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Breslauer jüdisches Gemeindeblatt · 1935-01-31 · 2 (31.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Breslauer jüdisches Gemeindeblatt
Volume
12 (1935)
Issue
2 (31.1.1935)
Date
1935-01-31
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Breslauer emeinftcblatt A M T L 1 CH E S BLATT DER SYNAGOGENGEMEINDE BRESLAU -,- Hauptschriftleiter: Manfred Nofenfe Breslau - Verlag: Hellmuth und S r Sch atz kg, Breslau, Neue Graupenstraßl Anzeigenpreis: Die Sgespaltene Millimeter-Zeile Grschelnungstermin vierzehntägig — prei gut die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Artikel i I b, 1 Druck und Anzeigen-Annahme: Druckerei ich § Th. Schatzkg Aktien-Sesellschaft, Breslau 5, ' 7 1 Neue Sraupenstraße 7 Telefon 24468 u. 244 69 ober deren Naum li Pfennige — Bei laufenden Aufträgen Nabatt S 48 Pfennig vierteljährlich — Postscheck-Konto 620 95 nd die DereiNSnachrichten Übernehmen wir nur bierpressegesetzliche Verantwortung 12. Äadrgang 31., Sanuar 1935 Nummer 2 ► . A'_ Vach öet Saatabftimmung Das Ergebnis des 13. Januar bedeutet den Sieg des Rechtsgedankens über die Gewalt. Auch uns deutsche Juden erfüllt die Tatsache mit hoher Befriedigung, daß deutsches Land nach langjähriger Trennung wieder zum Deutschen Reich zurückkehrt. Damit werden über 4000 deutsche Juden wieder in den Verband des Deutschen Reiches eingegliedert. Die Reichsvertretung der deutschen Juden hat aus diesem Anlaß an die jüdischen Gemeinden des Saarget ietes nachstehende Kundgebung erlassen: Rach 15 Jahren der Trennung ist die Saar zu De itschland zurückgekehrt. In geschichtlicher Stunde entbieten wir den jüdischen Gemeinden im Saarlande ein Wort herzlicher Verbundenheit. Ihr seid jetzt wieder mit uns zusammengeschlossen und wir mit Euch. Gemeinsam ist uns wieder unser Schicksal, gemeinsam Arbeit. Sorge und Aufgäbe. Pflichten sind Euch neu gestellt; wir teilen sie mit Euch. Gegenseitig wird unsere Hilfe sein. Dem Gebot und der Hoffnung unseres deutschen Judentums treu, werden wir Zusammenhalten. Die Reichsvertretung der deutschen Juden, gez.: B a e ck. Der Preußische Landesverband jüdischer^ Gemeinden hat ein in ähnlichem Sinne gehaltenes Schreiben an die Synagogen-Gemeinde in Saarbrücken gerichtet. Befjljaftigteit und w im Spiegel andetbewegung itec Juden )ee $amiliengefdjidfte mm Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur s irach Dr. Arthur Czellitzer «Berlin) über ..Seßhaft gkeit und Wanderbewegung der Juden rm Spiegel der Fam liengeschichte".! Dr. Czellitzer hat isti Jahre 1924 die Gesell für jüdische Familienforschungl in Berlin begründet u seitdem ihr Vorsitzender. Die jüdische Famiiienforschunj bis vor wenigen Jahren fast Unbekannt war, hat befoiji in letzter Zeit einen ungeahnten Aufschwung erfahren. „Gesellschaft für jüdische Faniilienforschung" hat in Jahrzehnt ihres Bestehens bedeutendes Material zufa bringen können, das sie in ihrem umfangreichen Archib die wissenschaftliche Forschung bereithält. Ihre ,,3J lungen zur jüdischen Familienforschung" sind für die gs? logische Arbeit von großem W^rt geworden. Gemeinderabbiner Dr. P o g e l st e i n eröffnete den Abend und wies auf die Bedeutung der Familienforschung für die jüdische Tradition hin. j h Dr. Czellitzer betonte dan^n einleitend, wie wichtig die Erforschung der Wanderbewegsungen und der Siedlingsgefchichte der Juden für di^ allgemeine Geschichte der deutschen und europäischen Judenheit ist. Die bequemste Methode, hier Kenntnisse zu sachmeln. so führte er u. aj aus. chaft ist , die ders Die dem enfür itteineaist die Massenstatistik, hat z. B. innerhalb eines gewissen Zeitraumes die jüdische Bevölkerung einer Stadt an Zahl zugenommen, und im gleichen Zeitraum sich die Zahl der in der umliegenden Provinz wohnenden Juden verkleinert, so ist man leicht geneigt, darauf zu schließen, daß die Juden aus der Provinz einfach in die Stadt gewandert seien. Diese Methode führt jedoch nur zu oberflächlichen Erkenntnissen. Genauere Ergebnisse wird man vielmehr erst dann gewinnen können, wenn man die Geschichte einzelner Familien in möglichst zahlreichen Beispielen dgrch die Generationen verfolgt. Exakte Forschungen sind allerdings im allgemeinen erst für das letzte Jahrhundert, also etwa seit den Freiheitskriegen, möglich, denn vorher war die Lage der Juden anormal, da sie in den meisten Fällen eines festen Aufenthaltsortes entbehrten. Diele Orte, hatten das Privileg, keine Juden in ihren Mauern zu dulden. Diele Juden muhten eigentlich die Landftrahs ihre Heimat nennen. Eine endgültige Reglung der Verhältnisse erfolgte auch im neunzehnten Jahrhundert nur allmählich. So lebten von den 200 000 Juden, die um 1830 in Deutschland gezählt wurden etwa 182 000 — also,91 Prozent — in Städten und nur 18 000 auf dem Lanve.s Bon diesen waren allein wieder

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