Arden, gesellen sich Camilla Spira, früher Reinhardbühnen, Karolin« Segatl und Dorothea Krause vom Berliner KchturbuNdtheiater, Liselotte Rosen von der Robertsbühne, Max Koninski vom Kulturbundtheater Rhein-Ruhr und Berlin, serner di« Schauspieler vom Kulturbundtheater Berlin, Fritz Schönseid und Heinz K ahnemann. Im Anschlutz an di« beiden Breslauer Aufführungen wird dieses Eiisemble einer Einladung des Kulturbundes Oberschlesien Folge leisten und in Gleiwitz und Beuchen zwei Gastspiele mit dem „Tartiiss" geben. Das grotze Interesse an dieser Aufführung gilt nicht nur dem ausgezeichneten Ensemble, von dem unter der Leitung von E l j a - schoss Schönstes zu erwarten ist, sondern auch dem Stück, das zu den besten Produktionen der Weltliteratur gehört. Die gauptoerfammlung der Vereinigung für das teligiitf'libetale Judentum in Veutfdjlanö Di« Hauptversammlung der Vereinigung für do, religiös-liberale Judentum in Deutschland, welche am 20. Januar in Berlin statt» fond, war sehr gut besucht. Teilnehmer hatten sich aus allen Teilen Deutschlands eingefunden. Die Veranstaltung, .weiche unter Leitung von R. A. Heinrich Stern stattfand, nahm einen autzerordrntlich interessanten und anregenden Verlaus. Die Hauptreferat« hielten Rabbiner Dr. Dienemann, Ossenbach, über das Thema „Wo stehen wir heute", serner der Vorsitzende der Reichsvertretung der Deutschen Juden, Dr. B a e ck, -Berlin, und Rabbiner Dr. Seligsohn -über Sabdalhsragen, und Dr. Alfred Fabian, Breslau, über Jugendprobleme. Di« Versammlung leistet« fruchtbare Arbeit für die Fundamentierung des religiösen Liberalismus. Wir kommen aus sie noch näher zurück. SEIDEN- H A U S WJilmmAsm- SCHWEIDNITZER CPsTRASSE 38/40 J die tageshelle große Stoff-Etage mit den kleinen Preisen bringt zum (^HventufVetkauj in Seide und Wolle zu ungewöhnlich billigen Preisen, alles übersichtlich auf Tischen ausgelegt in Serien eingeteilt zu 50* 754 954 1.25 1.45 1.95 2.45 2.95 Keine klage Frau sollte fehlen, ~ mit jeder Stafe -spart sie Geld